Ein Mann mit Ölkanister gießt Öl auf die brennende Weltkugel.
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Stürzt Donald Trump mit seinem Iran-Krieg die Weltwirtschaft in den Abgrund?
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Stürzt Donald Trump mit seinem Iran-Krieg die Weltwirtschaft in den Abgrund?

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Iran-Krieg und Öl: Kommt der große Wirtschaftscrash?

Iran-Krieg und Öl: Kommt der große Wirtschaftscrash?

Der Ölpreis hat sich seit Kriegsbeginn fast verdoppelt. Trumps Iran-Krieg trifft eine Weltwirtschaft, die ohnehin am Abgrund taumelt. Bricht jetzt das Kartenhaus zusammen – wenn es schlecht kommt, irreversibel?

Über dieses Thema berichtet: Possoch klärt am .

Schon vor dem Iran-Krieg steuerte Deutschland auf einen wirtschaftlichen Kipppunkt zu — so jedenfalls sagen es die vier großen Wirtschaftsverbände BDA, BDI, DIHK und ZDH. Dann kam der Krieg, und mit ihm der Ölpreisschock. Vorher lag der Preis bei knapp 60 US-Dollar pro Barrel, zwischenzeitlich näherte er sich 120 Dollar an.

Teures Öl bedeutet teureren Diesel, teurere Transporte, teurere Lebensmittel. "Es ist auf jeden Fall ein erheblicher Angebotsschock", sagt Energiewirtschaftsprofessor Christoph Weber im BR24-Interview für "Possoch klärt". "Nach einigen Monaten würde das die Weltwirtschaft vor erhebliche Herausforderungen stellen."

Das Kartenhaus wackelt

Das eigentliche Risiko liegt tiefer. Die globale Verschuldung hat historische Ausmaße erreicht – allein die USA stehen mit 39 Billionen Dollar in der Kreide. Wallstreet-Ökonom Ed Yardeni schätzt die Wahrscheinlichkeit eines US-Wirtschaftseinbruchs auf 35 Prozent [externer Link]. Hedgefonds-Manager Ray Dalio sieht die Welt in der fünften Phase seines "Big Cycle" [externer Link] – kurz vor dem großen Zusammenbruch, gekennzeichnet durch explodierende Staatsverschuldung, wachsende Ungleichheit und Großmachtkonflikte.

Weber warnt: "Manchmal führt ein kleinerer äußerer Anlass dazu, dass eine Stimmung an den Börsen kippt – und wenn sie kippt, kann sich das selbst verstärken." Einen Crash hält er für möglich, aber nicht für zwingend. Wie dramatisch es wird, hängt vor allem davon ab, wie schnell der Iran-Krieg – oder zumindest die Blockade der Straße von Hormus – endet. Und wie viel von der Ölinfrastruktur am Persischen Golf bis dahin noch übrig ist.

Grafik: So haben sich die Rohölpreise entwickelt

Wirtschaftsweise Monika Schnitzer gibt zunächst leichte Entwarnung: Für dieses Jahr rechne man mit einer Inflation von 2,5 bis 3 Prozent – deutlich weniger als nach dem Ukraine-Schock 2022. Das Problem liegt woanders: Sollte der Ölpreis das Allzeithoch von 150 Dollar pro Barrel erreichen, warnt Ölmarkt-Analyst Johannes Rauball vom Datenanbieter Kpler, hätte das "sehr starke Auswirkungen auf die Weltwirtschaft".

Freie Fahrt durch Hormus? "Ganz so schnell wird das nicht gehen"

Das Nadelöhr ist die Straße von Hormus: Täglich fließen dort normalerweise rund 20 Millionen Barrel Öl durch – etwa 20 Prozent des weltweiten Verbrauchs, erklärt Martin Pein von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. Der Iran blockiert die Straße derzeit. Selbst wenn sich die Lage morgen entspannte, würde das laut Schnitzer nicht sofort helfen: "Ganz so schnell wird das nicht gehen, bis diese Störung wieder aufgehoben ist."

Die Internationale Energieagentur hat 400 Millionen Barrel aus strategischen Reserven freigegeben – mehr als je zuvor. Klingt nach viel, ist es aber nicht: Logistisch lassen sich davon maximal zwei Millionen Barrel täglich auf den Markt bringen, sagt Rauball. Das decke nur einen Bruchteil des Ausfalls ab. Die strategischen Vorräte der Industriestaaten reichen Experten zufolge für 90 Tage.

Ölkrise: Stürzt Trumps Iran-Krieg die Weltwirtschaft in den Abgrund? Possoch klärt!

Trumps Kalkül ging nicht auf

Hat Trump die Folgen seines Angriffskriegs unterschätzt? Schnitzer glaubt, er habe "nicht mit dieser scharfen Reaktion des Iran gerechnet", und womöglich nicht bedacht, dass selbst die USA als Ölexporteur von der Verknappung getroffen würden. An der Zapfsäule zahlen jetzt auch US-amerikanische Bürger mehr – selbst wenn sich Trumps Ölkonzerne eine goldene Nase verdienen.

Als Lösung hat Trump die Ölsanktionen gegen Russland gelockert. Bundeskanzler Merz hält das für falsch. Schnitzer ist deutlicher: Mehr russisches Öl würde Putins Kriegskasse füllen und den Ukraine-Krieg verlängern – gegen Europas Sicherheitsinteressen.

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