Draußen wird es zunehmend kälter und in vielen Wohnungen wird es oft schon empfindlich kühl. Angesichts hoher Energiepreise bleibt die Heizung dennoch häufig aus. Doch wie lange ist das sinnvoll? Und wenn sie schließlich wieder läuft, wie lässt sich effizient heizen?
Ab wann sollte man die Heizung einschalten?
Einen festen Termin, ab dem geheizt werden sollte, gibt es nicht. Die Außentemperatur allein ist kein verlässlicher Maßstab. Wie schnell eine Wohnung auskühlt, hängt unter anderem vom energetischen Zustand des Gebäudes und von der Dämmung ab. Entscheidend ist deshalb vor allem die Temperatur in den eigenen vier Wänden.
Mindestens 16 Grad können vor Schimmel schützen
Die Verbraucherzentrale Niedersachsen [externer Link] empfiehlt, Wohn- und Schlafräume während der Heizperiode tagsüber auf mindestens 16 Grad zu heizen. Ist ein Gebäude baulich in schlechtem Zustand, können sogar höhere Temperaturen nötig sein, um das Schimmelrisiko gering zu halten. Denn sind Wände und andere Oberflächen zu kalt, kann sich dort Feuchtigkeit niederschlagen und Schimmel bilden.
Welche Raumtemperatur ist sinnvoll?
Die 16 Grad Raumtemperatur sind eine Untergrenze, aber nicht die ideale Temperatur für jeden Raum. Das Umweltbundesamt [externer Link] empfiehlt für Wohnräume 20 Grad als Richtwert. Für die Küche können 18 Grad, für das Schlafzimmer 17 Grad ausreichen.
Auch die Luftfeuchtigkeit sollte man im Blick behalten. Gerade in schlecht gedämmten Wohnungen kann sich Feuchtigkeit an kalten Wänden niederschlagen. Mit einem Thermo-Hygrometer lassen sich Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit gleichzeitig kontrollieren.
Probleme mit dem Heizkörper schnell erkennen
Läuft die Heizung nach der Sommerpause wieder, fallen mögliche Probleme schnell auf: Der Heizkörper gluckert, wird nur zur Hälfte warm oder das Wohnzimmer bleibt trotz aufgedrehter Heizung kühl. Viele Probleme lassen sich schnell beheben.
Heizkörper entlüften: Wann ist das nötig?
Wenn ein Heizkörper gluckert oder sich ungleichmäßig erwärmt, kann Luft im Heizsystem stecken. Dann arbeitet die Heizung weniger effizient und der Energieverbrauch kann steigen – Zeit, die Heizung zu entlüften.
Bei einer eigenen Heizungsanlage kann es sinnvoll sein, die Umwälzpumpe vor dem Entlüften abzuschalten und die Thermostatventile vollständig zu öffnen. Danach stellt man ein kleines Gefäß unter das Entlüftungsventil. Anschließend wird das Ventil vorsichtig mit einem Entlüftungsschlüssel geöffnet. Zischt es, entweicht Luft. Sobald Wasser austritt, wird das Ventil wieder geschlossen. Anschließend sollte auch der Wasserdruck der Heizungsanlage kontrolliert werden.
Heizkörper freihalten und Thermostat nicht verdecken
Der nächste Check ist noch einfacher: Ist der Heizkörper frei? Möbel, lange Vorhänge oder darauf abgelegte Gegenstände können die Wärmeabgabe behindern. Auch der Thermostatkopf sollte nicht verdeckt sein. Er erfasst die Raumtemperatur und regelt, wie viel Heizwasser in den Heizkörper fließt, um die gewünschte Temperatur zu erreichen.
Heizung nachts ausschalten oder herunterdrehen?
Nicht jedes Zimmer muss rund um die Uhr mollig warm sein. Nachts oder wenn für einige Stunden niemand zu Hause ist, kann die Raumtemperatur abgesenkt werden. Das Umweltbundesamt empfiehlt für solche Zeiträume etwa 18 Grad.
Vollständig ausschalten sollte man die Heizung jedoch nicht, wenn die Räume dadurch stark auskühlen. Wie weit die Temperatur abgesenkt werden kann, hängt unter anderem vom Zustand des Gebäudes und von der Dämmung ab.
Thermostat richtig einstellen und Heizenergie sparen
Nach Hause kommen, frieren, Thermostat auf Stufe 5: Schneller warm wird das Zimmer dadurch allerdings nicht. Eine höhere Thermostatstufe heizt den Raum nicht schneller auf, sondern stellt lediglich eine höhere Zieltemperatur ein.
Bei einem herkömmlichen Thermostat entspricht Stufe 1 ungefähr 12 Grad, Stufe 2 rund 16 Grad, Stufe 3 etwa 20 Grad, Stufe 4 rund 24 Grad und Stufe 5 etwa 28 Grad. Die Werte dienen nur als Orientierung und können je nach Thermostat abweichen.
Schon ein kleiner Dreh kann einen Unterschied machen: Mit jedem Grad weniger Raumtemperatur lassen sich laut Verbraucherzentrale etwa sechs Prozent Heizenergie einsparen.
Richtig lüften im Winter und Heizenergie sparen
Richtiges Lüften gehört auch während der Heizperiode dazu. Beim Duschen, Kochen und Wäschetrocknen entsteht Feuchtigkeit, die aus der Wohnung muss. Anstatt die Fenster längere Zeit gekippt zu lassen, empfiehlt das Bundesumweltministerium [externer Link] mehrmals täglich stoß zu lüften, am besten mit Durchzug. Dafür werden die Fenster weit geöffnet, idealerweise gegenüberliegende gleichzeitig. Während des Lüftens sollte das Thermostat heruntergedreht werden.
Dieser Artikel ist erstmals am 09.10.2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
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