Der Raublinger Radsport-Rennstall Red-Bull-Bora-Hansgrohe hat die nächste hochkarätige Verpflichtung eingetütet. Nachdem Florian Lipowitz im vergangenen Jahr Olympiasieger Remco Evenepoel an die Seite gestellt wurde, erhält er nun Verstärkung durch Georg Steinhauser.
Steinhauser begründet Wechsel: "ideale Plattform"
Die deutsche Radsport-Hoffnung wechselt zur kommenden Saison zum deutschen Top-Team. Wie der Raublinger Rennstall mitteilte, unterschrieb der 24-Jährige einen Vertrag über mehrere Jahre. Nach fünf Jahren bei EF Education-EasyPost verlässt der Neffe von Jan Ullrich die amerikanische Mannschaft, für die er in diesem Jahr sein Debüt bei der Tour de France gegeben hatte.
"Schon als junger Fahrer war ich Fan des Teams und beeindruckt davon, wie es ein Ziel nach dem anderen erreicht hat", sagte Steinhauser, der mit Platz drei und dem Weißen Trikot für den besten Jungfahrer bei Paris-Nizza im März aufhorchen ließ: "Für eine deutsche Mannschaft mit einem so professionellen und gleichzeitig internationalen Ansatz zu fahren, ist für mich die ideale Plattform, um mich weiterzuentwickeln."
"Starke Helferrolle" - Steinhauser als Unterstützung für Lipowitz und Evenepoel
Neben seinem starken Abschneiden bei Paris-Nizza zählt ein Etappensieg beim Giro d'Italia zu den Erfolgen Steinhausers. Bei der Italien-Rundfahrt 2024 hatte er nach seinem Solo-Sieg auch kurzzeitig das Bergtrikot getragen. "Er hat sich seine Erfolge in den vergangenen Jahren hart erarbeitet und wir sind überzeugt, dass sein Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft ist", sagte Zak Dempster, "Chief of Sports" bei Red Bull.
Beim deutschen Rennstall trifft Steinhauser auch auf Florian Lipowitz, mit dem er vor seiner Profikarriere gemeinsam in einem Team gefahren war. "Ich möchte mit meinem offensiven Fahrstil zum Erfolg des Teams beitragen, weiß aber auch, wie wichtig eine starke Helferrolle ist", sagte Steinhauser, Sohn von Ex-Profi Tobias Steinhauser, dem Bruder von Ullrichs Ex-Frau Sara.
Mit Steinhauser adressiert der Raublinger Rennstall eine große Schwäche
Das Raublinger Radrennstall war mit den beiden Topfahrern Lipowitz und Evenepoel bei der diesjährigen Tour de France angetreten und war drauf und dran gleich zwei Topplatzierungen einzufahren, ehe Lipowitz nach einem bitteren Sturz aufgeben musste. Evenepol holte sich Platz zwei in der Gesamtwertung.
Trotz dieses Erfolges gab es während der Tour Kritik an der Strategie von Redbull-Bora-Hansgrohe, da die Mannschaft, anders als andere Spitzenteams, kaum konkurrenzfähige Helfer hatten, Evenepoel und Lipowitz meist auf sich alleine gestellt waren und immer wieder selbst für ihre Wasserversorgung zuständig waren. Mit Steinhauser dürfte das Team nun den nächsten Schritt gehen und mehr Qualität in der Breite gewinnen.
