Der Unfall auf der A8 bei Weyarn vor wenigen Wochen zeigt, was passieren kann, wenn sich eine Dachbox öffnet: Autos mussten scharf bremsen, als Taschen und Kleidungsstücke auf die Fahrbahn fielen. Mehrere Fahrzeuge krachten ineinander, Menschen wurden verletzt, die Autobahn musste komplett gesperrt werden.
Auch bei Vollbremsungen kann nicht ausreichend gesicherte Ladung auf dem Dach verrutschen oder sich im schlimmsten Fall sogar lösen, berichtet der ADAC. Autofahrer sind hier selbst verantwortlich – und sollten einige Dinge beachten:
Das Gewicht – wie viel darf aufs Dach?
Sowohl Dachträger als auch Autos selbst haben ein Maximalgewicht. Die zulässige Dachlast des Fahrzeugs findet sich in dessen Betriebsanleitung. Wer die Belastung auf dem eigenen Autodach berechnen will, muss sowohl das Gewicht von Grundträger und Gepäckstücken als auch der möglichen Dachbox oder des Fahrradträgers addieren.
Die Höchstlast der Dachträgersysteme selbst sollte ebenfalls nicht überschritten werden. Sie steht in der mitgelieferten Gebrauchsanweisung – oder etwa in der Dachbox selbst auf einem Hinweisschild. Gerade bei E-Bikes auf dem Dach kann das zulässige Maximalgewicht schnell überschritten werden, weil sie schwerer sind als normale Fahrräder.
Die Ladungsverteilung – schweres Gepäck in die Mitte
Für Dachboxen empfiehlt unter anderem der ADAC, schwerere Gegenstände in der Mitte zu platzieren, leichtere Objekte vorne oder hinten in der Box. Außerdem sollte das Gepäck möglichst gleichmäßig verteilt werden, damit es nicht so leicht verrutschen kann. Wer möchte, kann auch den vorderen Bereich mit einer Decke auspolstern, damit es bei einer Vollbremsung keinen Durchschlag gibt. Generell aber sollte man schwere Gepäckstücke, falls möglich, gar nicht in der Box verstauen, sondern im Inneren des Autos.
Die Sicherung – Gurte und Schlösser
Fahrräder müssen entsprechend dem zugehörigen Trägersystem sicher montiert werden. Teile, die nicht fest zum Rad gehören (Schlösser, Taschen, E-Bike-Batterien etc.) sollten abgenommen werden, weil sie herunterfallen könnten. Für Dachboxen gilt: Die Ladung sollte möglichst mit Spanngurten gesichert sein. Außerdem ist es wichtig, das Trägersystem, und gegebenenfalls die Dachbox, am Ende abzuschließen.
Nach dem Unfall auf der A8 haben BR24-User außerdem diskutiert, inwiefern es auch außen an der Box weitere Sicherheitsmaßnahmen braucht. Der Nutzer "FrauK" schreibt etwa: "Deshalb bekommt unsere Dachbox Spanngurte als zusätzliche Sicherung .. Für alle Fälle." ADAC-Experte Fabian Faehrmann sagte dem BR, aus seiner Sicht sei dies nicht notwendig, wenn die Dachbox nach Herstellervorgabe montiert sei. Falls es sich um eine gute Dachbox handle, "die auch gute Crashsicherheit hat, dann sollte da im Normalfall nichts passieren".
Das Fahrverhalten – darauf sollten Sie unterwegs achten
Dachträgersysteme verändern den Schwerpunkt des Autos und erhöhen den Luftwiderstand. Gerade Autos mit Fahrrädern auf dem Dach sind anfällig für Seitenwinde. Muss der Autofahrer Hindernissen ausweichen, ist zudem die Schleudergefahr größer. Schwerere Fahrzeuge haben außerdem einen längeren Bremsweg. Eine kurze Probefahrt vorab mit Brems- und Lenktest kann deshalb sinnvoll sein. Wichtig ist auch: Autofahrer mit Dachträgern sollten die Höhe ihres Fahrzeugs nicht vergessen, damit zum Beispiel in Parkhäusern zu keinen Unfällen kommt.
Auf BR24 debattieren User zudem, ob für Autos mit Trägersystem ein offizielles Tempolimit gelten sollte – bisher gibt es hier keine Vorgaben, nur Empfehlungen. User "shiny" hält eine Neuregelung nicht für nötig: "Jeder Hersteller für Dachträger, Heckfahrradträger, Dach oder Heck Boxen gibt eine maximale Beladung und eine maximale Geschwindigkeit an. Da braucht es kein Gesetz und Bürokratie." Fabian Faehrmann vom ADAC rät dazu, lieber ein bisschen langsamer zu fahren – "dann ist man auf der sicheren Seite".
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