Selten sah man Henrik Kristoffersen so emotional: Überglücklich lag der Norweger nach seinem Sieg im Schnee von Schladming. Zum fünften Mal gewann das Slalom-Ass auf der Planai. So viele Siege holte noch niemand beim legendären Rennen in Schladming. Sein Lauf war eine Ansage an die Konkurrenz im letzten Rennen vor den Olympischen Spielen. Auf der eisigen Piste war der 31-Jährige das Maß aller Dinge.
Schon im ersten Durchgang zeigte er einen soliden Auftritt. Schneller war da nur sein Teamkollege Atle Lie McGrath. Doch auch der 25-Jährige konnte im Finale nicht mehr an den Doppel-Weltmeister herankommen. Vor allem im Steilhang erlaubte sich McGrath zu viele Fehler. Den dritten Platz holte sich der Franzose Clement Noel. Trotz eines Fehlers direkt zu Beginn kämpfte sich der Olympiasieger zurück, fand den Rhythmus und wird nun mit viel Rückenwind zu Olympia reisen.
Im Video: Straßer nach seinem Aus
Linus Straßer
Schwarzer Tag für DSV-Fahrer um Straßer
Die DSV-Fahrer erlebten in Schladming einen Tag zum Vergessen: Keiner erreichte den zweiten Durchgang. Besonders enttäuscht zeigte sich Linus Straßer. Dabei hatte der Münchner alles auf eine Wiederholung seines Kitzbühel-Erfolgs ausgelegt. Straßer war beim legendären Rennen auf der Streif sensationell auf Rang drei gelandet.
Straßer-Aus trotz Glücks-Skiern
Der 33-Jährige entschied sich in Schladming für genau die Ski, die ihm schon in Kitzbühel so viel Glück gebracht hatten. Der Slalom-Spezialist startete gut, fuhr im oberen Teil sogar Bestzeit. Dann erlaubte er sich einen Fahrfehler, konnte sich aber gerade noch so retten. Auch im Steilhang fand er seinen Rhythmus nicht mehr. Nur wenige Tore vor dem Ziel geriet er dann zunehmend ins Rutschen und stürzte wenig später nach einem Innenskifehler.
Auch Sebastian Holzmann und Anton Tremmel verpassten den zweiten Lauf. Ähnliche Probleme wie die Deutschen im ersten Durchgang hatten aber auch die anderen Fahrer um Kitzbühel-Sieger Manuel Feller. Der Österreicher rettete sich nach einigen Wacklern trotzdem ins Ziel. Deutlich besser kam er im zweiten Durchgang mit den Bedingungen zurecht. Am Ende landete er auf Rang zehn. Wie schwer die Planai zu bezwingen war, fasste der Italiener Alex Vinatzer im "Blickpunkt Sport"-Interview zusammen: "Es ist ein Heruntergewürge", sagte er: "Es ist total kräftezehrend."
Der Slalom in Schladming war die Generalprobe vor den Olympischen Spielen. Dort wird am 16. Februar um Gold, Silber und Bronze im Slalom gekämpft.
Im Video: Re-Live 1. Durchgang Slalom Schladming
Linus Straßer
Im Video: Re-Live 2. Durchgang Slalom Schladming
Henrik Kristoffersen



