Im Herbst und Winter ist für Radfahrende das Wichtigste, gut gesehen zu werden. In dunkler Kleidung in der Abenddämmerung mit falscher oder gar keiner Beleuchtung zu fahren, ist hochgefährlich. Viele unterschätzen, wie schlecht Autofahrer sie dann erkennen können. Neben der richtigen Beleuchtung braucht es aber noch weitere Maßnahmen, um als Radfahrer sicher durch den Winter zu kommen.
Fahrradbeleuchtung im Winter richtig nutzen und Akkus prüfen
Die Beleuchtungsvorschriften für Fahrräder in der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) wurden in den vergangenen Jahren mehrfach angepasst. Es muss nicht mehr unbedingt ein Dynamo verwendet werden. Seit der Novelle von 2013 sind auch batterie- oder akkubetriebene, abnehmbare Scheinwerfer und Leuchten erlaubt. Voraussetzung ist, dass sie beim Fahren nicht verrutschen und ein Prüfzeichen des Kraftfahrt-Bundesamts tragen. Aber Vorsicht: Akkus halten bei Kälte oft deutlich kürzer durch. Regelmäßiges Nachladen ist deshalb wichtig.
Fahrradlicht bei Dämmerung, Nebel und Regen richtig nutzen
Tagsüber müssen mobile Scheinwerfer und Rücklichter nicht mitgeführt werden. Da man jedoch nie sicher sein kann, wie sich das Wetter entwickelt, etwa ob Nebel aufzieht oder Regen einsetzt, empfiehlt es sich, die Beleuchtung stets dabeizuhaben, um sie bei schwierigen Sichtverhältnissen sofort einsetzen zu können. Grundsätzlich sollte man das Licht nicht erst einschalten, wenn man die Hand nicht mehr vor Augen sieht. Schon wenn es anfängt zu dämmern, gilt: Licht an. Blinkende Leuchten sind in Deutschland übrigens nicht erlaubt.
ADFC empfiehlt zuverlässige Fahrradbeleuchtung für den Winter
Um bei jeder Witterung und unter allen Bedingungen sicher zu fahren, empfiehlt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) (externer Link) eine möglichst wartungsfreie Lichttechnik: Nabendynamo, LED-Rücklicht mit Standlicht und LED-Frontscheinwerfer, ebenfalls mit Standlicht. Nabendynamos haben den Vorteil, dass sie zuverlässig bei jedem Wetter funktionieren und ausreichend Strom produzieren.
Das Licht einer LED-Beleuchtung ist normalerweise so gut, dass man auch bei tiefster Dunkelheit sicher seinen Weg findet. Wichtig ist aber, dass die Beleuchtung nicht zu hoch eingestellt wird, denn LED-Lichter können Entgegenkommende stark blenden.
Diese Reflektoren sind am Fahrrad vorgeschrieben
Die richtigen Fahrradlichter sind das eine, Reflektoren das andere. Diese sind nach der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung Pflicht. Vorgeschrieben sind mindestens ein weißer Rückstrahler vorne und ein roter, nicht dreieckiger Rückstrahler hinten. Gelbe Reflektoren müssen an den Pedalen angebracht sein und sowohl nach vorne als auch nach hinten wirken.
Auch die Räder müssen mit Reflektoren versehen werden. Eine Möglichkeit ist, Reifen oder Felgen mit einem durchgehenden weißen Reflexstreifen zu verwenden, eine andere, zwei gelbe Speichenreflektoren pro Rad anzubringen. Auch weiß retroreflektierende Speichen oder Speichenhülsen an allen Speichen sind erlaubt.
Im Video: Radfahren im Dunkeln
Auch eine Warnweste ist abends und nachts eine gute Idee
Prüfzeichen zeigt zugelassene Fahrradbeleuchtung an
Fahrradleuchten müssen bauartgenehmigt sein. So soll zum Beispiel gewährleistet werden, dass der Gegenverkehr nicht zu stark geblendet wird und weitere Sicherheitskriterien erfüllt werden, schreibt der ADFC. Die Bauartgenehmigung ist anhand eines Prüfzeichens erkennbar: einer Wellenlinie, gefolgt vom Großbuchstaben K und einer Prüfnummer. Fehlt dieses Prüfzeichen, darf der Scheinwerfer nicht als Fahrradbeleuchtung genutzt werden.
Grafik: Diese Beleuchtung ist am Fahrrad vorgeschrieben
Diese Beleuchtung ist am Fahrrad vorgeschrieben.
Fahrrad im Winter vor Salz und Verschleiß schützen
Sobald auf den Fahrbahnen Salz gestreut wird, besteht Rostgefahr. Deshalb: Salz regelmäßig vom Fahrradrahmen wischen und die Kette häufiger reinigen und mit speziellem Kettenöl für nasse Bedingungen einölen. Bremsbeläge, die auf sommerlichen Touren abgenutzt wurden, sollten vor Wintereinbruch ersetzt werden. Vorsorglich können im Herbst auch Radlager und Gelenke mit Fahrradfett geschmiert werden.
Die richtige Kleidung und zusätzliche Reflektoren
Wer gut sichtbare Kleidung und zusätzliche Reflektoren am Körper trägt, beispielsweise ein reflektierendes Hosenband, wird besser gesehen. Sollte die Jacke keine reflektierenden Elemente aufweisen, kann man auch ein reflektierendes Band um den Arm schlingen. Zudem gibt es Fahrradhelme mit integrierten Rücklichtern. Rucksäcke oder Gepäcktaschen sind üblicherweise ebenfalls mit Reflektoren ausgestattet.
Zwiebel-Look, wasserfeste Schuhe und warme Socken helfen, den Körper bei Kälte und Fahrtwind warm zu halten. Das gilt insbesondere auch für Pedelec-Fahrer. Hände werden durch wasserdichte Radhandschuhe speziell für die kalte Jahreszeit am besten geschützt.
Grafik: Das empfiehlt der ADFC für das Radfahren im Winter
Was der ADFC für das Fahrradfahren im Winter empfiehlt.
Auf nassem Laub vorsichtig fahren
Feuchtes Laub kann rutschig sein. Deshalb sollte man auf solchen Stellen das Tempo reduzieren, besonders vorausschauend fahren und abruptes Bremsen oder Lenken vermeiden. Auch bei Nässe kann sich der Bremsweg verlängern.
Im Video: Vorsicht Wildunfälle - So verhalten Autofahrer sich richtig
Wildunfälle häufen sich: So verhalten Autofahrer sich richtig
Dieser Artikel ist erstmals am 3. Dezember 2022 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel aktualisiert und erneut publiziert.
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Dieser Artikel ist erstmals am 2.12.2022 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel aktualisiert und erneut publiziert.
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