Kurz vor dem Beginn der Olympischen Winterspiele rechnen sich die deutschen Curling-Männer Chancen auf eine Medaille aus. "Wenn wir in den Turniermodus reinfinden und uns spielerisch zeigen wie bei der Europameisterschaft, dann haben wir eine sehr gute Chance", sagte Bundestrainer Uli Kapp am Rande der Olympiavorbereitungen der Curler am Bundesstützpunkt in Füssen.
Ende November 2024 hatten die deutschen Curler den EM-Titel geholt – zum ersten Mal seit 20 Jahren. "Unser Ziel ist, in die Top vier reinzukommen. Und wenn du unter den Top vier bist, dann spielst du um Medaillen mit", sagte Bundestrainer Uli Kapp im Interview mit BR24.
Deutschland jüngstes Team bei den Curlern
Die Spiele in Mailand und Cortina markieren für die deutschen Curler das Ende einer langen Durststrecke: Zum ersten Mal seit Sotschi 2014 ist wieder ein deutsches Team bei Olympia dabei. Die Mannschaft um Marc Muskatewitz ist das jüngste Curling-Team, das bei den Winterspielen in Italien an den Start geht. Vier der fünf Nationalspieler sind zwischen 22 und 23 Jahren jung.
Für Skip Muskatewitz – mit 29 Jahren der "Senior" im Team – geht mit der Olympiateilnahme ein Traum in Erfüllung. "Das ist das größte Sportevent, das man haben kann", sagt Muskatewitz. "Wir sind eine sehr junge Mannschaft und versuchen, das in vollen Zügen zu genießen."
Eingespieltes Team – auch abseits vom Eis
Nicht nur auf dem Eis, auch privat sind die deutschen Curling-Männer ein eingeschworenes Team. Drei der Spieler wohnen in einer WG in Kempten, alle fünf sind eng befreundet. Jeder könne den anderen lesen, sagt Felix Messenzehl. Für das jüngste Team unter den Curlern bei Olympia könne das entscheidend sein.
Schließlich sei beim Curling die Teamdynamik sehr wichtig: "Unsere Spiele gehen zweieinhalb Stunden. Da sind auch mal Fehlsteine und frustrierende Momente auf dem Eis dabei", sagt Messenzehl. "Und da weiß einfach jeder, wie man den anderen unterstützt und was er in dem Moment braucht. Das macht uns aus."
Die Kapps – Curler in dritter Generation
Mit Third Benjamin Kapp ist auch ein Spieler aus einer echten Füssener Curling-Dynastie dabei: Opa Charlie holte 1991 den ersten EM-Titel in der Familie. Papa Andy und Onkel Uli – der heutige Bundestrainer – standen in Nagano 1998 und Turin 2006 gemeinsam auf olympischem Eis. In Cortina will Benny Kapp mit seinem Team nun das schaffen, was der Curling-verrückten Familie trotz mehrerer EM-Titel und WM-Medaillen bisher verwehrt blieb: eine olympische Medaille heimzubringen nach Füssen.
"Das wäre natürlich auch für den Curling-Sport in Deutschland eine ganz besondere Medaille, weil wir nicht so viel Aufmerksamkeit und Förderung bekommen", sagt der 23-Jährige. "Von dem her wäre das umso wichtiger, jetzt bei Olympischen Spielen erfolgreich zu sein."
Bundestrainer: Olympia-Medaille ist der Wunsch
Nach zwölf Jahren ohne Olympia geht es für die deutschen Curler in Cortina nun endlich wieder um olympisches Edelmetall. Bundestrainer Uli Kapp glaubt: Die Chancen stehen nicht schlecht.
"Die Medaille ist der Wunsch", sagt der Bundestrainer. "Und wenn wir unsere Top-Leistung abrufen, können wir auf jeden Fall mitspielen. Die Jungs haben sehr gut gearbeitet die letzten beiden Jahre. Ich bin voller Vorfreude, dass wir auch mal wieder auf einer Olympiabühne zeigen, was wir können."
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