Die Regionalliga-Reform bleibt das Streitthema im deutschen Amateurfußball. Auch dieses Mal drohen die Pläne zu scheitern. Im Interview mit BR24Sport hat der Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes, Christoph Kern, nun bekräftigt, dass Bayern bei der seit Jahren diskutierten Reform eine überstürzte Kompromisslösung ablehnt.
Kern zu Regionalliga-Reform: "Lässt sich nicht schnell, schnell lösen"
"Das lässt sich nicht schnell, schnell lösen", sagte Kern. "Ich hab von Anfang an gesagt, dass wir eine gesamtheitliche Betrachtung brauchen. Wir brauchen eine Betrachtung der Regionalligen, weil wir diesen großen Makel haben, dass der Meister nicht aufsteigt. Wir brauchen aber auch einen Blick in die 3. Liga, in die Wirtschaftlichkeit."
Anstoß der Reform ist der Umstand, dass nicht alle fünf Regionalliga-Meister automatisch aufsteigen. Denn in der 3. Liga gibt es nur vier Absteiger. Die Meister der Regionalliga West und Südwest steigen direkt auf, die beiden übrigen Aufstiegsplätze verteilen sich auf die Regionalligen Bayern, Nord und Nordost.
Kern fordert: "Müssen Lösungen erarbeiten"
Ein Meister aus Bayern, Nord und Nordost steigt nach einem jährlichen Rotationssystem direkt auf, den vierten Startplatz spielen die beiden übrigen Meister in Aufstiegsplayoffs mit Hin- und Rückspiel aus. So hatte Lok Leipzig jüngst zum dritten Mal als Meister der Nordost-Staffel den Aufstieg in Liga drei verpasst.
Ziel sei es jedoch, so Kern gegenüber BR24Sport, dass alle Vereine, die sich den Aufstieg sportlich sichern, auch aufsteigen können. "Wirtschaftliche Probleme, weil ein Verein in die vierte Liga absteigen muss, müsse verhindert werden", so der BFV-Präsident weiter. Um dieses Ziel zu erreichen, wollen sich die Beteiligten zusammensetzen: "Die Regionalliga-Träger werden sich mit dem DFB an einen Tisch setzen und wir müssen Lösungen erarbeiten."
Versuchte Regionalliga-Reform geplatzt
Mehr als 95 Prozent der Klubs in Deutschland streben beim Aufstiegsmodus in die 3. Liga eine Veränderung an. Doch auf eine gemeinsame Lösung konnten sie sich bisher nicht einigen. Die monatelang durch eine Expertengruppe vorbereitete Abstimmung war im Juni ohne einstimmiges Ergebnis ausgegangen.
Die Umsetzung einer Reform zur Saison 2028/2029 soll nur dann zum Tragen kommen, wenn sich die Vereine aller fünf Regionen jeweils für ein- und dasselbe vorgeschlagene Modell entscheiden.
Kern sah Scheitern voraus
Dass es keine Einigkeit gibt, hatte Kern damals nicht überrascht. "Das war genau so zu erwarten", befand Kern vor einigen Wochen. Einige Vereine hatten die Abstimmung schon im Vorfeld boykottiert.
Damit wollen sie ihren Unmut zur kurzfristigen Änderung der Rahmenbedingungen zum Ausdruck bringen. Denn vor der entscheidenden Abstimmung am Montag hatte es offenbar einen erneuten Eingriff in den Prozess gegeben.
Tabellenführung und Abstiegskampf, aktuelle Spielpaarungen, Ergebnisse und Liveticker, Torjägerlisten, Laufleistung- sowie Zweikampfstatistiken und noch viel mehr: Fußball im Ergebniscenter von BR24Sport.
