Sein Blick war dankbar gen Himmel gerichtet, als Marco Odermatt im Ziel ankam. Nicht nur, weil er eines der gefährlichsten Skirennen des Weltcups heil hinter sich gebracht hatte, sondern weil er noch dazu der schnellste Fahrer des Tages wurde. Der Schweizer holte seinen zweiten Super-G-Sieg im Tiroler Ski-Mekka und seinen achten Saisonsieg. Er gewann zum Auftakt der prestigeträchtigen Hahnenkamm-Rennen vor seinem Teamkollegen Franjo von Allmen. Dieser hatte gerade einmal drei Hundertstelsekunden Rückstand; Dritter wurde der Österreicher Stefan Babinsky (+0,25 Sekunden).
Fiasko der DSV-Fahrer
Die deutschen Rennfahrer erlebten auf der legendären Streif indes ein Debakel: Simon Jocher, Romed Baumann und Anton Grammel schieden nach Fahrfehlern jeweils aus. Als einziger DSV-Starter kam der Oberbayer Luis Vogt ins Ziel, wurde aber enttäuschender 44. (+1,80). Dies war das schlechteste deutsche Abschneiden in einem Weltcup-Super-G seit mehr als zwölf Jahren.
Schutzengel für Olympia-Starter Simon Jocher
Doch ein bisschen Glück war für die Deutschen trotzdem dabei. Simon Jocher vom SC Garmisch hatte einen Schutzengel: Er verhinderte nach einem Patzer auf Höhe der Seidlalm gerade so einen womöglich verhängnisvollen Sturz. «Ich habe eine Welle übersehen», sagte er. Der 29-Jährige ist der einzige deutsche Speed-Spezialist, der sich für die Olympischen Winterspiele vom 6. bis 22. Februar in Norditalien qualifiziert hat.
Odermatt Favorit für die Abfahrt
Odermatt holte derweil seinen zweiten Erfolg in Kitzbühel, bereits im Vorjahr hatte er den Super-G gewonnen. Ein Abfahrtssieg im Ski-Mekka von Tirol fehlt dem 28 Jahre alten Allrounder in seiner langen Liste von Erfolgen noch. Das Rennen in der alpinen Königsdisziplin steht am Samstag (11.30 Uhr/ARD) an. Nach seinem Auftritt im Super-G ist Odermatt der Favorit.
