Die "Subklade K" wurde laut Robert Koch-Institut (RKI) erstmals im Sommer 2025 nachgewiesen. Inzwischen hat sich der Subtyp des Grippevirus weltweit verbreitet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) (externer Link) sprach Mitte Dezember davon, dass die Hälfte der WHO-Region Europa eine intensive Grippesaison erlebt – angetrieben durch die neue Variante "Subklade K".
Auch das RKI verzeichnet in seinem aktuellen Wochenreport über Atemwegsinfektionen (externer Link) eine steigende Zahl an Grippefällen in Deutschland über alle Altersgruppen hinweg. Laut Abwassermonitoring (externer Link) ist die Virusaktivität von Influenzaviren an zahlreichen Orten in Bayern "sehr hoch", unter anderem in Aschaffenburg, Nürnberg, Regensburg und München.
Ist die "Subklade K" gefährlich?
Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass die "Subklade K" gefährlicher ist als andere Grippevirenstämme. Ihre schnelle und großflächige Verbreitung deutet jedoch darauf hin, dass sie möglicherweise ansteckender ist.
Dass neue Subvarianten entstehen, ist normal, denn Grippeviren verändern sich ständig. Sie werden folgendermaßen eingeteilt:
- Typ: zum Beispiel Influenza A, Influenza B
- Untertyp: zum Beispiel H3N2
- Klade: zum Beispiel K
- Subklade: zum Beispiel K1, K2
Unter den Grippeviren werden laut RKI aktuell überwiegend Influenza-A-Viren nachgewiesen, allen voran vom Untertyp H3N2. Für seinen aktuellen Wochenbericht hat das Institut 33 Influenzaviren des Untertyps H3N2 analysiert – 28 davon ließen sich der "Subklade K" zuordnen.
Grippeimpfung wirkt auch gegen "Subklade K"
Zu Beginn der Grippesaison herrschte noch Unsicherheit, wie sich die "Subklade K" mit der Grippeimpfung verhält. Virologe Klaus Überla, Direktor des Virologischen Instituts des Uniklinikums Erlangen, gibt im BR24 Thema des Tages Entwarnung:
"Es war vor allem unklar im Herbst, wie gut die Impfung wirkt. Diese neue 'Subklade K2' weicht etwas stärker vom Impfstoff ab, als es normalerweise der Fall ist. Inzwischen zeigen die Untersuchungen aber, dass die Impfung circa die Hälfte der Influenza-Fälle verhindert, und das liegt im üblichen Bereich der Wirksamkeit der Grippeimpfung."
Das RKI spricht im aktuellen Wochenreport jedoch davon, dass bei Viren der "Subklade K" der Infektionsschutz nach der Grippeimpfung etwas verkürzt sein könnte, vor allem bei jüngeren Personen.
Jetzt noch gegen Grippe impfen lassen?
Das RKI rät vor allem Menschen mit höherem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zur Grippeimpfung, etwa Menschen über 60 Jahren, Schwangeren (ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel) sowie Menschen mit bestimmten chronischen Krankheiten (etwa Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen). Die Empfehlung gilt zudem für Personen, die beruflich viel Kontakt mit anderen haben. Wer nicht zu diesen Personengruppen gehört, kann sich ebenfalls impfen lassen.
Auch jetzt lohne sich eine Impfung noch, sagt Klaus Überla vom Klinikum Erlangen: "Die Influenza-Saison dauert in vielen Jahren bis in den April hinein. Wir haben bisher auch nur das Influenza-A-Virus gehabt und es bleibt auch noch abzuwarten, ob wir nicht noch Besuch von der Influenza-B bekommen, und der Impfstoff schützt gegen beide Viren. Und das sind alles Gründe, auch jetzt noch sich impfen zu lassen."
Wie vor Grippe schützen?
Neben der Grippeimpfung empfiehlt das Bundesgesundheitsministerium weitere Maßnahmen (externer Link), um sich und andere vor einer Ansteckung mit Grippeviren zu schützen:
- Regelmäßig Hände waschen
- Regelmäßig Stoßlüften
- Beim Niesen und Husten auf Hygiene achten
- Zu Personen mit Symptomen Abstand halten
- Maske tragen
- Bei bestehenden Symptomen zu Hause bleiben, Kontakte einschränken
Dieser Artikel ist erstmals am 16. Januar 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.
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