Eine klare Absage sieht anders aus: Anstatt deutlich zu sagen, er werde nicht nach Nordamerika reisen, wich der FC-Bayern-Keeper Manuel Neuer im Sky-Interview aus und meinte lediglich, er wolle sich auf die Meisterschaftsfeier und im nächsten Schritt auf das DFB-Pokalfinale fokussieren: "Für mich ist das heute kein Thema. Heute feiern wir die Meisterschaft, nächste Woche haben wir noch eine ganz wichtige Aufgabe im Pokal", sagte der 40-Jährige. Mit Nagelsmann habe er immer wieder mal "das gesamte Jahr über" Kontakt.
Drei Mal bohrte der Reporter nach, drei Mal sah Neuer davon ab, eine klare Absage zu erteilen. Damit dürfte der Rekordtorhüter die Gerüchte um sein DFB-Comeback wieder befeuert haben. Wenig später ließ dann auch Sky mit einem Medienbericht aufhorchen, demzufolge Neuer ins DFB-Team zurückkehre, sofern in den kommenden Tagen nichts Außergewöhnliches passiere. Neuer soll demnach in den vergangenen Tagen für die WM zugesagt haben.
Kompany wechselte Neuer in der 60. Minute aus
Für Rätselraten sorgte zunächst auch die frühe Auswechslung Neuers: Im Spiel gegen den 1. FC Köln (5:1) musste Neuer vorzeitig vom Spielfeld. Trainer Vincent Kompany wechselte in der 60. Minute Jonas Urbig ein. Die Gründe blieben zunächst unbekannt, nach dem Spiel hieß es, Neuer habe ein Zwicken in der Wade gespürt. Kurz vor seiner Auswechslung zeigte Neuer auf sein linkes Bein.
Seit Wochen kursieren Gerüchte, Neuer könnte trotz seines DFB-Rücktritts für die WM in den USA, Mexiko und Kanada doch nochmal zurückkehren. Bundestrainer Julian Nagelsmann und der Keeper selbst dementierten dies zwar, doch Hinweise verdichteten sich zuletzt erneut: Vor allem, dass der Name Neuer auf der Liste mit 55 potenziellen WM-Kandidaten auftaucht, die der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bei der FIFA einreichen musste, ließ aufhorchen.
Julian Nagelsmann gibt Kader am Donnerstag bekannt
Eine finale Antwort, ganz ohne Spekulation, werden Fußballfans am Donnerstag bei Nagelsmanns Kaderbekanntgabe bekommen. Zuletzt hatte der Bundestrainer eigentlich keinen Zweifel daran gelassen, dass der Hoffenheimer Oliver Baumann seine Nummer eins bei der WM ist. Neuer sei "zurückgetreten, aus freien Stücken, das hat er mehrfach wiederholt und deswegen ist es gar nicht so sinnvoll, darüber stetig zu diskutieren", sagte der DFB-Trainer zuletzt.
Baumann geht jedenfalls weiter davon aus, als deutsche Nummer eins zur WM zu fahren. "Ich gehe sehr selbstbewusst in die Vorbereitung und dann in die WM. Er hat mir das Vertrauen ausgesprochen. Punkt", sagte der Keeper der TSG Hoffenheim nach dem 0:4 bei Borussia Mönchengladbach bei Sky: "Ich habe meine Infos – von meinem Gespräch mit Julian. Es war ein Vier-Augen-Gespräch."
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