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Vibrionen-Gefahr im Meer: Was Urlauber jetzt wissen sollten
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Vibrionen-Gefahr im Meer: Was Urlauber jetzt wissen sollten

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Vibrionen-Gefahr im Meer: Was Urlauber jetzt wissen sollten

Vibrionen-Gefahr im Meer: Was Urlauber jetzt wissen sollten

Vibrionen können schwere Infektionen auslösen und kommen nicht nur in Nord- und Ostsee vor. Auch an Europas Mittelmeerküsten sind sie ein Thema. Wo ist die Gefahr derzeit besonders groß und wie kann man sich schützen?

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

In Deutschland sind in diesem Jahr bereits zwei Menschen an einer Vibrionen-Infektion gestorben. Insgesamt wurden hierzulande bisher 17 Infektionsfälle registriert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilt (Stand: 31. Juli 2026). Aber Vibrionen sind nicht nur hierzulande ein Problem: Auch an den Küsten Italiens wird das Bakterium seit Anfang der 2000er-Jahre immer wieder nachgewiesen, etwa in der Meerenge zwischen Sizilien und Kalabrien. Momentan stuft das italienische Gesundheitsinstitut ISS (externer Link) das Risiko allerdings als "äußerst gering" ein.

Was sind Vibrionen?

Die Bezeichnung Vibrionen ist die eingedeutschte Bezeichnung für Bakterien der Gattung Vibrio. Die bekannteste Art ist Vibrio cholerae, von der jedoch nur bestimmte Varianten die Cholera auslösen. Bei den in der Nord- und Ostsee vorkommenden Vibrionen handelt es sich meist um sogenannte Nicht-Cholera-Vibrionen, etwa Vibrio vulnificus, Vibrio parahaemolyticus oder Vibrio cholerae non-O1/non-O139.

Wo kommen Vibrionen vor?

Vibrionen kommen weltweit vor allem in Brack- und Salzwasser vor. Einige Arten können auch in Süßwasser nachgewiesen werden. In Deutschland kommen Nicht-Cholera-Vibrionen unter anderem in Nord- und Ostsee vor. Besonders günstige Bedingungen finden sie in Flussmündungen, Buchten, Bodden, Brackwasser und flachen Küstenbereichen, die sich schnell erwärmen. Eine interaktive Karte, auf der günstige Umweltbedingungen für Vibrio-Wachstum nahezu in Echtzeit verfolgt werden können, ist auf der Internetseite des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) (externer Link) veröffentlicht.

Welche Bedingungen brauchen Vibrionen zum Wachstum?

Für das Wachstum von Vibrionen sind vor allem die Wassertemperatur und der Salzgehalt entscheidend. Besonders günstige Bedingungen herrschen bei Wassertemperaturen ab etwa 18 Grad und einem moderaten Salzgehalt. Bei höheren Wassertemperaturen können sich bestimmte Vibrio-Arten noch stärker vermehren. Das gilt auch für die Ostsee, deren Salzgehalt deutlich niedriger ist als der des offenen Meeres. Diese Bedingungen sind für mehrere krankmachende Nicht-Cholera-Vibrionen, darunter Vibrio vulnificus und Vibrio cholerae non-O1/non-O139, günstig.

Wo ist die Infektionsgefahr besonders hoch?

Besonders günstig sind flache Küstenbereiche, die sich schnell erwärmen. Auch in der Nähe von Flussmündungen können Vibrionen gute Bedingungen vorfinden, weil dort Süß- und Salzwasser aufeinandertreffen und der Salzgehalt niedriger ist.

Für wen sind Vibrionen gefährlich?

Vibrionen sind zwar nicht für jeden gefährlich, insbesondere für Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann eine Infektion mit bestimmten Vibrio-Arten aber lebensbedrohlich, in Ausnahmefällen sogar tödlich sein.

Junge und gesunde Erwachsene erkranken laut RKI (externer Link) nur selten an einer Vibrionen-Infektion. Gefährlich sind die Bakterien vor allem für ältere sowie immungeschwächte Personen. Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Lebererkrankungen oder schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für eine Erkrankung und einen schweren Krankheitsverlauf. Schwere Verläufe und Todesfälle sind in Deutschland selten, werden aber vor allem bei gesundheitlich vorbelasteten Menschen immer wieder gemeldet.

Können durch Meeresfrüchte Vibrionen übertragen werden?

Auch wer mit Vibrionen kontaminierte Meeresfrüchte isst, die roh oder nur wenig gegart sind, oder kontaminiertes Meerwasser schluckt, ist gefährdet. Dann können unter anderem Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Schüttelfrost auftreten. Behandelt werden die Infektionen in der Regel mit Antibiotika.

Symptome: Wie äußert sich eine Vibrionen-Infektion?

Mögliche Symptome einer Vibrionen-Infektion sind sehr starker lokaler Schmerz, Rötung, Schwellung, mitunter Blasenbildung, Fieber und Schüttelfrost. In schweren Fällen kann sich die Infektion rasch ausbreiten und zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen.

Warum werden Vibrionen als fleischfressende Bakterien bezeichnet?

Vibrio vulnificus wird wegen schwerer, schnell fortschreitender Gewebeinfektionen mitunter als "fleischfressendes Bakterium" bezeichnet. Das Bakterium kann über offene oder schlecht verheilte Wunden in den Körper eindringen und tiefes Gewebe angreifen sowie eine nekrotisierende Fasziitis auslösen. Dabei kann Gewebe innerhalb kurzer Zeit absterben. In schweren Fällen können die Bakterien in die Blutbahn gelangen und eine Sepsis auslösen.

Wie schützt man sich vor Vibrionen?

Menschen mit Wunden sollten nach Möglichkeit auf das Baden verzichten. Wer dennoch baden möchte, sollte die Wunde wasserdicht abdecken. Das gilt vor allem für ältere, immungeschwächte oder chronisch kranke Menschen. Verändert sich eine Wunde nach dem Baden auffällig oder treten starke Beschwerden auf, sollte das rasch ärztlich abgeklärt werden. Wichtig ist außerdem, nach dem Baden auf ungewöhnliche Hautveränderungen zu achten.

Dieser Artikel ist erstmals am 29. Juli 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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