(Symbolbild) Eine Stadtansicht aus der Luft im Winter und rauchende Schornsteine
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(Symbolbild) Leichter Nebel, kein Wind und rauchende Schornsteine: so sammelt sich Feinstaub in der Luft.
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(Symbolbild) Leichter Nebel, kein Wind und rauchende Schornsteine: so sammelt sich Feinstaub in der Luft.

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Feinstaub: Wo er in Bayern am häufigsten in der Luft liegt

Feinstaub: Wo er in Bayern am häufigsten in der Luft liegt

Winter ist Feinstaub-Zeit. Grund sind vor allem Verkehrsabgase und Holzöfen. Doch die Feinstaubwerte sind nicht überall in Bayern gleich hoch. Messdaten zeigen: Wie stark die Luft belastet ist, hängt vom Wohnort ab – mit überraschenden Ergebnissen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio Bayern am .

"Smog-Glocke", "Giftwolke", "Luft-Krise": In den Medien kursieren derzeit viele Umschreibungen eines Luftschadstoffes, der im Winter besonders konzentriert in der Luft nachweisbar ist: Feinstaub.

Warum müssen wir darüber sprechen?

Weil Feinstaub krank machen kann. Es handelt sich dabei um ein toxisches Stoffgemisch, das aus flüssigen und festen Partikeln besteht. Besonders die sehr kleinen Partikel sind gefährlich für den Menschen, weil sie tief in die Atemwege eindringen und auch in den Blutkreislauf gelangen können. So erreichen sie Bereiche, wo sie nicht ausgeatmet werden können, im Körper verbleiben und Zellen und Gewebe schädigen.

Keine Entwarnung - aber Feinstaub-Werte sinken

Die gute Nachricht: Die Feinstaub-Belastung in Deutschland sinkt seit Jahren. Laut Umweltbundesamt hat sich die Menge in der Luft im Mittel seit dem Jahr 2000 halbiert. Grund für die sinkenden Konzentrationen ist vor allem der technische Fortschritt, denn heute zugelassene PKW sind deutlich schadstoffärmer als noch vor 20 Jahren. Auch die Industrie produziert große Mengen an Feinstaub, kleinere Einträge kommen auch von der Landwirtschaft oder dem Reifenabrieb auf den Fahrbahnen.

Straßenverkehr ist auch heute noch die größte Quelle von Feinstaub – aber es gibt auch eine zweite: sogenannte Kleinfeuerungsanlagen, also einzelne Brennöfen. Mit 16,3 Kilotonnen waren sie 2023 gleichermaßen hauptverantwortlich für den Feinstaub-Eintrag in die Luft wie der Straßenverkehr.

Das liegt vor allem an den zwölf Millionen Holzöfen, die in deutschen Haushalten und im Gewerbe verbaut sind, sagt Robert Mack vom Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für nachwachsende Rohstoffe in Straubing.

Holzöfen stoßen große Mengen Feinstaub aus - aber es ist steuerbar

Je nach Baujahr des Ofens gelten nach Immissionsschutzverordnung unterschiedliche Grenzwerte. Die Krux dabei: "Selber nachmessen oder kontrollieren lassen sich die Emissionen nicht", sagt Mack. Doch in der Regel lassen sich Holzöfen so regulieren, dass möglichst wenige Schadstoffe freigesetzt werden. Es gilt: Benutzerhandbuch lesen, sagt der Experte.

Einer der größten Fehler: "Aus dem Gefühl heraus legen die Leute meistens leider zu viel Brennstoff auf, im Verhältnis zur Leistung des Ofens", so Mack. Das führe zu einer schlechten Effizienz und hohen Emissionen. Auch bei den Lufteinstellungen gilt es, aufzupassen – beim Anzünden sollte der Luftriegel weit geöffnet werden, doch spätestens nach dem ersten Abbrand wieder geschlossen werden. Ansonsten verbrennt das Holz zu schnell, gibt viel Feinstaub ab und der Holzvorrat sinkt unnötig schnell – und das drückt auch auf den Geldbeutel.

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Auf dem Land ist die Luft sauberer - doch die Werte nähern sich an.

Messungen: Wo ist Bayern wie belastet?

Grenzwerte gelten nicht nur für Holzöfen, sondern auch für die Feinstaub-Konzentration in der Luft. Für den besonders relevanten Feinstaub 2.5 liegt er bei 25 µg/m3. Das Landesamt für Umwelt teilt mit: Die höchsten Feinstaub-Belastungen im Jahresmittel 2025 betragen weniger als die Hälfte des Grenzwerts. Heißt so viel wie: Bayern hält die Grenzwerte in der Regel ein. Nur an wenigen Tagen im Jahr, etwa zu Silvester, wurden sie im letzten Jahr überschritten.

Doch neben Feuerungsanlagen lässt vor allem der städtische Verkehr Feinstaub-Werte in die Höhe schnellen. Das zeigen die Messungen des Landesamts für Umwelt. Mehr als 50 Messstellen in ganz Bayern messen mehrmals täglich die Feinstaubbelastung. Und die schwankt erheblich, je nachdem, wo sich die Messstelle befindet.

Es gilt: Je stärker das Verkehrsaufkommen, desto höher ist in der Regel die Feinstaubbelastung. Vor allem, wenn eine "schluchtartige Randbebauung" dazukommt, die die Luft staut, so das Landesamt für Umwelt. Dementsprechend weist es die Karlstraße in Augsburg, die Angerstraße in Passau und die Landshuter Allee in München als die Orte mit den höchsten Feinstaubbelastungen im Jahr 2025 aus (Jahresmittel). Auch Hausbrände oder Silvesterfeuerwerk lassen die Werte schlagartig in die Höhe schnellen.

Ist die Luft auf dem Land wirklich besser?

Und auf dem Land? Daten des Umweltbundesamtes zeigen, dass die Luft dort in der Regel deutlich sauberer ist als in den Ballungsräumen. In Bayern waren im letzten Jahr im Mittel das oberbayerische Andechs, Tiefenbach in der Oberpfalz und Bad Hindelang in Schwaben die Orte mit der niedrigsten Feinstaubbelastung.

Allerdings zeigt die Auswertung des Umweltbundesamts einen eindeutigen Trend: Die Unterschiede zwischen Stadt und Land werden immer geringer, weil die Belastung in den Städten in den vergangenen 20 Jahren stärker gesunken ist als auf dem Land.

Feinstaub: ein Winterproblem?

Wenn bald mit dem Frühling auch die Temperaturen wieder steigen, wird vermutlich auch die Feinstaub-Belastung in Bayern niedriger werden. Dann wird in den Wohnungen weniger geheizt und mit wärmeren Temperaturen kommen die Luftmassen wieder besser in Bewegung, sodass die Feinstaub-Partikel schneller abtransportiert werden können.

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