Maulwurf schaut mit offener Schnauze aus einem Erdloch hervor
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Maulwürfe im Garten: Ärgernis oder nützlicher Helfer? (ab Minute 11:03)
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Maulwürfe im Garten: Ärgernis oder nützlicher Helfer? (ab Minute 11:03)

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Maulwürfe im Garten: Ärgernis oder nützliche Helfer?

Maulwürfe im Garten: Ärgernis oder nützliche Helfer?

Auch wenn der Maulwurf die Nerven manchen Gärtners mit seinen Erdhügeln strapaziert, ist er doch ein nützlicher Gartenhelfer. Er lockert den Boden und frisst Unmengen an Kleinstgetier. Doch er hat auch noch viele weitere erstaunliche Eigenschaften.

Über dieses Thema berichtet: Schnittgut am .

Nicht alle erfreuen sich am kräftigen Buddelmeister Maulwurf, denn seine aufgeworfenen Hügel sind ein Dorn im Auge vieler Gartenbesitzer. Manche greifen zu mehr oder weniger hilfreichen Anti-Maulwurf-Gadgets aus dem Handel, andere zertreten die Hügel direkt. Oft zerstören sie dabei auch die seitlichen Ausgänge und gefährden so die Luftzufuhr. Meist legt der Maulwurf aber einfach neue Hügel an. Übrigens: Fangen, Nachstellen oder Töten ist gesetzlich verboten.

Maulwürfe: Perfekt gebaut fürs Graben

Ob Schädling oder nützlicher Helfer – darüber streiten sich die Geister. Klar frisst der Maulwurf Regenwürmer, aber er lockert die Erde auf und vertilgt auch jede Menge andere unliebsame Tierchen wie zum Beispiel Engerlinge, die Gärtner nicht gerade lieben. Wo Maulwürfe leben, bleibt das Bodenleben intakt, und die aufgewühlte Erde ist ideal zum Gärtnern.

Der Körper des Maulwurfs ist ideal fürs Leben unter der Erde. Einmalig im Säugetierreich: Der Maulwurf hat ein Gelenk, welches den Oberarm mit dem Schlüsselbein verbindet, das hilft ihm beim Graben. Seine riesigen Schaufelhände sind ideal für den Tunnelbau. Der walzenförmige Körper und die zusammengewachsenen Halswirbel schützen den Kopf, sodass er sich mühelos durch enge Gänge bohren kann.

Sinneswahrnehmung unter der Erde

Seine Ohren sind winzig und unter Haut verborgen – lange Löffel würden beim Graben nur stören. Die Augen sind klein und nehmen vermutlich nur Hell und Dunkel wahr. Dafür arbeitet seine Nase ausgezeichnet, und die Sinneshaare am Kopf und Schwanz registrieren jede noch so kleine Erschütterung im Boden.

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Ohren nicht zu entdecken und winzige Knopfaugen

Das Maulwurf-Fell ist perfekt fürs Leben unter der Erde

Der Maulwurf hat ein plüschig-flauschiges Fell, dass keinen "Strich" hat wie bei Hunden. Es lässt sich in alle Richtungen gleichermaßen streichen - ideal, damit keine Erde dran hängenbleibt und er in alle Richtungen durch die Gänge flitzen kann. Anfang des 20. Jahrhunderts versuchte man, Mäntel daraus zu machen – ein Fehlschlag, denn das Fell verlor schnell Glanz und Haare.

Maulwurfwissen kompakt: Klein, flink und unglaublich fleißig

  • Länge: ca. 15 cm inklusive Schwanz
  • Gewicht: rund 100 g
  • Lebenserwartung: drei bis fünf Jahre
  • Geschwindigkeit: bis zu 4 km/h in den Gängen
  • Grableistung: bis zu 7 Meter pro Stunde
  • Nahrung: im Jahr das 300-fache des eigenen Gewichts

Revier, Gänge und Vorratskammern des Maulwurfs

Bei idealen Bedingungen gräbt der Maulwurf bis zu sieben Meter Gänge pro Stunde. Ein Revier kann bis zu 2.000 Quadratmeter groß sein und ist von zahlreichen Gängen durchzogen, darunter Ruheräume, Vorratskammern und die Nesthöhle. In den Vorratskammern lagert er all das, was er nicht sofort frisst – etwa Regenwürmer, die er später als Vorrat nutzt.

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Sieben Meter pro Stunde kann ein Maulwurf graben.

Maulwürfe fressen und lagern clever

Maulwürfe sind Tag und Nacht aktiv: vier bis fünf Stunden graben und fressen, dann zwei bis drei Stunden schlafen, und dann geht’s wieder von vorne los. Sie vertilgen Regenwürmer, Engerlinge, Insektenlarven, Spinnen und Käfer – bis zum Dreihundertfachen des eigenen Gewichts im Jahr. Ohne Nahrung überleben sie kaum einen Tag. In Vorratskammern lagern sie Regenwürmer, denen sie zur Frischhaltung manchmal den Kopf abbeißen. Die Würmer überleben noch eine ganze Weile und dienen so als Frischfutter – besonders im Winter, wenn Nahrung knapp ist.

Maulwürfe sind grantige Einzelgänger

Der Maulwurf lebt lieber allein und lässt andere Artgenossen weitgehend links liegen. Sein Fokus liegt auf dem Fressen, Partnerschaften oder Gruppenleben interessieren ihn nicht. Maulwürfe meiden sich konsequent, ziehen klare Duftgrenzen – und wenn doch einmal Gänge aufeinandertreffen, gibt es Ärger. Dann wird gekämpft, bis einer das Feld räumt oder sogar stirbt.

Das Liebesleben der Maulwürfe

Wie kommt er dann zu seinen Nachkommen? Auch der Maulwurf kann sich im Frühling seinem Instinkt nicht widersetzen. Männchen erweitern ihr Revier und suchen Weibchen auf, was zu Konflikten mit Konkurrenten führen kann – aber nicht unter der Erde, sondern nachts oberirdisch. Dabei müssen sie sich vor Raubtieren wie dem Fuchs in Acht nehmen. Bei der Partnerwahl zählen nicht hübsche Fellfarben, sondern Stärke: Das Weibchen wählt den Gewinner der Revierkämpfe. Vier Wochen nach der Paarung bringt das Weibchen bis zu fünf Junge zur Welt. Nach wenigen Wochen sind die Kleinen auf sich gestellt, und der Vater kehrt zurück zum Einzelgängerdasein.

Im Video: Maulwürfe im Garten - Ärgernis oder Naturhelfer?

Maulwurf in einer Hand
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Eigenwilliger Einzelgänger: Alles Wissenswerte über Maulwürfe

Dieser Artikel ist erstmals am 06.04.2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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