Nach dieser Saison macht Johannes "Hansi" Lochner Schluss. Aber davor möchte er im Eiskanal von Cortina nach Gold greifen. Dabei ist das für ihn nicht mehr alles, so der 35-jährige Berchtesgadener im Gespräch mit den Hosts Felix Neureuther und Philipp Nagel.
"Ich habe mich immer in der Lage gefühlt, Gold zu gewinnen und wollte dann unbedingt dieses Olympia-Gold noch. Das war immer so: 'Deswegen machen wir weiter. Wir wollen Olympia-Gold.' In dieser Saison läuft es unfassbar gut und ich habe einfach damit meinen Frieden gefunden."
Lochner: "Wie die alle hinter mir stehen"
Klar sei der Moment "geil, wenn du bei der Siegerehrung stehst, die Hymne hörst und dann hoffentlich eben diesen Lebenstraum von der Medaille in der richtigen Farbe um den Hals hast", sagt der beste Bobpilot dieses Winters.
Er genieße aber gerade das Drumherum: Freunde, Familie, eine ganze Community hätten ihm das Sportler-Leben in den letzten zehn Jahren ermöglicht. Wie die alle hinter ihm stünden und er das jetzt einfach mal genießen könne, sei ein Geschenk. "Weil das kannst du halt oft nicht als Sportler, weil du immer diesen Erfolgsdruck irgendwo im Nacken hast."
"Noch einmal auf dieser Bahn fahren zu dürfen, ist für mich der absolute Traum. Und wie es dann am Ende ausgeht, das ist dann Zugabe. Der Weg dahin ist gerade wirklich das Schöne!“ Johannes Lochner
Die letzten Rennen will Lochner einfach genießen
Dass er nach der Olympiasaison aufhört, damit sei er fein. Vor vier Jahren war Lochner dazu noch nicht bereit. "Ich bin mir voll bewusst, dass das meine letzte Saison ist und ich kann das so unfassbar genießen, weil es einfach ein geiler Sport ist. Du krachst diese Band runter und ein Lauf nach dem anderen geht mir gerade richtig gut von der Hand und du hast ein Grinsen unter diesem Visier." Das alles sei ihm "so viel mehr wert wie am Ende wahrscheinlich diese Goldmedaille, weil diese ganze Saison so genial ist".
Lochner über seinen Sohn: "Die ersten Schritte habe ich verpasst"
Heute freut er sich auf Zuhause, wo er dann hoffentlich auch seinen kleinen Sohn aus nächster Nähe aufwachsen sieht. "Ich habe seine ersten Schritte schon verpasst. Er ist jetzt ein Jahr alt und genau da, als ich wieder weg war über Weihnachten, hat er angefangen mit dem Gehen. Ich möchte jetzt einfach auch wirklich die nächsten Winter sehen, wie er das erste Mal Ski fährt, wie er einfach ins Leben reinwächst."
Für die Zeit nach dem Profisport ist auch sonst alles geklärt. Der Job ist bereits fix, berichtet er. "Der Weg ist gemacht und deswegen kann ich auch richtig gut loslassen vom Sport und habe eigentlich gar keine Bedenken, dass du da irgendwie danach in die Bredouille kommst, dass dir das dann fehlt, dass in irgendein Loch fällst oder so, sondern im Gegenteil: Ich freue mich aufs Leben danach und ich kann es einfach gerade wirklich nur genießen."
Rivalität mit Francesco Friedrich hat beide stärker gemacht
Zuvor kommt es in Cortina aber zu einem allerletzten Showdown mit seinem größten Rivalen Francesco Friedrich. Dessen Leistung habe er stets honoriert. "Das tue ich bei Francesco, auch wenn er besser ist. Und ich denke, ich war brutal gut und er ist besser. Ja, dann musste der ja noch krasser sein. Und dann ist es auch irgendwo eine Bewunderung, dass der das dann schafft, mich zu schlagen."
Niederlagen haben ihm immer zu denken gegeben. Aber das habe dann immer einen Moment gedauert, und dann ging es weiter. "Am nächsten Morgen wachst du auf und denkst: Jetzt muss ich halt besser werden, dass ich nächstes Mal die Nase vorne habe."
Dieses Duell habe ihn und Friedrich stärker gemacht. Ohne Friedrich hätte er sich wohl im Kraftraum nicht so angestrengt und hätte auch nicht so viel in die Materialentwicklung investiert. "Dadurch sind wir beide auf einem Level, wo die anderen gerade meilenweit weg sind."
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