Was Uli Hoeneß sagt, ist Gesetz. So heißt es beim FC Bayern. Nicht selten lässt der Ehrenpräsident deshalb aufhorchen - vor allem dann, wenn es um Personalien geht. Unlängst hatte er sich zu den lange andauernden Verhandlungen zwischen dem Verein und Konrad Laimer geäußert: Laimer sei für die Mannschaft und für die Außendarstellung zwar extrem wichtig - er sei aber eben nicht Diego Maradona. "Und solche Spieler müssen akzeptieren, dass es Grenzen gibt", fügte Hoeneß hinzu. Zwei Sätze, die sitzen, die Sportvorstand Max Eberl aber nicht aus der Ruhe gebracht haben.
Ob Maradona oder nicht: Seit Montag ist klar, dass Laimer bei den Bayern bleibt, sein Vertrag wurde bis Sommer 2029 verlängert. Eberl und der FCB entschieden sich damit für Kontinuität, für einen verlässlichen Teamplayer und vor allem dafür, die bewährte Truppe zusammenzuhalten. Nicht für die sexieste Lösung auf dem Markt, aber für eine, die sich bewährt hat.
47 Spiele für FCB vergangene Saison
Laimer ist seit 2023 fixer Bestandteil der Bayern, der neben David Alaba prominenteste österreichische Import an die Isar. Er ist vielseitig, schnell, laufbereit und war in der Vorsaison absoluter Schlüsselspieler von Trainer Vincent Kompany - meistens als Außenverteidiger. Meist rechts, aber auch links: Auf Laimer war Verlass. Besonders im Zusammenspiel mit Michael Olise konnte der Österreicher glänzen.
Der in Salzburg geborene Laimer stand bisher in 136 Pflichtspielen für den FC Bayern auf dem Platz, kann sieben Tore und 19 Vorlagen vorweisen. Dass er in der vergangenen Double-Saison bei 47 Spielen zum Einsatz kam, zeugt von seiner Belastbarkeit. Bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko absolvierte er für die österreichische Nationalmannschaft alle Spiele über die komplette Spielzeit, im Sechzehntelfinale mussten sich die Österreicher dem späteren Weltmeister Spanien geschlagen geben.
Laimers Seite hatte finanzielle Forderungen gesenkt
Laimers Profil sprach schon früh dafür, dass es für den 29-Jährigen bei den Münchnern weitergehen sollte. Die Verhandlungen zogen sich trotzdem lange hin. Dass Laimer und der Verein am Ende zu einer Einigung gekommen sind, lag auch daran, dass die Spieler-Seite ihre finanziellen Forderungen senkte - vielleicht auch als Reaktion auf Hoeneß' Maradona-Vergleich.
Vermutlich entschieden sich die Münchner aber auch deshalb für die sichere und kostengünstigere Variante, weil sie bei Ismael Saibari und Nathaniel Brown schon tief in die Tasche greifen mussten und ein weiterer XXL-Transfer für eine Position, bei der es keinen dringenden Handlungsbedarf gibt, eben nicht drin gewesen wäre.
"Wunderwuzzi"-Fähigkeiten könnten schon bald wichtig werden
Die Planungen für die Defensive dürften mit Laimer jedenfalls abgeschlossen sein: Besonders auf der rechten Abwehrseite haben die Bayern eine Fülle an Alternativen, da neben Laimer und Josip Stanišić auch Brown dort einsetzbar ist, wie er bereits bei Eintracht Frankfurt unter Beweis gestellt hatte.
Dünner gesät ist im Gegensatz dazu das defensive Mittelfeld mit Tom Bischof, Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic. Joao Palhinha soll den FCB noch verlassen, wie es um Senegals Top-Talent Bara Spoko Ndiaye steht, ist noch unklar. Die offenen Fragen zeigen, dass Laimer auch im Mittelfeld gebraucht werden könnte. Und schon könnte sich die Vielseitigkeit des "Wunderwuzzis", wie sich Laimer einst scherzhaft selbst bezeichnete, bezahlt machen. "Es ist mir völlig egal, wo ich spiele, weil es mir einen Reiz gibt, wenn ich spiele."
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