Trotz einer dominanten Vorstellung in der ersten Halbzeit hat sich der TSV 1860 München am 9. Spieltag der Regionalliga Bayern mit einem 1:1 bei der SpVgg Greuther Fürth abfinden müssen. Florian Niederlechner und Co. wussten ihre anfängliche Überlegenheit nicht in Zählbares umzumünzen, während sich ein tapferes Fürth II dank eines Aufschwungs in der zweiten Halbzeit mit einem Punktgewinn belohnte.
Traumstart für 1860: Eberwein nutzt Torwart-Patzer
Im Vergleich zum ersten Heimsieg der Saison - ein vielumjubeltes 3:0 über den TSV Schwaben Augsburg am vergangenen Freitag - nahm Trainer Alper Kayabunar keine einzige Veränderung in seiner Startelf vor. Auch die SpVgg Greuther Fürth fuhr am zurückliegenden Spieltag einen 3:0-Triumph ein, dennoch entschied sich Coach Julian Kolbeck für vier Wechsel in seiner Anfangsformation: Torhüter Silas Prüfrock, Elias Benkara, Olgherto Balliu und David Günes erhielten gegen die Löwen und vor 4.825 Zuschauern ihre Chance.
Früh in der Partie gaben die Löwen die Richtung vor und belohnten sich für ihre Drangphase. Bei einem Freistoß aus knapp 35 Metern fasste sich Tunay Deniz ein Herz und hielt einfach mal drauf. Prüfrock ließ den Ball nach vorne abprallen - direkt vor die Füße von Michael Eberwein. Der 1860-Stürmer reagierte am schnellsten und drückte das Leder über die Linie (7.).
Dem "kleinen" Kleeblatt fehlte es in der ersten Halbzeit vor allem in der Defensive an Struktur, das war nur vier Minuten nach dem Rückstand für die Mittelfranken zu beobachten. Kurz vor dem Sechzehner steckte Eberwein für Florian Niederlechner durch, der jedoch keinen Druck hinter die Kugel bekam. Niederlechner stand auch nach einer knappen halben Stunde im Fokus: Bei einer kurzen Eckenvariante verlängerte der Publikumsliebling zunächst mit der Hacke und kam wenig später selbst noch einmal an den Ball. Sein Schuss auf das lange Eck wurde von Prüfrock pariert (26.).
Fürth II schnuppert nach Pause am Ausgleich
Knappe Führungen und eine gewisse Nachlässigkeit vor dem gegnerischen Tor erwiesen sich für die Löwen gerade in den ersten Partien der Saison immer wieder als eine äußerst gefährliche Kombination - und beinahe hätte sich das in Fürth wiederholt. Aus dem Nichts brachte Mika Wallentowitz eine hohe Flanke auf den zweiten Pfosten, wo Omar Megeed den Ball nur knapp am Kasten vorbei köpfte (39.).
Wenig später ging es mit einem hochverdienten 1:0 für 1860 in die Pause - aber auch mit der Gewissheit, dass die mittlerweile kompakter stehenden Fürther nur einen erfolgreichen Angriff vom Ausgleich entfernt waren. Und tatsächlich schnupperten die Gastgeber kurz nach Wiederanpfiff am 1:1. Bei einer Ecke in der 48. Minute zwang David Günes 1860-Keeper Vitus Eicher mit seiner Volley-Abnahme zu einer Glanzparade.
Dressel foult Balliu: Fürth gleicht per Elfmeter aus
In der Folge fand sich das Kleeblatt immer häufiger in der gegnerischen Hälfte wieder und setzte die Löwen früh bei deren Aufbauspiel unter Druck. Ein Aufschwung, der belohnt werden sollte. In der 64. Minute räumte Dennis Dressel den flinken Balliu im Strafraum ab, der Schiedsrichter zeigte sofort auf den Punkt. Jakob Engel nahm sich der Sache an, verlud Eicher und versenkte die Kugel locker im rechten Eck.
Die Löwen hätten beinahe die perfekte Antwort parat gehabt. Niederlechner legte nur wenige Augenblicke nach dem Gegentor am Strafraum der Fürther für Eberwein quer, der mit seinem Flachschuss an Prüfrock scheiterte (66.). Wie in der ersten Halbzeit ließ 1860 seine Großchancen ungenutzt - so auch in der 74. Minute. Niederlechner marschierte über den rechten Flügel, seine flache Hereingabe fiel aber viel zu ungenau aus, wodurch Prüfrock die Kugel noch vor dem eingewechselten Emre Erdogan abfangen konnte. Der Fürther Keeper zeichnete sich nur wenige Minuten später erneut aus, als er bei einem Niederlechner-Schuss aus kürzester Distanz zur Ecke parierte (79.).
1860 wacht zu spät auf
Die Löwen nach dem Ausgleich regelrecht wachgerüttelt, die Körpersprache der Gäste war nun deutlich überzeugender. Trotzdem konnte sich der TSV für sein Erwachen in der Schlussphase nicht belohnen und musste sich nach einer Nachspielzeit von sechs Minuten letztlich mit seinem fünften Unentschieden dieser Regionalliga-Saison abfinden. In der Tabelle rangieren die ungeschlagenen Münchner mit 14 Punkten auf Rang fünf, das kleine Kleeblatt liegt mit sieben Zählern auf Rang 17.
Fürth II ist bereits am kommenden Samstag auswärts beim VfB Eichstätt gefordert (14.00 Uhr), 1860 München empfängt derweil einen Tag später die Zweitvertretung des 1. FC Nürnberg (15.00 Uhr).
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