Das 1:1 des TSV 1860 München gegen Waldhof Mannheim war eigentlich zu wenig im Aufstiegsrennen in der 3. Liga. Ein Sieg hätte den Löwen deutlich mehr geholfen. Doch vielleicht ist gerade dieser eine Punkt entscheidend. Trainer Markus Kauczinski ließ am Tag nach dem Spiel in "Blickpunkt Sport" jedenfalls keinen Zweifel: Er hat den Aufstieg noch lange nicht abgehakt.
Kauczinski schielt auf den Relegationsplatz
Sieben Spiele sind noch zu gehen, 21 Punkte zu vergeben, weiß auch Kauczinski. "Es wird auch andere Mannschaften geben, die noch schwächeln. Wir haben nicht den ersten Platz im Auge, aber der dritte Platz ist vielleicht noch möglich." Vom Relegationsplatz trennen die Sechzger nach dem Punktgewinn gestern schon sieben Zähler. Vor dem Spieltag waren es nur fünf Punkte Rückstand gewesen. Die Aufstiegssituation hat sich also nicht verbessert.
Für Kauczinski ist das aber kein Grund zu klagen: "Wir rennen die ganze Zeit schon hinterher", erinnert der Trainer an den Saisonverlauf der Münchner Löwen. Nach dem fünften Spieltag stand man zuletzt auf einem Aufstiegsplatz. Danach folgte der freie Fall bis auf Rang 13, auf dem Kauczinski im Oktober des vergangenen Jahres übernahm. "Als ich angefangen habe, waren wir eigentlich schon weg und haben das Ganze mit dem Fernglas gesehen", erklärt der 56-Jährige im BR-Fernsehen.
Direkte Duelle gegen die Aufstiegskonkurrenz machen Hoffnung
Unter Kauczinski hat die Mannschaft bisher nur fünfmal in der 3. Liga verloren. Dank einer fünf Spiele andauernden Siegesserie im Februar mischt der TSV überhaupt noch mit. Der gebürtige Gelsenkirchener zieht aus diesen Ergebnissen seinen Glauben an den Aufstieg. "Wir haben schonmal gezeigt, dass wir die Spiele gewinnen können und wieso soll uns das nicht nochmal gelingen?" Zumal der Spielplan auch noch Partien gegen die direkte Konkurrenz aus Cottbus und Verl und ansonsten ein tabellarisch machbares Restprogramm vorsieht.
Gegen die Lausitzer geht es schon am Dienstag in der englischen Woche (ab 19 Uhr im BR24Sport-Liveticker). Für Kauczinski "ein Spitzenspiel, wo man sich gegenseitig die Punkte wegnimmt". Gleiches gilt auch für das Aufeinandertreffen mit den Verlern am letzten Spieltag, das Kauczinski in der Sendung schon vorzeitig als "Endspiel" ausruft.
Bringt die Außenseiterrolle den Aufstieg?
Trotzdem ist Kauczinski klar, das sein Team nicht der Favorit auf den Aufstieg ist. "Es ist vielleicht nur noch ein Außenseiter-Ding, aber Außenseiter haben schonmal gewonnen und wieso sollen wir nicht eine Serie starten? Wir werden darum kämpfen", verspricht der Trainer und ergänzt mit noch mehr Pathos: "Wir werden dafür leben und wir werden dafür alles geben."
Kauczinski weiß, wie man aufsteigt. Mit dem Karlsruher SC und Wehen Wiesbaden schaffte er den Sprung in die 2. Fußball-Bundesliga. Mit dem KSC klopfte er sogar ans Tor zur Bundesliga, scheiterte in der Relegation aber dramatisch am Hamburger SV. Der Übungsleiter weiß also, worauf es im Schlussspurt ankommt. "Es geht nur um den Fokus auf die Leistung und auf den Punkt da zu sein. Das habe ich gelernt zu vermitteln."
Kauczinski und das Löwen-Tattoo: "Ich würde dafür alles tun"
Sollte Kauczinski und seiner Mannschaft doch noch der Aufstieg gelingen, würde er sich sogar ein Tattoo stechen lassen, hatte der Trainer jüngst in einem Interview erklärt. "Ich fand es zu billig, zu sagen, 'ich mache es nicht'. Ich würde dafür alles tun. Wir spielen deshalb nicht besser, aber ich wollte einfach ein Zeichen setzen", ordnet Kauczinski seine Aussagen in "Blickpunkt Sport" rückblickend ein. Er sei "kein Tattoo-Freund, aber dafür würde ich es machen".
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