Sarah steht kurz vor dem Abschluss ihres Studiums an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). In 13 Tagen muss ihre Bachelorarbeit fertig sein. Heute steht jedoch erst einmal ihr Kolloquium an: 20 Minuten hat Sarah Zeit, ihre bisherigen Forschungsergebnisse vorzustellen. Anschließend bekommt sie Feedback von ihrem Dozenten und den anderen Studierenden. Anregungen, die sie noch in ihre Bachelorarbeit einarbeiten will.
Für Sarah geht es dabei auch um eine persönliche Herausforderung: "Ich hätte schon gerne eine 1,0! Oder schlechtestens eine 1,3." Vor Publikum zu sprechen, liegt ihr eigentlich. Umso größer wäre die Enttäuschung, wenn sie hinter ihren eigenen Erwartungen zurückbleibt.
Bachelorarbeit in Kunstgeschichte: Ein rätselhaftes Gemälde
Sarah hat bis spät in die Nacht an ihrem Referat gefeilt und es gleich dreimal gekürzt. Ihr Thema: "Tugendtod und Sündenliebe". Im Mittelpunkt steht ein Renaissance-Gemälde: das "Brustbild der sterbenden Lukretia" von Niklaus Manuel Deutsch aus dem Jahr 1518.
Prof. Ulrich Pfisterer, Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Kunstgeschichte, wird nicht nur ihren Vortrag, sondern auch ihre Bachelorarbeit bewerten. Der Druck für Sarah ist hoch: "Ich bin sehr aufgeregt, also wirklich ultra aufgeregt. Es geht ja auch um etwas."
Kunstgeschichte studieren an der LMU München
Kunstgeschichte zu studieren bedeutet vor allem, selbstständig zu forschen, zu analysieren und wissenschaftlich zu arbeiten. Genau das gefällt Sarah an ihrem Studium an der LMU München besonders. Sie kann sich eigene Themen suchen und sich intensiv mit Kunstwerken beschäftigen. Dazu gehört, Quellen richtig zu nutzen und zu zitieren, Thesen zu entwickeln und diese wissenschaftlich zu begründen.
Kunstgeschichtsstudium: Diese Inhalte erwarten Studierende
Im Studium geht es um weit mehr als berühmte Gemälde. Zum Fach gehören unter anderem Geschichte, Politik, Religion, Sprachen, Gesellschaft, Literatur, Philosophie und zunehmend KI. Das Studium führt durch fast die gesamte Kunstgeschichte, beginnend im Mittelalter bis zur Gegenwart. An der LMU München (externer Link) erwerben Studierende in den ersten drei Semestern zunächst grundlegendes Wissen über die Epochen Mittelalter, Frühe Neuzeit sowie Moderne und Gegenwart.
Eine Herausforderung sind für Sarah die Fremdsprachen. Denn für ihr Studium muss sie sich auch mit kunsthistorischer Forschungsliteratur und Quellen in anderen Sprachen auseinandersetzen. Dafür sind Kenntnisse in Französisch, Italienisch oder Spanisch gefragt. Für Sarah ist das eine der größten Hürden im Studium: "Für mich ist das am kompliziertesten. Ich bin leider nicht so sprachbegabt."
Karriere: Was kann man mit einem Studium Kunstgeschichte machen?
"Wirst du dann Taxifahrer?" Mit diesem Klischee werden Studierende der Kunstgeschichte noch immer konfrontiert. Sarah kennt das und hat eine klare Antwort: "Nein, werde ich nicht. Ich werde Kunstwissenschaftlerin."
Tatsächlich bietet ein Kunstgeschichtsstudium verschiedene berufliche Möglichkeiten. Absolventinnen und Absolventen können zum Beispiel in Museen, Galerien und Ausstellungshäusern arbeiten oder in der Denkmalpflege tätig sein. Auch der Kunsthandel, Auktionshäuser, Archive, Verlage sowie Forschung und Lehre kommen als Arbeitsfelder infrage.
Sarah interessiert sich besonders für die Kunst der Renaissance und des Barocks. Die Alte Pinakothek in München ist deshalb ihr Lieblingsmuseum. Dort beschäftigt sie sich unter anderem mit Werken von Peter Paul Rubens.
Referat im Kunstgeschichtsstudium: Feedback vom Professor
Zurück zu Sarahs Referat im Kolloquium. Sie ist hochkonzentriert. Die erlaubte Zeit von 20 Minuten hat sie allerdings bereits überschritten. Ihr Professor fordert Sarah auf, zum Ende zu kommen. Trotzdem überzieht sie deutlich: Erst nach rund 30 Minuten endet ihr Vortrag. Jetzt muss sie sich dem Urteil des Kolloquiums stellen.
Prof. Ulrich Pfisterer zieht insgesamt ein positives Fazit. Einen Punkt kritisiert er allerdings deutlich: die Zeit. "Das Erste und Wichtigste ist wirklich: 20 Minuten dürfen einfach nicht 30 sein", sagt der Lehrstuhlinhaber für Allgemeine Kunstgeschichte. Wertvolle Tipps bekommt Sarah auch noch von einigen anderen Studierenden.
Sie selbst ist nach dem Referat erleichtert und will das Feedback in ihre Bachelorarbeit einarbeiten. Vier Wochen später erfährt Sarah ihre Note: Es ist tatsächlich eine 1,0 geworden.
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