Antonia Niedermaier im Weißen Trikot der Tour de France Femmes 2026
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Antonia Niedermaier im Weißen Trikot der Tour de France Femmes 2026

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Mission erfüllt: Niedermaier gewinnt Weißes Trikot bei Tour

Mission erfüllt: Niedermaier gewinnt Weißes Trikot bei Tour

Antonia Niedermaier ist am Sonntag ein historischer Coup gelungen: Auf der 9. Etappe der Tour de France Femmes 2026 brachte die gebürtige Rosenheimerin ihren Sieg in der Nachwuchswertung unter Dach und Fach, im Gesamtklassement wurde sie Vierte.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Antonia Niedermaier hat am Sonntagabend nicht weniger als Geschichte geschrieben. Die 23-Jährige aus Bruckmühl bei Rosenheim avancierte im südfranzösischen Nizza zur ersten deutschen Radsportlerin der Geschichte der Tour de France Femmes, die ein Wertungstrikot mit nach Hause nehmen darf. Auf der 9. Etappe verteidigte sie das Weiße Trikot, das die beste Nachwuchsfahrerin auszeichnet, souverän vor der Spanierin Paula Blasi. Im Gesamtklassement rückte Niedermaier wegen des Sturzes von Marlen Reusser noch auf Rang vier vor.

Niedermaier bleibt im Showdown cool

Für Teamkollegin Katarzyna "Kasia" Niewiadoma platzte derweil der Traum von Gelb: Demi Vollering krönte sich auch dank einer bärenstarken Attacke vor der letzten Bergwertung zum zweiten Mal nach 2023 zur Tour-Gesamtsiegerin.

Bis zum Showdown bei der vierten Überfahrt des Col d'Èze bei Nizza hatte sich die Etappe relativ ereignislos gestaltet. Im finalen Anstieg setzte sich Niedermaier an die Spitze der Favoritengruppe und ließ den Abstand zur tapferen Ausreißerin Isabella Holmgren Stück für Stück schmelzen. Als die Kanadierin eingesammelt war, lancierte Niewiadoma nach der starken Vorarbeit durch Niedermaier eine Attacke auf das Gelbe Trikot. Vollering konterte, setzte sich entscheidend ab und eroberte den Tagessieg.

Dahinter orientierte sich Niedermaier an ihrer direkten Konkurrenz und sparte ihre Kräfte. Auf den Zielsprint mit Blasi und Elisa Longo Borghini verzichtete sie und rollte - den größten Erfolg ihrer Karriere in der Tasche - als Fünfte über die Ziellinie.

Niedermaier glänzt bei Tour als Edelhelferin

Viel war vor der Tour de France Femmes 2026 über die Rolle von Niedermaier diskutiert worden. Einerseits war dem bayerischen Shootingstar beim Giro d'Italia mit dem zweiten Gesamtrang ein außergewöhnlicher Coup gelungen. Andererseits wurde Teamkollegin Niewiadoma - Tour-Siegerin 2024 - vor der Rundfahrt neben Demi Vollering als große Favoritin gehandelt.

"Da es meine erste Tour de France ist, habe ich eine etwas freiere Rolle - zum Reinschnuppern und Testen sozusagen", reagierte Niedermaier im Interview mit BR24Sport auf die Spekulationen über eine mögliche Doppelspitze bei Canyon//SRAM. Sie wolle sich in den Dienst der Mannschaft stellen und bei Bedarf Niewiadoma unter die Arme greifen. Diese Aufgabe erfüllte sie mit Bravour.

Auf der 6. Etappe übernahm sie etwa als Gesamtvierte die Führungsarbeit in einer Verfolgungsgruppe - alles andere als ein gewöhnliches Bild im Radsport. Durch die aufopferungsvolle Arbeit von Edelhelferin Niedermaier verhinderte sie einen Angriff seitens Elisa Longo Borghini auf Niewiadoma. Ein richtungsweisender Akt im Kampf um das Gesamtklassement.

In den Bergen spielt Niedermaier ihre Stärken aus

Verwunderlich war dieser Glanzmoment der gebürtigen Rosenheimerin nicht. Auf den ersten vier Etappen inklusive eines harten Zeitfahrens schwamm sie vorne mit, ließ die Lücke zur Spitze nicht zu groß werden. Dann schlug ihre Stunde: In den Bergen spielte die ausgewiesene Kletterin, die einst Profi-Skibergsteigerin war, ihre Stärken aus und schlüpfte auf der mit 2880 Höhenmetern bespickte 5. Etappe direkt ins Weiße Trikot. An ihrer Einstellung änderte sich dadurch nichts. "Unser Fokus liegt auf dem Gelben Trikot für Kasia", unterstrich sie ihren Teamgeist. "Das Weiße Trikot ist immer ein netter Bonus." Letzten Endes wurde der "Bonus" zum einzigen Coup von Canyon//SRAM am Finaltag.

Wie man einen solchen Triumph genießen kann? Am mythischen Mont Ventoux, den die Tour auf der 7. Etappe bezwang, hatte Niedermaier schon einmal kurz in die Zukunft geschaut. "Es war wirklich eine harte Tour bis jetzt. Es war kein Tag dabei, an dem man sagt, man rollt einfach mal mit", erzählte sie. "Deswegen ist es einerseits schade, dass es dann schon zu Ende ist, anderseits bin ich auch froh, wenn ich mich dann nächste Woche einfach an den See legen kann." So lässt sich ein sportlicher Erfolg auskosten.

Video: Niedermaier freut sich auf "dahoam"

Antonia Niedermaier
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