Der Huchen, auch Donau-Lachs genannt, kommt in der Donau selten vor. Er braucht frei fließendes Wasser und sandigen oder kiesigen Untergrund.
Der Huchen, auch Donau-Lachs genannt, kommt in der Donau selten vor. Er braucht frei fließendes Wasser und sandigen oder kiesigen Untergrund.
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Der Huchen, auch Donau-Lachs genannt, kommt in der Donau selten vor. Er braucht frei fließendes Wasser und sandigen oder kiesigen Untergrund.
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Der Huchen, auch Donau-Lachs genannt, kommt in der Donau selten vor. Er braucht frei fließendes Wasser und sandigen oder kiesigen Untergrund.

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Seltene Fischarten in der Donau - gefunden per DNA-Analyse

Seltene Fischarten in der Donau - gefunden per DNA-Analyse

Einige seltene Fischarten kommen nur in der Donau und ihren Nebenflüssen vor, in den wenigen frei fließenden Bereichen. Ob die Renaturierung und Wiederansiedlung der seltenen Fische Erfolg hatte, ermittelt das Landesamt für Umwelt durch DNA-Analysen.

Über dieses Thema berichtet: Bayern 2 Die Welt am Abend am .

"Wir haben sie alle gefunden", berichtet der Fischökologe Dominik Bernolle vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU). Im letzten Sommer ist er mit einem Boot von Regensburg bis Vohburg gefahren und hat Wasserproben genommen, um sie auf die DNA von vier seltenen Fischarten zu analysieren: die kleinen Streber, Schrätzer und Zingel und den stattlichen Huchen, auch Donau-Lachs genannt.

Suche nach seltenen Fischen in der Donau

Alle kommen nur noch in der Donau und ihren Nebenflüssen vor, und auch dort sehr selten. Sie bevorzugen einen frei fließenden Strom und sandigen oder kiesigen Untergrund – wegen der vielen Staustufen ein selten gewordener Lebensraum. In den vergangenen Jahren haben die Wasserwirtschaftsämter Regensburg und Landshut die Donau an vielen Stellen renaturiert. Fische wurden gezüchtet und in der Donau freigelassen.

"Der Zingel war in dem Bereich komplett verschwunden, deswegen gehen wir davon aus, dass zumindest in Teilen die Wiederansiedlung erfolgreich läuft", sagt Dominik Bernolle. "Bayern hat eine große Verantwortung für den Erhalt der Art, weil sie nur noch in Bayern vorkommt."

DNA-Analyse zuverlässiger als Fischernetze

2021 fand Bernolle mittels DNA-Analyse keine Spur der gelb-braunen Fische. Deshalb hat das LfU 45.000 kleine Zingel gezüchtet und in der Donau freigelassen (externer Link). Jedes Weibchen produziert 5.000 bis 15.000 Eier. Aber die meisten Fischchen und Eier werden von Vögeln, Krebsen oder Raubfischen gefressen. Deshalb ist es für Dominik Bernolle ein großer Erfolg, dass er mittels DNA-Analyse im letzten Sommer an zwei Stellen Zingel gefunden hat. Wie viele Tiere es sind, lässt sich mit dieser Methode nicht feststellen. Und auch nicht, wo genau sie sich aufgehalten haben – nur, dass es flussaufwärts von der Probenahmestelle war.

Dennoch ist die DNA-Analyse dem klassischen Fischmonitoring mithilfe von Fischernetzen überlegen, wenn es darum geht, seltene Arten nachzuweisen: Mit dem Netz braucht man sehr viel Glück, um ein Exemplar zu erwischen. Aber alle Lebewesen verlieren ständig Zellen, die ihr Erbgut enthalten – und die DNA-Analyse ist hochempfindlich. Dafür werden Wasserproben genommen und im Labor mit einer Art "DNA-Sonde" analysiert, die spezifisch ist für jede Art. So lassen sich auch sehr seltene Arten aufspüren.

Viel Aufwand für den Huchen

Den Huchen hat Dominik Bernolle im Sommer nur an einer Stelle gefunden, "dem setzt inzwischen der Klimawandel ganz deutlich zu in der Donau". Der große Fisch braucht kühles, sauerstoffhaltiges Wasser, das wird im Sommer knapp. Der eine Nachweis könnte ein Erfolg des Wiederbesiedlungsprojekts in Niederbayern sein.

Bei einem ersten Versuch hat die Fischerei-Fachberatung des Bezirks befruchtete Eier in einer Kiste mit Löchern auf einer Kiesbank deponiert. Die Larven schlüpfen mit einem Dottersack am Bauch, sodass sie nicht durch die Löcher passen. Geschützt in der Kiste können sie sich an die Wasserchemie und Wassertemperatur ihrer neuen Heimat gewöhnen. Sobald der Dottersack-Proviant aufgebraucht ist, schwimmen sie durch die Löcher in die Freiheit.

Ein zweites Projekt war noch naturnäher: "Wir haben Hucheneltern gespielt", sagt Teresa Westermeier von der Fischerei-Fachberatung des Bezirks. "Wir haben richtige Laichnester in den Kies gegraben, in dieses Nest die Eier hineingeben, und vorsichtig wieder mit Kies zugedeckt. Dann können die Jungen sich geschützt vor Fressfeinden zwischen den Kieselsteinen entwickeln wie die Wildfische und haben die besten Chancen, in der freien Natur zu überleben." Einige haben wohl auch im heißen Sommer einen kühlen Platz gefunden und werden sich hoffentlich auch in der Donau vermehren.

Podcast-Tipp: Mehr über Ökoforschung und Artenschutz bei IQ in der ARD Audiothek

DNA-Analysen sind nicht nur in der Donau ein wichtiges neues Werkzeug für die ökologische Forschung und für den Artenschutz. Mehr zu diesem Thema ist bei "IQ - Wissenschaft und Forschung" in der ARD Audiothek zu hören, im Podcast "DNA ist überall - Ökoforschung mit Erbgutanalysen".

Dieser Artikel ist erstmals am 15.12.2025 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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