Eigentlich sollte es ein großes Musikfestival werden, nun kam gut eine Woche vor dem Event die Absage. Nachdem die Veranstalter des Heartbeatz-Festivals vergangene Woche das örtlich und zeitlich verlegte Event endgültig abgesagt haben, ist nun klar, dass für den zuletzt anvisierten Termin am 5. September nicht einmal mehr ein Genehmigungsantrag seitens der Veranstalter beim Kreisverwaltungsreferat München gestellt wurde. Das hat das KVR dem BR am Dienstag auf Anfrage mitgeteilt.
Heartbeatz-Festival: Absage nach Verlegung und Verschiebung
Ursprünglich sollte Mitte Juni das dreitägige Festival mit prominentem Line-Up in einem ehemaligen Kieswerk im Münchner Osten stattfinden. Nach Beschwerden von Anwohnern, Kommunalpolitikern und Naturschützern planten die Betreiber das Festival im Zwischennutzungsquartier "Lucky Star“ am Oberwiesenfeld im Münchner Norden stattfinden zu lassen.
Das Festival wurde zunächst auf zwei, dann auf einen Tag gekürzt und das Datum auf den 5. September geschoben. Für die Termine im Juni lagen dem KVR vollständige Anträge auf Genehmigung der Veranstaltung vor, für den September-Termin hingegen nicht, wie das KVR dem BR mitteilte.
Veranstalter: Festival nicht mehr "sinnvoll und verantwortbar darstellbar"
In der Absage auf Instagram schrieben die Veranstalter, dass Ihnen "immer wieder Steine in den Weg gelegt wurden" und gewisse Herausforderungen sich "nicht mehr zufriedenstellend lösen ließen".
Auf BR-Anfrage schreibt Veranstalter Leo Wagenhofer, man meine damit "insbesondere die Verlegung des Veranstaltungsortes, die spätere zeitliche Verschiebung sowie die daraus resultierende notwendige Neuabstimmung mit Künstlern, Dienstleistern, Partnern und weiteren Beteiligten." Er schreibt weiter, es habe "nicht den einen ausschlaggebenden Grund" gegeben, der zur Absage geführt hat.
Dass "erneut wesentliche Bestandteile der Veranstaltung" neu geplant werden mussten, habe zur Entscheidung geführt, einen Antrag erst zu stellen, "wenn die hierfür erforderlichen Grundlagen abschließend und belastbar feststehen. Im Verlauf dieser Abstimmungen zeichnete sich jedoch zunehmend ab, dass eine Durchführung unter den gegebenen Voraussetzungen nicht mehr sinnvoll und verantwortbar darstellbar sein würde."
Keine Angabe zur Anzahl verkaufter Tickets
Die endgültige Entscheidung zur Absage fiel somit noch bevor ein vollständiges neues Genehmigungsverfahren für den September-Termin abgeschlossen beziehungsweise überhaupt eingeleitet werden konnte. Wagenhofer ist wichtig zu betonen, "dass dies keine bewusste Umgehung eines Genehmigungsverfahrens war".
Anfangs sprachen die Veranstalter von insgesamt bis zu 40.000 Besuchern. Wie viele Tickets für das Heartbeatz-Festival verkauft wurden, sagt Wagenhofer nicht. Die abschließenden Verkaufszahlen würden derzeit noch mit den beteiligten Ticketing-Partnern abgeglichen, man wolle "zum jetzigen Zeitpunkt keine Zahl nennen, die möglicherweise im Nachgang korrigiert werden müsste."
Ticketinhaber bekommen Geld zurück
Die Rückerstattung der bisher verkauften Tickets habe "höchste Priorität", die Käufer erhielten eine vollständige Rückerstattung bis spätestens 31. Oktober. Die Ticketinhaber würden entsprechend informiert.
Im kommenden Jahr will Wagenhofer das Heartbeatz unter "deutlich stabileren Voraussetzungen" neu auflegen. Dazu gehörten "insbesondere ein final gesicherter Veranstaltungsort, klare organisatorische Zuständigkeiten, verbindliche Vereinbarungen mit den wesentlichen Projektpartnern sowie eine noch frühzeitigere Abstimmung aller relevanten Bereiche".
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