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Neues Schuljahr: Was auf Bayerns Schüler zukommt

Neues Schuljahr: Was auf Bayerns Schüler zukommt

Rund 1,8 Millionen Schülerinnen und Schüler starten heute in Bayern ins neue Schuljahr. Auf sie kommen einige Neuerungen zu: etwa bei Handynutzung, Prüfungsformaten und Ganztagsbetreuung.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Schultüte, Schulranzen, erster Schultag: Etwa 132.000 Kinder in Bayern starten am 15. September in der ersten Klasse einen neuen Lebensabschnitt. Für insgesamt rund 1,8 Millionen Schülerinnen und Schüler und rund 166.000 Lehrkräfte beginnt nach den Sommerferien nun wieder der Unterricht.

Was ist neu zum Schulstart 2026? Darüber sprach BR24 mit der Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Simone Fleischmann, und der Bayerischen Schülersprecherin für Realschulen, Charlotte Mönninghof. Das Video finden Sie oberhalb des Artikels.

Ausweitung des Handyverbots

Chatten, lesen, telefonieren – im Schulalltag kann das ablenken und für Konflikte sorgen. Von diesem Schuljahr an dürfen Schülerinnen und Schüler bis einschließlich der siebten Klasse ihre privaten Handys auf dem gesamten Schulgelände nicht mehr nutzen. Bisher galt das grundsätzliche Verbot für die private Nutzung digitaler Endgeräte nur an Grundschulen.

An weiterführenden Schulen ab der achten Klasse sowie an beruflichen Schulen können die Schulen weiterhin selbst entscheiden, ob und in welcher Form sie die private Handynutzung außerhalb des Unterrichts erlauben. Die Staatsregierung hatte die Ausweitung des Handyverbots für die Klassen fünf bis sieben im März auf den Weg gebracht. Der bayerische Landtag hat das Vorhaben im Juli beschlossen.

Neue Prüfungsformate

Zum neuen Schuljahr sollen Schulen neue Prüfungsformate anwenden können. Klassische Schulaufgaben, Tests und mündliches Abfragen bleiben fester Bestandteil für Leistungsnachweise. Aber Präsentationen, Projekte, Debatten, Erklärvideos und praxisnahe Aufgaben sollen künftig stärker berücksichtigt werden.

Als Beispiele nennt die bayerische Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) digitale Kompetenztests in Mathematik oder prozessorientierte Deutschschulaufgaben: Schülerinnen und Schüler verfassen zunächst einen Erstentwurf, dazu bekommen sie Feedback. Dann haben sie die Möglichkeit, den Entwurf zu überarbeiten. Sowohl Erstentwurf als auch Endergebnis fließen dann in die Gesamtnote ein. Um solchen neuen Formaten Raum zu geben, wird die Zahl verpflichtender Leistungsnachweise laut der Ministerin "an einzelnen Stellen moderat" reduziert.

Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung

Ab diesem Schuljahr haben Grundschulkinder schrittweise einen gesetzlichen Anspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung. Los geht es mit der Jahrgangsstufe 1. Ab dem Schuljahr 2029/30 gilt der Anspruch für alle Kinder in der Grundschule. Der Anspruch umfasst grundsätzlich acht Stunden täglich an fünf Tagen pro Woche. Die Teilnahme ist freiwillig. Eltern steht es also frei, ihre Kinder für ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote anzumelden.

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) geht jedoch von Engpässen bei der Betreuung aus. Der Rechtsanspruch für Erstklässler werde zwar erfüllt werden, sagt BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann - "aber teils zulasten älterer Grundschulkinder, die deshalb ihren Platz verlieren".

Die Personallage: Stabil, aber weiterhin angespannt

Zum Schuljahr 2026/27 stellt der Freistaat nach Angaben des Kultusministeriums rund 4.100 Lehrkräfte neu ein. Diese besetzen allerdings frei gewordene Stellen, etwa weil Lehrkräfte in Pension gegangen sind. Neue Planstellen sind wegen des für 2026 geltenden Stellenmoratoriums nicht vorgesehen. Gleichzeitig steigt die Schülerzahl um fast 20.000 auf rund 1,8 Millionen. Zusätzliche, neue 1.500 Lehrerplanstellen sind erst für das kommende Schuljahr 2027/28 vorgesehen.

Kultusministerin Stolz spricht von einer stabilen Unterrichtsversorgung zum aktuellen Schulstart. Dazu habe auch die Bereitschaft zahlreicher Lehrkräfte beigetragen, ihr Stundenkontingent freiwillig aufzustocken. Stolz räumt aber ein, dass die Personallage wegen des Stellenmoratoriums angespannt bleibe, vor allem an Mittelschulen. Da seien die Lehrerzahlen weiterhin leicht rückläufig. "Leicht ist trotzdem dramatisch, weil sie jetzt seit Jahren zurückgehen", sagt die Ministerin. Positiv ist aus ihrer Sicht, dass bayernweit insgesamt rund 5.000 junge Menschen in den zweijährigen Vorbereitungsdienst starten.

Kritik am Stellenmoratorium

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) kritisiert das Stellenmoratorium. "Keine zusätzlichen Lehrkräfte bei mehr Schülern mit akutem Förderbedarf. Da braucht's schon Fantasie, um das 'stabil' zu nennen", sagt BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann. Ähnliche Kritik kommt von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Die Staatsregierung könne nicht mehr individuelle Förderung verlangen und den Schulen zugleich über ein Stellenmoratorium die Grundlage dafür entziehen, sagt die GEW-Landesvorsitzende Martina Borgendale. "Die PISA-Ergebnisse sind ein Weckruf – auch für Bayern", so Borgendale.

Erstklässler gehen in die Schule
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