Simon Jocher auf der Piste in Kitzbühel
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Simon Jocher in Kitzbühel
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Simon Jocher in Kitzbühel

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Die Streif ruft: Wie stehen die Chancen für die DSV-Speedfahrer?

Die Streif ruft: Wie stehen die Chancen für die DSV-Speedfahrer?

Die schnellste und gefährlichste Weltcupstation im Ski-Alpin steht an: Kitzbühel. Seit Thomas Dreßens Abfahrtssieg 2018 und Josef Ferstls Super-G-Triumph 2019 gab es keine deutschen Sieger mehr. Wie stehen dieses Jahr die Chancen für das DSV-Team?

Über dieses Thema berichtet: BR24Sport am .

Die Speedspezialisten sind am Freitag und Samstag auf der legendären Streif am Hahnenkamm gefordert. Die Techniker fahren am Sonntag am Ganslernhang um den Sieg.

So läuft das Wochenende:

Eine Abfahrt mit Legendenstatus

Die Streif ruft! Am Wochenende werden sich auf der legendären Hahnenkammabfahrt die besten Skifahrer der Welt messen. Sie müssen Mausefalle, Steilhang und Hausbergkante meistern, wo sie Geschwindigkeiten bis zu 150 km/h erreichen können. Die goldene Generation des deutschen Speed-Teams ist nun schon einige Jahre her. Dieses Mal werden sich nur drei DSV-Fahrer die Streif hinunterstürzen.

Für den DSV sind nominiert:

  • Romed Baumann (WSV Kiefersfelden)
  • Simon Jocher (SC Garmisch)
  • Luis Vogt (SC Garmisch)

Podestchancen für DSV-Fahrer in weiter Ferne

Acht Jahre nachdem Thomas Dreßen die legendäre Streif bezwungen hatte, sehen die Chancen für die deutschen Speedfahrer ganz anders aus. Zu den Favoriten zählen sie nicht mehr, in den vergangenen 38 Speed-Rennen fuhren die DSV-Athleten nur zweimal in die Top-Ten.

Dementsprechend sind die Erwartungen von Chefcoach Christian Schwaiger bescheiden: "Einen Platz unter den Top 15 möchte ich auf alle Fälle sehen. Und wenn ein Platz in den Top-Ten herausspringt, dann bin ich happy. Das muss unser Ziel sein."

Die Sieger von damals, Dreßen und Ferstl, haben mittlerweile ihre Karrieren beendet. Abfahrts-Vizeweltmeister Andreas Sander, der bei Dreßens Streif-Sieg knapp am Podest vorbeischrammte, fehlt schon den zweiten Winter wegen einer schweren Zellerkrankung.

Jocher mit Ultraschall im Gepäck

So ruhen die deutschen Hoffnungen auf den Oberbayern Simon Jocher und Romed Baumann. Auch der gebürtige Schongauer Jocher wurde in der jüngsten Vergangenheit immer wieder von Verletzungen geplagt, wie etwa an der Bandscheibe und am Fuß.

"Ich habe mittlerweile nicht mehr nur noch Klamotten in meiner Reisetasche, sondern auch einen Ultraschall für meine Ferse und andere Utensilien, um meinen Rücken zu pflegen", teilte der 29-Jährige. Trotzdem konnte der Oberbayer kürzlich seine gute Form beweisen. Beim Super-G in Livigno vor dem Jahreswechsel fuhr er auf Platz fünf.

Routinier Baumann hofft auf Weltcuppunkte

Sein Teamkollege Romed Baumann kann sich seine langjährige Erfahrung auf der gnadenlosen Streif zunutze machen: Bereits 32 Mal wagte der 40-Jährige vom WSV Kiefersfelden die gefährliche Abfahrt.

Podesthoffnungen kann aber auch er sich nicht machen: Im Spätherbst seiner Karriere konnte er diesen Winter erst bei drei Weltcup-Stopps in die Punkte fahren; Platz 22 bei der Abfahrt in Beaver Creek und die Plätze 17 (Super-G) und 19 (Abfahrt) in Gröden. Die Olympia-Norm verpasste er außerdem deutlich.

Vogt lebt auf großem Fuß

Der deutlich jüngere Luis Vogt, der auch in Gröden Weltcuppunkte sammeln konnte, komplettiert das deutsche Trio für Kitzbühel. Neben Mausefalle und Hausbergkante hat er aber noch ganz andere Sorgen: seine Schuhe. Der 23-Jährige hat Schuhgröße 50, Rennstiefel werden aber nur bis Größe 48 hergestellt. Für Sonderanfertigungen ist der Garmisch-Partenkirchner noch nicht schnell und prominent genug. So muss sich Vogt also weiter in die sowieso schon engen Rennstiefel zwängen.