Die Biathletin Franziska Preuß vom SC Haag hat das Ende ihrer erfolgreichen Karriere angekündigt. "Nach dieser Saison ist definitiv Schluss", sagte Deutschlands Sportlerin des Jahres am Freitag in einer virtuellen Medienrunde. Ob sie unmittelbar nach den Olympischen Spielen in Antholz bereits aufhört oder das letzte Weltcup-Trimester noch mitnimmt, ließ die Gesamtweltcupsiegerin offen. Es habe sich in den vergangenen Wochen so entwickelt, dass sie "fein" mit der Entscheidung sei.
Preuß hat noch Olympia-Rechnung offen
Bereits am letzten Weltcup-Wochenende vor Olympia in Nove Mesto hatte sie in der ARD Sportschau angekündigt, dass das "vielleicht" ihr letztes Weltcup-Wochenende überhaupt war. In der vorherigen Saison hatte sich Preuß, die in der Vergangenheit immer wieder von Krankheiten zurückgeworfen worden war, mit dem Gewinn der großen Kristallkugel sowie von WM-Gold in der Verfolgung gleich mehrere Träume erfüllt. Entscheidend dafür laut eigener Aussage: eine Nasennebenhöhlen-Operation, die viele gesundheitliche Probleme vergessen machte.
Mit den Olympischen Winterspielen hat sie dagegen noch eine Rechnung offen, bislang nur eine Bronzemedaille mit der Staffel auf dem Konto. Auch hier soll jetzt Edelmetall in einem Einzelrennen her. Doch der Winter lief bislang nicht nach Plan, vor dem Saisonhöhepunkt erreichte sie nur einmal das Podest.
Erfahrene Biathletin hinterlässt Lücke im deutschen Team
"Diese Gelassenheit ist nicht ganz so da, wie ich es gerne hätte", erklärte Preuß: "Dafür gibt es mehrere Gründe. Der Sommer war nicht ganz so reibungsfrei. Erst die Schulter-Probleme, dann die Handoperation. Das zieht einem peu à peu Energie. Ich habe mich immer wieder aufraffen können und war auch motiviert. Vor der Saison war ich auch locker, dann war wieder der Fall mit der Infektion im Dezember, wo man zurückgeworfen wird. Seitdem tue ich mich nicht mehr so leicht, in diesen Flow zu kommen."
Trotzdem ist sie die glänzende Athletin im deutschen Team. Sie wird nicht so leicht zu ersetzen sein. Denn als elfmalige WM-Medaillengewinnerin geht sie voran und ist die erfahrenste Athletin im Team von Bundestrainer Kristian Mehringer. Schon 2013 feierte sie ihr Debüt im Weltcup, nachdem sie im Jahr zuvor vier Goldmedaillen bei den Olympischen Jugend-Winterspielen in Innsbruck gewonnen hatte.
