Der FC Bayern befindet sich auf einem Höhenflug, die deutlichen Siege in der Champions League gegen Atalanta Bergamo zuletzt haben das aufs Neue bestätigt. Der Traum vom Triple scheint realistisch zu sein - doch die Verantwortlichen im Klub sind da eher vorsichtig.
Kompany will kein Déjà-vu von letzter Saison
Denn in der Vorsaison zu dieser Zeit gab es ein ähnliches Bild, die Münchner hatten im Champions-League-Achtelfinale gerade Bayer Leverkusen deklassiert. Vincent Kompany erinnert sich noch gut daran, wie er sich auf den Saisonendspurt gefreut hatte. "Letztes Jahr haben Christoph (Freund, Anm. d. Red.) und ich High Five gemacht: Top, alle sind fit! Jetzt dürfen wir eine Woche bisschen Pause machen und dann geht’s richtig los. Und auf einmal waren vier Spieler weg", sagte der Belgier in der Presserunde vor der Bundesliga-Partie gegen Union Berlin.
Beim FC Bayern wünscht sich niemand ein Déjà-vu. Vor einem Jahr gingen die Spieler fit in die Länderspielpause, doch vier Spieler kamen verletzt wieder, zwei davon schwer. Der Kanadier Alphonso Davies hatte sich beim CONCACAF-Nations-League-Spiel gegen die USA in der 12. Minute einen Kreuzbandriss zugezogen.
Max Eberl: Ausfälle haben "sehr, sehr wehgetan"
Dayot Upamecano musste beim Nations-League-Viertelfinale mit Frankreich gegen Kroatien in die Verlängerung. 120 Minuten waren zu viel. Er kam mit einem Knorpelschaden im linken Knie zurück an die Isar. Beide Spieler fielen für den Rest der Spielzeit aus, Davies musste fast neun Monate pausieren. Weiteres Verletzungspech in der so wichtigen Saisonendphase zerstörten den Münchner Traum vom Champions-League-Titel.
"Das hat uns damals sehr, sehr, sehr wehgetan. Jetzt hoffen wir, dass die Jungs gesund zurückkommen, wenn sie zur Nationalelf gehen. Und wenn wir dann die Jungs da haben, dann habe ich ein richtig gutes Gefühl, um in diese wirklich fantastischen Wochen zu gehen", sagte Sportvorstand Max Eberl nach dem 4:1-Sieg über Atalanta Bergamo der "Bild".
Kompany: "Ein großer Unterschied zu letztem Jahr"
Auch Coach Kompany hat Hoffnung: "Es gibt einen großen Unterschied zu letztem Jahr: Letztes Jahr waren es alles Pflichtspiele, wogegen es jetzt alles Freundschaftsspiele sind. Viele Bundestrainer haben schon entschieden, dass die Spieler wahrscheinlich keine zwei Spiele machen. Das ändert viel."
Denn im Hinblick auf die Weltmeisterschaft im Sommer ist es natürlich nicht nur im Interesse der Vereine, sondern auch der Bundestrainer, dass die Spieler fit bleiben. Aber auch in Freundschaftsspielen haben sich schon Spieler verletzt, Kompany sei in regem Austausch mit den Trainern der Nationalmannschaften und hoffe das Beste.
Dreesen: Zurück in den Flow finden
Neben der Verletzungsgefahr ist der Zeitpunkt der Länderspielpause auch nicht optimal, wie Vorstandschef Jan-Christian Dreesen anmerkt. Gerade sei das Team "im Flow", an die englischen Wochen habe man sich gewöhnt und könne so weitermachen. "Das ist jetzt leider nicht der Fall. Wir hoffen natürlich erst einmal, dass alle gesund aus dieser Länderspielpause auch wieder zurückkehren. Und wir müssen dann den Rhythmus wiederfinden."
Schnell zurück in den Flow finden, das wäre enorm wichtig im Hinblick auf das anstehende Programm im Verein. Mit dem Champions-League-Achtelfinale Anfang April steht nicht nur die wichtigste Phase der Saison vor der Tür, sondern mit Real Madrid auch einer der schwierigsten Gegner Europas. Außerdem will der FC Bayern endlich die seit Juli 2012 andauernde Sieglos-Serie gegen die spanische Top-Mannschaft beenden.
Coach Kompany ist sich bewusst, dass er Verletzungen in der Länderspielpause "nicht im Griff" habe. Aber er hofft, dass dieses Jahr "für uns alles gut läuft."
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