Auch das ist die Regionalliga Bayern: In einem ereignisreichen Fußballspiel vor großartiger Kulisse hat sich der große Meisterschaftsfavorit TSV 1860 München ausgerechnet gegen die zweite Mannschaft des Erzrivalen FC Bayern München seine zweite Saisonniederlage abgeholt. Das 2:4 (1:3) tut den Löwen richtig weh. Dass die 15.000 Fans im Grünwalder Stadion - die meisten davon in Blau - ein regelrechtes Derby-Spektakel zu sehen bekamen, dürfte sie angesichts der unnötigen Niederlage kaum trösten.
Mang: "Noch nie das Grünwalder so laut erlebt"
Die Bayern waren die effizientere Mannschaft und hatten in Doppeltorschützen Anton Heinz (12., 40.) einen der Matchwinner in ihren Reihen. Auch Tim Binder (23.) und Artur Degraf (75.) trafen für den FCB II. Die Löwen ließen dagegen zu viele gute Chancen ungenutzt. Die Treffer von Cristian Leone (28.) und Emre Erdogan (51.) reichten nicht, um im Derby zu punkten.
"Das Ergebnis schmerzt, wir hatten uns so viel vorgenommen. Ganz Giesing hat auf diesen Tag gewartet. Das Stadion hat gebrannt, jeder wollte den Sieg. So laut habe ich das Grünwalder Stadion noch nie erlebt", sagte Präsident Gernot Mang in Blickpunkt Sport.
Turbulenter Start: 1860 vergibt, FCB II geht in Führung
Sportlich löste das Derby schon in der ersten Halbzeit alles ein, was sich die Fans davon versprochen hatten. Die Löwen, bei denen für den gelb-rot-gesperrten Lance Fiedler und Raphael Wach der Siegtorschütze gegen Bayreuth, Eric Uhlmann, sowie Moritz Seiffert in die Anfangsformation rückten, hatten die erste gute Torgelegenheit: Nach einem kapitalen Ballverlust der Bayern im Spielaufbau kam Florian Niederlechner frei vor dem Tor auf, scheiterte mit seinem Abschluss aber am glänzend reagierenden Keeper Jannis Bärtl.
Die "Roten" machten es fünf Minuten später auf der anderen Seite besser: Einen Bilderbuchkonter schloss Routinier Anton Heinz eiskalt ab - das 0:1 (12.). Das Derby war nun eröffnet. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch.
Video: Die Stimmen zum Spiel
Spielszene TSV 1860 München - FC Bayern München II
Offener Schlagabtausch schon in der ersten Halbzeit
In der 19. Minute waren wieder die Sechziger vorne. Mark Gevorgyan hatte Bärtl mit seinem Flachschuss schon überwunden, aber Verteidiger Cassiano Kiala rettete für seinen Keeper auf der Linie (19.). Auf der anderen Seite zeigten die "kleinen" Bayern, wie es besser geht: Nach einer Seitenverlagerung setzte Tim Binder an der Grundlinie zum Dribbling gegen Seiffert an, zog nach innen und schloss aus 16 Metern wuchtig ins linke untere Eck ab (23.). Unnötig, dass sich Binder für den provozierenden Torjubel vor den Löwenfans die Gelbe Karte abholt.
1860 schöpft Hoffnung - bis Heinz erneut trifft
Bis hierhin also eine hundertprozentige Chancenverwertung bei den Bayern und Chancenwucher bei den Löwen. Die meldeten sich aber in der 29. Minute zurück: Nach schöner Flanke von Gevorgyan hielt Cristian Leone den Fuß hin - der 1:2-Anschlusstreffer und neuer Mut für die "Blauen".
Michael Eberwein (31.) und Seiffert (35.) hatten vor der Pause noch weitere gute Chancen für die Heimmannschaft. Für die "Gäste" traf Bogdan Olychenko den Pfosten (33.), ehe erneut Heinz für das 3:1 sorgte: Aus 22 Metern zog er einfach mal ab und überraschte den zu weit vor dem Kasten stehenden Vitus Eicher, der in dieser Szene nicht gut aussah (40.).
Löwen drängen auf den Ausgleich - Rot für Dante
"Wir brauchen zu viele Chancen, um Tore zu erzielen", analysierte der verletzte 1860-Regisseur Tunay Deniz in der Pause im BR Fernsehen. Und es schien nach dem Wechsel genauso weiterzugehen. Konter und Torjubel bei den Bayern, als Noah Codjo-Evora zum vermeintlichen 4:1 traf. Doch die Fahne ging hoch. Abseits. Kein Treffer.
Diesmal die Löwen effizienter: Einen Kopfball des sträflich allein gelassenen Emre Erdogan konnte Raphael Pavlic nur noch ins eigene Tor lenken - der 2:3-Anschluss. Jetzt war richtig Feuer drin in diesem Derby, denn die Löwen, angestachelt von ihren Fans, drängten nun auf den Ausgleich. Unmittelbar nach dem 2:3 verpasste Leone die Riesenchance zum 3:3 (55.). Zu viel für FCB-Trainer Dante, der sich an der Seitenlinie zu sehr aufregte, offenbar einen Ball aufs Spielfeld warf und sich von Schiedsrichter Felix Wagner die Rote Karte abholte.
Rudelbildung und Vorentscheidung
Alles drin also in diesem Derby. Auch die obligatorische Rudelbildung, für die sich Löwe Dennis Dressel und Guido Della Rovere eine Verwarnung abholten (73.). Wer würde sich danach wieder schneller aufs Wesentliche konzentrieren können? Die Antwort gab's schnell: Ein Angriff über die linke Seite landete bei Artur Degraf, der nicht lange fackelte und auf 4:2 für die Bayern stellte (75.).
Die Vorentscheidung? Eigentlich konnten die Löwen einen Rückstand gegen die "Zweite" des Erzrivalen nicht auf sich sitzen lassen. Doch viel kam nicht mehr. So blieb es beim 2:4. Die Gelegenheit zur Revanche gibt es dann im Rückspiel an gleicher Stelle.
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TSV 1860 München - FC Bayern München II
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