Der TSV 1860 München hat am Samstag mit dem 4:0 gegen die SpVgg Ansbach seinen höchsten Saisonsieg gefeiert. Mit dem Dreier am letzten Wiesn-Wochenende ist das Team von Trainer Alper Kayabunar auch in der Tabelle wieder ordentlich geklettert, von Rang sieben ging es vor auf Platz vier, mit nur noch sieben Punkten Rückstand auf den Tabellenersten aus Buchbach.
Für Florian Niederlechner, am Samstag wegen des Ausfalls von Dennis Dressel Kapitän der Löwen, war das Grund genug, um dem ganzen Team eine Wiesn-Freigabe zu erteilen: "Da darf jeder heute oder morgen noch auf die Wiesn gehen und eine Maß trinken. Das haben wir uns verdient."
Trainer spricht Machtwort
Löwen-Trainer Kayabunar bremste seinen Kapitän im BR-Interview aber direkt wieder aus: "Das letzte Wort habe immer noch ich. Die können heute Abend ein bisschen rausgehen, aber in der Früh ist wieder Training." Es ist nur eine kleine Randnotiz, zeigt aber den Führungsstil des Trainers. Der Löwen-Coach bremst die Euphorie und ruft direkt wieder zum Fokus auf die nächste Herausforderung in der Liga auf.
So ruhte sich Kayabunar nach dem 4:0-Sieg auch nicht auf dem guten Ergebnis aus, sondern wusste genau einzuordnen, dass nicht alles gut war an diesem Spiel: "Mit der zweiten Halbzeit waren wir zufrieden, mit der ersten nicht. Das haben wir auch ganz klar angesprochen in der Halbzeitpause, da wurde es auch ein bisschen lauter."
Kayabunar genau der Richtige für die Löwen?
Der Draht zur Mannschaft scheint zu stimmen und die taktischen Maßnahmen von Kayabunar funktionieren, denn nach der Ansage in der Kabine präsentierte sich sein Team gegen Ansbach von einer ganz anderen Seite und dominierte die Partie klar.
Kayabunar ist erst seit Sommer 2025 beim TSV 1860 München tätig. In der kurzen Zeit hat er bei den Löwen aber schon viel erlebt, die wahrscheinlich turbulentesten Monate seit langem im Verein: Angefangen mit der großen Euphorie vergangenen Sommer nach den Transfer-Coups um Kevin Volland und Florian Niederlechner, die damit verbundenen Träume vom Aufstieg in Liga zwei und dann der große Knall, Zwangsabstieg und Neustart in der Regionalliga Bayern.
Anfang eines dauerhaften Aufwärtstrends?
Der 40-Jährige weiß also auch, wie schnell nach Siegen, wie dem gegen Ansbach am Samstag, Euphorie im Verein entsteht. Dem Coach ist aber auch bewusst, dass erst zwölf Spieltage gespielt sind, sein komplett neu zusammengewürfeltes Team immer noch nicht in absoluter Topform ist und der Wiederaufstieg in die 3. Liga kein Spaziergang wird. Daher hat er sich bisher mit klaren Aufstiegsansagen auch zurückgehalten.
Kayabunar scheint dem Klub mit seiner unaufgeregten und klaren Art gut zu tun. Er tendiert eben nicht zur ungebremsten Euphorie, verfällt nicht in Lobeshymnen, bleibt in Interviews meist sachlich und nüchtern und lenkt den Fokus immer wieder auf die nächste Herausforderung oder wie am Samstag auf das nächste Training. Vielleicht tut dem Verein genau so eine Persönlichkeit gerade gut, um tatsächlich dauerhaft wieder in die Erfolgsspur zu kommen.
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