14.06.2026, USA, Houston: Fußball, Männer: WM, Deutschland - Curaçao, Vorrunde, Gruppe E, 1. Spieltag, Houston-Stadion, Die Spieler der deutschen Nationalmannschaft bedanken sich bei den Zuschauern nach dem Spiel. ACHTUNG: Gemäß den Auflagen der FIFA dürfen die Bilder ausschließlich zur redaktionellen Verwendung genutzt werden. Eine kommerzielle Nutzung ist ausgeschlossen. Zudem dürfen keine videoähnlichen Sequenzen erstellt werden, und es dürfen keine Veränderungen weder im Vordergrund noch im Hintergrund am Bild vorgenommen werden. Foto: Tom Weller/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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"Stilles Wasser" statt "saufen": Kimmichs Rezept für Teamgeist

"Stilles Wasser" statt "saufen": Kimmichs Rezept für Teamgeist

Joshua Kimmich hat den Teamgeist in der deutschen Nationalmannschaft gelobt. Der Kapitän der DFB-Elf sieht die Mannschaft auf einem guten Weg, verteidigt Leroy Sané und warnt vor zu viel Euphorie: "Die echten Prüfsteine kommen noch".

Über dieses Thema berichtet: BR24Sport am .

Joshua Kimmich hat in seiner Nationalmannschaftskarriere schon viel erlebt. 111 Spiele hat er im Trikot des DFB-Teams schon bestritten und ist nun bei seinem sechsten großen Turnier am Start – als Kapitän. Der Spieler des FC Bayern hat schon viel erlebt in seiner Karriere, gute Turniere, wie die EM 2016 und die EM 2024 – aber auch einige Misserfolge. Besonders seine bisherigen WM-Teilnahmen 2018 und 2022, die jeweils in der Vorrunde endeten, blieben weit hinter den Erwartungen zurück.

"Saufen und super" - Kimmich widerspricht Experten

Nun wagt er einen neuen Anlauf – mit einer neuen Generation, in der er als Führungsspieler vorangeht, als einer, der schon fast alles im Fußball mitgemacht hat. Und so einer hat natürlich ein Gefühl für Dynamiken in einer Mannschaft – und weiß, wie eine funktionierende Einheit entstehen kann. Von den Anekdoten der vorletzten Weltmeister-Generation hält er dabei nicht allzu viel: "Viele Experten sagen, dass sie früher zusammen einen saufen waren und danach war dann alles super. Daran glaube ich nicht", sagte Kimmich, der sich – ganz der Kapitän – an seinem freien Tag den Fragen der Pressevertreter stellte.

Sonderlob für Sané und Musiala

Er glaube, dass die Zeit, die das Team gemeinsam neben dem Platz verbringt, deutlich weniger wichtig für das Mannschaftsgefüge sei, als die 90 Minuten, die man zusammen auf dem Platz verbringt: "Ich glaube, dass eine Familie vor allen Dingen auf dem Platz entsteht. Durch Siege, durch positive Momente", so Kimmich und stellt exemplarisch Jamal Musiala heraus: "Positive Momente, wie Jamal viele hatte, wo er 30 Meter zurückarbeitet und dem Gegner den Ball klaut. Das ist für uns sehr wichtig." Auch der viel kritisierte Leroy Sané bekam ein Sonderlob: "Er war ja bei mir auf der Seite, war extrem engagiert, hat mich nie alleine gelassen, ist immer mit zurückgesprintet." Ich verstehe die Kritik wirklich nicht."

Anhand dieser beiden Beispiele kommt Kimmich zu der Diagnose, dass diese Mannschaft alles andere als verkehrt ist: "Wenn auch die Offensivspieler nach hinten arbeiten, Bälle gewinnen, Spaß daran haben, unser Tor zu verteidigen. Dann sind wir auf einem guten Weg, eine Familie zu werden." Und dieses Familiengefühl dürfe dann freilich nach Abpfiff weiter gepflegt werden: "Wenn du auf dem Platz alles reinhaust, kannst du es am Abend verstärken, wenn du dann zusammen ein stilles Wasser miteinander trinkst", meinte Kimmich mit einem Augenzwinkern.

Kimmich warnt vor "Prüfsteinen"

Euphorisch, das kann man von jemandem, der so viele negative WM-Erlebnisse hinter sich hat, auch nicht erwarten, ist Kimmich allerdings nicht: "Es ist jetzt nicht so, dass jeden Tag Friede, Freude Eierkuchen ist. Das muss es auch gar nicht sein. Aber man hat das Gefühl, dass wir uns gut miteinander verstehen." Fazit des Kapitäns: "Wir sind eine gute Gruppe, wir haben Bock auf Fußball, wir haben Bock, Spiele zu gewinnen."

Auch die Einschätzung des spektakulären 7:1-Starts des DFB-Teams gegen Curacao fällt daher auch durchaus rational aus: "Es war ein Sieg, der erwartet wurde. Von außen und von uns selbst. Es war ein Sieg, der überzeugend war. Wir haben jetzt im Turnier gesehen, dass man gegen einen unterlegenen Gegner auch Probleme bekommen kann", so Kimmich und fügt an: "Wir haben das erste Spiel gemacht, gegen einen Gegner, der nicht Weltklasseniveau hat. Es werden noch Prüfsteine kommen, wo wir sehen werden, wo wir stehen."

Kimmich vergleicht Diomande mit Coman

Ein solcher Prüfstein wartet am Samstag, 22 Uhr, mit der Elfenbeinküste, die ihren Turnierauftakt gegen Ecuador mit 1:0 gewinnen konnte. Star der Mannschaft ist der 19-jährige Yan Diomande von RB Leipzig, dem Kimmich eine Ähnlichkeit zu Kingsley Coman attestiert: "Er hat so ein Start-Stopp-Dribbling, so wie Kingsley früher, wo er extrem beschleunigt, dann den Gegner ausbremst, um dann wieder zu beschleunigen. Er hat ein sehr krasses Tempo. Aber sie haben auch andere sehr gute Spieler."

Für Kimmich ist gegen die Elfenbeinküste, die stark im Umschaltspiel ist, vor allen Dingen die Absicherung wichtig: "Wir müssen immer hellwach sein. Wenn du den Raum hinter dir verteidigen musst mit 50, 60 Meter und mit dem Kopf nicht bei der Sache bist, kann es schon unangenehm werden im Wettrennen. Deswegen ist es wichtig, die Dinge früher zu lösen und viel miteinander zu kommunizieren." Wenn das klappt und die Offensivspieler auch ihre Aufgaben in der Defensive erledigen, dann wird Kimmich seinen Teamkollegen vermutlich das eine oder andere stille Wasser spendieren.

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