Das DFB-Pokal-Viertelfinale zwischen dem FC Bayern München und RB Leipzig am Mittwoch kann stattfinden – trotz des angekündigten ÖPNV-Streiks. Das hat der FC Bayern am Montagnachmittag bestätigt. Der BR hatte bereits zuvor berichtet. Wegen eines großen Warnstreiks, den die Gewerkschaft Verdi im kommunalen Nahverkehr auch für München ausgerufen hat, stand das Spiel auf der Kippe.
Der FC Bayern teilte mit: Dass das Spiel nun doch stattfinden könne, sei "das Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen aller Beteiligten, insbesondere der Münchner Verkehrsgesellschaft MVG und der Polizei".
Rund 75.000 Fans werden im Stadion erwartet
Am Mittwochabend werden sich etwa 75.000 Fußballfans auf den Weg in die Allianz Arena in München-Fröttmaning aufmachen. Gleichzeitig sollen Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen nicht oder deutlich seltener als gewöhnlich fahren. Anpfiff ist um 20.45 Uhr.
Jan-Christian Dreesen, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern hatte sich noch am Sonntagabend skeptisch geäußert, ob die Anfahrt und Abfahrt zum Stadion gewährleistet werden könne: "Wir können das nicht ersetzen, und wir müssen schauen, ob wir gemeinsam, MVG (Münchner Verkehrsgesellschaft, d. Red.) und der FC Bayern, zumindest für die Fans eine Linderung schaffen." Diese Lösung wurde nun in einer gemeinsamen Gesprächsrunde gefunden.
MVG kündigt Sonderzüge nach Fröttmaning an
Wie die MVG bekanntgegeben hat, werden zwischen 17:30 Uhr und Betriebsschluss im Abschnitt Marienplatz bis Fröttmaning U-Bahnen fahren. Zustiege an den Haltestellen unterwegs seien möglich. Mit der begrenzten Anzahl an Mitarbeitern im Fahrdienst, in der Leitstelle und im Aufsichtsdienst, sei zwar kein vollständiger Betrieb einzelner Linien möglich. "Die MVG kann aber Sonderfahrten zur An- und Abreise des Fußballspiels in der üblichen Kapazität anbieten."
Das bedeutet: Im übrigen Netz bleibt die U-Bahn außer Betrieb. Zudem verweist die MVG auf den "Bustransfer von der S-Bahnhaltestelle Donnersbergerbrücke" Dieser stehe ab 16:30 Uhr zur Verfügung und werde zusätzlich verstärkt. "Die Busse fahren nicht direkt zur Allianz Arena, sondern zum Kieferngarten. Von dort ist die Allianz Arena fußläufig über die Kieferngartenstraße erreichbar."
"Nach dem Spiel fahren die Busse bei Bedarf vom Kieferngarten auf direktem Weg zum Karlsplatz (Stachus) und halten vor dem ehemaligen Kaufhaus", heißt es weiter von der MVG. "Von dort sind die Innenstadt und der Hauptbahnhof zu Fuß erreichbar." Die MVG empfiehlt grundsätzlich eine frühzeitige Anreise. Und: "Die Fahrgäste und Fußballfans werden um Geduld und gegenseitige Rücksichtnahme gebeten."
Laut FC Bayern zusätzliche Shuttle-Busse vom Campus-Gelände
Der FC Bayern kündigte zusätzlich zum Betrieb der MVG Shuttle-Busse vom Parkplatz des nahe des Fröttmaninger Stadions gelegenen FC Bayern Campus an.
Warnstreik betrifft weitere bayerische Städte
Verdi hat zu einem großen Streik im Nahverkehr aufgerufen. Neben den Beschäftigten im Münchner ÖPNV wird zudem die Belegschaft in Nürnberg, Bayreuth, Passau und Dachau zum Warnstreik aufgerufen. Die Aktionen laufen ganztägig. Fahrgäste müssen sich teils auf erhebliche Einschränkungen einstellen. In allen drei Kommunen sind aber auch Anbieter von privaten Unternehmen unterwegs. Bei ihnen darf nicht gestreikt werden, weil sie einen anderen oder gar keinen Tarifvertrag haben.
Die Kommunen könnten entsprechend gegensteuern. Am Freitag ist der nächste Verhandlungstermin mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern. Dort stößt der Streiktag auf erhebliche Kritik. Man habe der Gewerkschaft schon beim ersten Mal ein Angebot unterbreitet. Die Eskalation jetzt vor dem zweiten Treffen sei völlig unverständlich und belaste die Bevölkerung. Die Gewerkschaft wiederum verteidigt die weiteren Warnstreiks und wirft den Arbeitgebern eine Blockadehaltung vor. Das Fahrpersonal sei kein Sparschwein, so Sinan Öztürk, Vizevorsitzender von Verdi Bayern.
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