Symbolbild: Full Self-Driving (Supervised) Probefahrt mit dem Autonomen FSD-Tesla Model 3 Elektroauto ohne Fahrereingriff am 24.03.2026 durch die engen Straßen der Innenstadt von München.
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Werden durch München bald Fahrdienste mit autonomen Autos fahren?
Bildrechte: picture alliance / M.i.S. | Bernd Feil
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Werden durch München bald Fahrdienste mit autonomen Autos fahren?

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Ohne Fahrer: Wie weit ist die Vision vom Robotaxi in Bayern?

Ohne Fahrer: Wie weit ist die Vision vom Robotaxi in Bayern?

Eine Software, die jedes Auto autonom macht: So etwas verspricht Uber bald in München zu testen. Welche Technik dahintersteckt, warum gerade hier getestet wird und wo der Plan an seine Grenzen stoßen könnte.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Der Fahrdienstleister Uber hat vor wenigen Tagen eine Technikinnovation mit Launch-Standort Bayern angekündigt: Uber will mit dem israelischen KI-Unternehmen Autobrains ein gemeinsames Projekt starten. Eine Flotte von vollautomatischen Fahrzeugen, also ohne Fahrer, mit sogenannten Level 4 Systemen, soll Uber-Nutzerinnen und -Nutzer bald durch München kutschieren.

Grundsätzlich gibt es bei automatisierten Fahrzeugen fünf Level: Von Level 1, dem Fahrzeug mit Tempomat, über Level 4, dem vollautomatisierten Fahren, bei dem das Fahrzeug in wenigen Ausnahmesituationen am Straßenrand anhält und menschliche Unterstützung braucht. Erst bei Level 5 spricht man von autonomen Fahrzeugen, bei denen der Mensch keinerlei Aufgaben mehr hat.

Das Besondere bei Ubers Projekt: Es geht um eine Software, die unabhängig von der Automarke autonomes Fahren ermöglichen soll.

Eine Software für alle – egal ob VW, Toyota oder Opel

"Das ist nicht ganz trivial", sagt Johannes Betz, Professor für Autonome Fahrzeugsysteme an der Technischen Universität München (TUM). Er erklärt die sogenannte agnostische - also von der Fahrzeugmarke unabhängige - Software so: Wie bei einem Smartphone beinhaltet sie verschiedene Apps, die miteinander kommunizieren. Eine kümmert sich um die Kamera, die andere um die Geschwindigkeitsbegrenzung und noch eine um die Fahrspur. Am Ende entstehen daraus Befehle. Wann wird gebremst, gelenkt oder beschleunigt? Anders als bei individuellen autonomen Systemen, verspricht Autobrains ein Konzept für alle Fahrzeugsysteme.

Funktioniert das? Der TUM-Professor ist skeptisch: Ein Mini Cooper und ein Mercedes Benz hätten nicht nur unterschiedliche Maße, sondern auch unterschiedliche Fahrsysteme. Aber: "Wenn das einer schafft, diese Software so aufzubauen, dann ist das ein Multimilliardenbusiness. Es kann aber auch sein, dass das komplett in die Hose geht."

Autonomes Fahren: Wie weit sind andere Hersteller?

Zuletzt hätten BMW und Mercedes mit ihren Individuallösungen einen Schritt zurück machen müssen, erklärt Betz. Die beiden Hersteller hatten Fahrzeuge mit sogenannten Level 3 Funktionen auf den Markt gebracht, also hochautomatisiertes Fahren – und wieder eingestellt. "Weil sie diese Software nicht skalierungsfähig hinbekommen haben und beide gehen jetzt Partnerschaften ein, zum Beispiel mit der Firma Nvidia", so Betz. Auch Audi bietet aktuell nur Fahrerassistenzsysteme der Stufe Level 2 an.

VW testet in Hamburg einen autonomen Mobilitätsdienst mit dem Volkswagen ID.Buzz AD. In den USA sind bereits Robotaxis der Google-Tochter Waymo in mehreren Städten im Einsatz – mit Erfolg. Aber: "Die Firma hat dafür knapp 15 Jahre gebraucht und hat bestimmt 20 Milliarden investiert", gibt Betz zu bedenken.

Uber will schon ab 2027 autonome Fahrten anbieten

Das Projekt des israelischen KI-Unternehmens Autobrains basiert auf Technologie des Chipgiganten Nvidia. Die Herausforderung für Autohersteller bestehe nicht nur darin, autonome Fahrzeuge zu bauen, schreibt Uber in einer Pressemitteilung: "Es geht darum, sie in ein kommerzielles Netzwerk zu integrieren."

Losgehen soll es für Fahrgäste schon Anfang 2027, teilt Uber auf BR24-Anfrage mit. Fahrten seien dann in "repräsentativen" Gebieten möglich: "etwa auf Strecken von unserem Büro am Olympiapark in die Innenstadt, vom Flughafen in die Innenstadt oder innerhalb der gesamten Innenstadt, wo es viele Radfahrer und Straßenbahnen gibt."

München und Uber: Warum die Landeshauptstadt?

Mit der autonomen Flotte, die Uber ankündigt hat, steht für München schon das zweite Projekt für fahrerlose Mobilität an. Uber testet in der Region bereits autonomes Fahren mit dem chinesischen Technologiekonzern Momenta.

Die aktuellen Pläne sind bei der Landeshauptstadt jedoch noch nicht angekommen. Das Mobilitätsreferat teilt auf Anfrage mit, bisher sei kein Antrag auf Genehmigung der Robotaxis eingegangen. Zusätzlich zum Antrag bei der Stadt braucht Uber eine Genehmigung des Kraftfahrtbundesamts und der Landesbaudirektion.

In München beschäftige man sich jedoch bereits seit mehreren Jahren mit autonomer Mobilität und sei "vorbereitet", schreibt das Mobilitätsreferat. "Da passiert relativ viel", sagt auch Professor Betz von der TUM. Er sei in mehrere Projekte der Stadt eingebunden.

Das Engagement der Landeshauptstadt ist jedoch nicht der einzige Grund für Uber, die Robotaxis an den Start zu bringen: Seit 2022 gilt in Deutschland das Gesetz zum autonomen Fahren – damit existiert im Gegensatz zu anderen Ländern ein gesetzlicher Rahmen.

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