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Gegen Rassismus: Projekttag für Schulen in Bamberg
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100 Prozent Menschlichkeit: Projekttag gegen Rassismus

100 Prozent Menschlichkeit: Projekttag gegen Rassismus

Fremdenhass die Stirn bieten ist nicht immer einfach. Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus lernen deshalb etwa Schüler in Bamberg Zusammenhänge und Auswirkungen von Rassismus – um danach mit anderen Augen durch die Welt zu gehen.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Was alles ist Rassismus? Wie äußert er sich? Wie fühlt er sich an? Und was macht stark, um sich dagegen wehren zu können? Mehr als 200 Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich am Projekttag an der Uni Bamberg im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus (16. bis 29. März) mit diesen Fragen.

Achtklässler eines Bamberger Gymnasiums sollen zum Beispiel mit ihren Körpern Bilder bauen, die Themen und Zusammenhänge rund um Rassismus sichtbar machen: Ausgrenzung, Macht, Einsamkeit. Der Theaterworkshop ist eines von zwölf Angeboten, die Jugendliche für das Thema Rassismus sensibilisieren sollen.

"Niemand ist Rassismus-frei"

Diesen Projekttag für Schulen organisiert der Stadtjugendring zusammen mit dem Beirat für Migrantinnen und Migranten der Stadt Bamberg. Dessen Vorsitzende Mitra Sharifi Neystanak ist davon überzeugt, dass niemand von sich behaupten kann, ganz "Rassismus-frei" zu sein. "Es kommt darauf an, Rassismus-kritisch zu werden, Rassismus-sensibel zu werden, das heißt, sich damit auseinanderzusetzen und zu überlegen: Sehe ich mein Gegenüber als Menschen oder habe ich einen Stempel, und stecke ihn sofort in eine Gruppe, nur weil er eine andere Religion hat, anders aussieht oder eine andere Sprache spricht?", so die Beiratsvorsitzende im Gespräch mit dem BR.

Rassismus die Stirn bieten: Auch Lehrkräfte lernen mit

Bei dem Projekttag an der Uni Bamberg lernen auch die Lehrkräfte mit, denn noch haben nicht alle Schulen ein klares Konzept, um Rassismus vorzubeugen. Workshopleiterinnen und -leiter erklären die Zusammenhänge von Klimakrise und Flucht, zeigen Möglichkeiten auf, wie Vielfalt gelebt und Brücken gebaut werden können, und diskutieren mit den Jugendlichen über Religion und die eigene Identität.

Egal ob Real-, Mittel-, Berufsschule oder Gymnasium – gemeinsam erarbeiten und diskutieren sie Möglichkeiten und Strategien, um Rassismus begegnen und bestenfalls abwehren zu können. "Wir wollen, dass Schülerinnen und Schüler hier rausgehen und mit ganz anderen Augen durch die Welt gehen und auch einstehen für eine vielfältige Gesellschaft und gegen Rassismus", so Maximilian Manlig vom Bamberger Stadtjugendring.

Zeichen setzen mit bunter Kreide

Genau dafür überlegen sich auch Berufsschülerinnen und Berufsschüler Zeichen und Slogans, die sie dann mit bunter Kreide auf die Straße malen und damit für alle sichtbar machen. Der 16-jährige Zackery zum Beispiel schreibt: "Skincolour is not a crime – but hate is" ("Hautfarbe ist kein Verbrechen, Hass aber schon"). Dieser Satz spricht ihm aus dem Herzen. "Mein Bruder hat dunkle Haut und der hatte auch schon öfter Probleme. Zum Beispiel dieses 'Kann ich mal deine Haare anfassen'- das nervt ihn halt einfach."

Am Samstag soll die Kreideaktion in ganz Bamberg fortgesetzt werden, denn der 21. März ist der Internationale Tag gegen Rassismus.

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