(Symbolbild) Auf einem Hinweisschild steht in roter Schrift: "Waldbrandgefahr! Rauchen und Feuermachen strengstens verboten."
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(Symbolbild) Die Waldbrände in Frankreich und Spanien zeigen, wie hoch das Risiko derzeit ist. Auch in Bayern wächst die Sorge vor neuen Bränden.
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(Symbolbild) Die Waldbrände in Frankreich und Spanien zeigen, wie hoch das Risiko derzeit ist. Auch in Bayern wächst die Sorge vor neuen Bränden.

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Hitzewarnungen und Dürre: Steigt die Waldbrandgefahr in Bayern?

Hitzewarnungen und Dürre: Steigt die Waldbrandgefahr in Bayern?

Nach den verheerenden Bränden in Frankreich und Spanien wächst die Sorge vor ähnlichen Entwicklungen in Deutschland. Welche Regionen Bayerns besonders gefährdet sind und wie genau Trockenheit und Dürre das Waldbrandrisiko erhöhen.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Hitzewarnungen, Trockenheit und ausgedörrte Böden prägen derzeit vielerorts den Sommer. Während in Frankreich und Spanien Waldbrände wüten, ist Bayern bislang vergleichsweise glimpflich davongekommen. Doch Fachleute gehen davon aus, dass die Waldbrandgefahr auch im Freistaat zunehmen wird. Vor allem dort, wo Dürre, Hitze und trockene Vegetation zusammenkommen, steigt das Risiko für große Brände.

Eigentlich gilt der August als Hauptsaison für Waldbrände. Spanien und Frankreich sind also außergewöhnlich früh von Waldbränden betroffen. Zum ersten Mal in Frankreichs Geschichte tritt dort eine sogenannte "Feuerwolke" auf – ein Wetterphänomen, das durch große Waldbrände entstehen kann und starke, unvorhersehbare Winde erzeugt.

Steigt die Waldbrandgefahr auch in Bayern?

Auch in Bayern gab es in diesem Jahr bereits Waldbrände: Im Juni kam es bei Übersee am Chiemsee zu einem Wald- und Moorbrand. Und am Saurüsselkopf südlich von Ruhpolding brannten 160 Hektar Wald. Es war einer der größten bayerischen Waldbrände der vergangenen Jahrzehnte.

Im Vergleich zu Frankreich ist das aber eine vergleichsweise geringe Brandfläche: Dort sind aktuell etwa 40.000 Hektar den Flammen zum Opfer gefallen; in Spanien sogar 80.000. Dass Waldbrände in Bayern eher eine untergeordnete Rolle spielen, könnte sich in Zukunft aber ändern.

Studie: Welche Regionen Bayerns besonders gefährdet sind

Laut einer Studie der European Geosciences Union (EGS) [externer Link] zu den Gegebenheiten in Bayern wird die Waldbrandgefahr im Laufe des Jahrhunderts deutlich zunehmen – vor allem aber im Einzugsgebiet des Mains und in den östlichen bayerischen Mittelgebirgen. Dort könnte eine hohe Waldbrandgefahr laut der Studie bis zum Ende des Jahrhunderts zum Normalzustand werden.

Entscheidend für das erhöhte Brandrisiko sind mehrere Faktoren: unter anderem die Temperatur, die Menge an Niederschlag, die Bodenbeschaffenheit und welche Pflanzen vorhanden sind. Besonders, wenn diese zusammenkommen, kann es gefährlich werden. Andrea Böhnisch, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Department für Geografie an der LMU München und Mitautorin der Studie, sagt dazu: "Eine Gemengelage aus verschiedenen Einzelgefahren ist zusammen dann noch mal intensiver als jede einzelne für sich genommen."

Wie Dürre und Hitze Brände begünstigen

Wichtig sei zum Beispiel auch die Änderung der Niederschlagsverteilung über das Jahr. Im Winter und im Frühling ist es im Durchschnitt mittlerweile wärmer und es fällt mehr Regen als früher. Vegetation kann dadurch schon früher im Jahr wachsen.

Kommt es dann zu einem trockenen, heißen Sommer, sterben diese Pflanzen wieder ab – sie werden zu leicht brennbarer Biomasse. Bei einer Dürre wie in diesem Jahr sind Pflanzen und Böden so trocken, dass das Risiko für einen Brand steigt und sich ein Feuer schneller ausbreiten kann.

Warum Franken und die Oberpfalz anfälliger sind

Auch wenn in Bayern das Risiko geringer ist und die Wälder anders beschaffen sind als in Frankreich und Spanien: Gerade Franken und die östliche Oberpfalz haben mit Trockenheit zu kämpfen und sind damit anfälliger für Waldbrände. Besonders Kiefer- und Fichtenwälder fangen schnell Feuer.

Im südlichen Bayern gibt es durchschnittlich mehr Niederschläge und feuchtere Böden. Allerdings sind Brände in den Alpen nur schwer zu löschen. Wenn es also, wie im Fall am Saurüsselkopf, zu einem Waldbrand am Berghang kommt, fällt er oftmals größer aus.

Wie die meisten Waldbrände entstehen

Unter anderem Hitze, Niederschlagsmenge und –verteilung bestimmen, ob es zu einem Waldbrand kommen kann und wie groß er wird. Die Brandursache liegt aber meist anderswo: Ob durch Brandstiftung oder versehentlich – der erste Funke für einen größeren Waldbrand stammt meist vom Menschen. Nur ein kleiner Teil der Waldbrandfläche sind nach Zahlen des Bundesamts für Landwirtschaft und Ernährung [externer Link] auf natürliche Ursachen, wie Blitzeinschläge, zurückzuführen.

Welche Regeln derzeit im Wald gelten

Die zuständigen Behörden rufen deshalb dazu auf, im und am Wald besonders vorsichtig zu sein. Offenes Feuer und Rauchen sind laut dem Bayerischen Waldgesetz bis Ende Oktober verboten. Camper und andere Waldbesucher dürfen offene Feuerstellen nur ab 100 Metern Entfernung zum Wald errichten. Außerdem rät das Landwirtschaftsministerium, Autos nicht auf trockenem Gras oder an Waldrändern zu parken, weil heiße Fahrzeugteile Brände auslösen können.

Wer einen Waldbrand entdeckt, wird gebeten, ihn mit möglichst genauer Ortsangabe an die Feuerwehr unter der Telefonnummer 112 zu melden.

Im Video: Wälder - Gefährliche Trockenheit

Wälder: Gefährliche Trockenheit
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