Eigentlich ist seine Zeit lange vorbei. Und trotzdem ist Urmel aus dem Eis immer noch ein Star – und der Eyecacher der neuen Sonderschau im Museum der Augsburger Puppenkiste. 25 Jahre gibt es "Die Kiste" inzwischen, das wird mit einer ungewöhnlichen Ausstellung gefeiert.
Das Museum als Ausstellung
In "Abenteuer Museum - 25 Jahre auf Entdeckungsreisen in der Kiste" steht die Museumsarbeit im Mittelpunkt. Mit Hilfe der Marionetten wird spielerisch erklärt, wie die Arbeit im Museum funktioniert: Technik, Werkstatt oder der Aufbau einer Ausstellung.
Schnitzwerkstatt und Bühnenhelfer
Museumsdirektor Dr. Dr. Zwengelmann aus den Urmel-Verfilmungen hat in der neuen Ausstellung eine Hauptrolle bekommen, auch die Museumsratten erklären mit vielen anderen Marionetten die Kernaufgaben und Berufe in Museen. Empfang und Ticketschalter, Bühnenhelfer und Restauratoren, die Damen im Büro und nicht zu vergessen: Die Spezialisten für Holzköpfe in der Schnitzwerkstatt. Immer mit dabei auch die Vertreter von Presse. Funk und Fernsehen: Und weil einer immer hinterher kehren muss, werden auch die Putzkräfte der Puppenkiste mit einer eigenen Vitrine gewürdigt.
25 Jahre "die Kiste" wird mit einer Sonderausstellung gefeiert.
Auch "Die Kiste" ist ein Augsburger Aushängeschild
Seit der Eröffnung 2001 haben nach Angaben der Museumsverantwortlichen rund 1,4 Millionen Menschen das Puppentheatermuseum besucht. Anfangs rechnete man mit 100 Besuchern am Tag, erinnert sich Christoph Mayer, der Vorsitzende des Fördervereins. Doch es wurden schnell mehr. Mittlerweile kommen rund 70.000 Besucher pro Jahr in "Die Kiste". Die gilt längst ebenso als Augsburger Aushängeschild wie die Puppenkiste im Erdgeschoss des Hauses in der Spitalgasse, die heuer ihren 78. Geburtstag feiert.
Marionetten noch zeitgemäß?
Der erste Museumsdirektor der Kiste war Erik Raskopf. Er ist zum 25. Geburtstag extra vorbeigekommen. Puppentheater hält er auch heute für unverzichtbar: "Ich glaube an Analoges." Gerade in einer Zeit der Bilderflut sei es wichtig sich einzulassen, so Raskopf. "Es gibt ein sehr gutes Gefühl in Geschichten einzutauchen, Geschichten erzählt zu bekommen". Das sei das, was die Puppenkiste ausmache, dass man sich auf Figuren und Geschichten einlässt.
Seit Beginn gibt es in der "Kiste" regelmäßig Sonderausstellungen, zu denen die Museumsmacher Puppenensembles aus aller Welt einladen und mit Wissenschaftlern unterschiedlichster Fachrichtungen zusammenarbeiten. Die neue Sonderausstellung ist immer mittwochs bis sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet.
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