Der ICE, in dem ein Mann mehrere Passagiere angegriffen hat, steht mitten auf der Strecke - im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen.
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Der ICE, in dem ein Mann mehrere Passagiere angegriffen hat, steht mitten auf der Strecke - im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen.
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21-Jähriger soll nach Axtangriff in ICE dauerhaft in Psychiatrie

21-Jähriger soll nach Axtangriff in ICE dauerhaft in Psychiatrie

Nach einem Axtangriff in einem ICE in Niederbayern im Juli 2025 ist der Angreifer in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Die Staatsanwaltschaft hat nun beantragt, dass der Mann dauerhaft in der forensischen Psychiatrie bleiben soll.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Niederbayern am .

Im Fall des damals 20-jährigen Syrers, der am 3. Juli 2025 in einem ICE bei Straßkirchen in Niederbayern mehrere Fahrgäste mit einer Axt und einem Zimmererhammer angegriffen haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Regensburg die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus und damit ein so genanntes "Sicherungsverfahren" beantragt - das könnte dazu führen, dass der Mann nicht in Haft, sondern in die forensische Psychiatrie kommt. Demnach sei der Beschuldigte aufgrund einer psychischen Erkrankung schuldunfähig gewesen, als er die Tat begangen habe. Das habe ein forensisch-psychiatrisches Gutachten ergeben.

Drei Menschen im Zug wurden verletzt

Bei dem Vorfall soll der Mann mit Axt und Hammer in den Händen durch den Zug gelaufen und auch wegen seiner ungewöhnlichen Blicke aufgefallen sein. Als ein 39-jähriger Fahrgast telefonisch den Notruf verständigte, habe der Angreifer ihm mit der Axt unvermittelt auf den Kopf geschlagen. Der Fahrgast wurde bewusstlos und erlitt einen Bruch des Stirnbeins.

Anschließend soll der Syrer einen 25-jährigen Landsmann angegriffen haben. Die Hiebe mit der Axt trafen allerdings dessen 51-jährige Mutter, die sich laut Staatsanwaltschaft schützend vor ihren Sohn warf. Sie erlitt demnach eine Fraktur des Schädeldachs. Danach habe der zweite Sohn, ein 15-jähriger Syrer, eingegriffen. Er sei durch den Beschuldigten mit Schlägen, Tritten und Bissen verletzt worden. Bei einem erneuten Angriff auf den älteren Sohn soll es diesem gelungen sein, dem Beschuldigten die Axt zu entreißen und diese in Notwehr beziehungswiese Nothilfe gegen ihn einzusetzen. Der Beschuldigte erlitt seinerseits eine Fraktur am Kopf.

Trotzdem soll er versucht haben, den 25-Jährigen nun mit Würgen zu töten, bis weitere Fahrgäste einschritten und ihn fixieren konnten. Alle Beteiligten sind mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Vorwurf: Versuchter Totschlag

Der Beschuldigte sei aufgrund seiner psychischen Erkrankung gefährlich für die Allgemeinheit. Dementsprechend hat die Staatsanwaltschaft Regensburg bei der Jugendkammer des Landgerichts Regensburg die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus beantragt. Ihm wird vor allem versuchter Totschlag in zwei Fällen in einem Zustand der Schuldunfähigkeit vorgeworfen. Hinzukommen die Tatbestände der gefährlichen und fahrlässigen Körperverletzung.

Beschuldigter bestreitet Tötungs-Absicht

Zurzeit ist der Mann bereits in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Er hat bisher bestritten, jemanden töten haben zu wollen. Nun muss die zuständige Kammer des Landgerichts Regensburg entscheiden, ob sie die Antragsschrift in dem sogenannten Sicherungsverfahren unverändert zur Hauptverhandlung zulässt oder nicht. Wann die Hauptverhandlung dann beginnen könnte, ist noch offen.

Mit dem Sicherungsverfahren gibt es keine "Anklage", sondern einen "Antrag", den Beschuldigten dauerhaft in der (forensischen) Psychiatrie unterzubringen.

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