Bei einer Kontrolle in einem ICE bei Passau haben Grenzpolizisten am vergangenen Mittwoch (15.04.) über acht Kilogramm an Goldschmuck sichergestellt. Der wertvolle Schmuck war laut Polizei in mehrere mit Klebeband umwickelte Pakete verpackt, die ein Fahrgast dabei hatte.
- Zum Artikel: Beschlagnahmtes Geld und Gold – was passiert damit?
Fahrgast in Erklärungsnot - woher kommt der Schmuck?
Der 41-jährige Deutsche konnte weder erklären, wo er den Goldschmuck her hatte, noch hatte er irgendwelche Belege dabei. Deshalb stellten die Beamten den Schmuck sicher und ermitteln jetzt wegen des Verdachts der Geldwäsche.
In diesem Zusammenhang wurden laut Polizei Wohn- und Geschäftsräume des Mannes durchsucht und Geschäftsunterlagen gefunden, die für das Verfahren von Bedeutung sein könnten. Der Tatverdächtige wurde nach Befragung und kriminalpolizeilicher Maßnahmen wieder entlassen. Der Wert des Goldschmucks dürfte mehrere Hunderttausend Euro betragen.
Gold -und Bargeld-Serie in Ostbayern ungebrochen
Schleierfahnder entdecken vor allem in Niederbayern und der Oberpfalz regelmäßig hohe Bargeldbeträge oder sogar Gold, vor allem bei Fahrzeugkontrollen.
Im Jahr 2023 hatten die Beamten nach einem spektakulären Fund auf der A3 im Kreis Straubing-Bogen 50 Kilogramm Goldbarren sowie Schmuck und eine halbe Million Euro in bar beschlagnahmt. Bereits Anfang des Folgejahres waren es einmal 240.000 Euro, in einem weiteren Fall 700.000 Euro.
Ende 2024 dann der bis dahin größte Fund in Niederbayern: Schleierfahnder stellten auf der A3 bei Passau rund eine Million Euro Bargeld aus dem Wagen eines 34-Jährigen sicher. Insgesamt beschlagnahmte die Polizei im Jahr 2024 in etwa 17 Fällen rund vier Millionen Euro.
A3 ist wichtige Ost-West-Achse
Auch im laufenden Jahr dauert die Serie an: Anfang Februar haben Beamte bei einer Kontrolle auf der A3 bei Barbing im Landkreis Regensburg mehrere Hunderttausend Euro Bargeld sowie eine niedrige fünfstellige Summe an Bargeld in US-Dollar beschlagnahmt.
Die Polizei erklärt die häufigen Funde auf der A3 mit der Bedeutung der Autobahn als europaweit wichtige Verbindung. Die Autobahn ist auf der Route von Belgien und den Niederlanden durch Deutschland bis Südosteuropa die am meisten befahrene Straße. Deshalb ist die A3 aus Polizeisicht auch ein Kontrollschwerpunkt.
Geld kann leichter eingezogen werden
Wird Geld oder Gold gefunden, müssen die Betroffenen nachweisen, dass sie das Geld auf legale Weise erlangt haben. Seit 2017 können Strafverfolgungsbehörden und Gerichte "Vermögenswerte mit unklarer beziehungsweise krimineller Herkunft leichter einziehen", erklärt das Polizeipräsidium auf seiner Internetseite.
Und das Vorgehen gegen organisierte Kriminalität soll weiter ausgebaut werden: Laut amtierender Bundesregierung werden Zoll und Bundeskriminalamt (BKA) künftig gegenseitig auf Daten zugreifen und mithilfe von Künstlicher Intelligenz auswerten können. Außerdem ist eine neue Ermittlungseinheit beim Zoll geplant: das "Ermittlungszentrum Geldwäsche".
Im Video: Geldfunde auf der A3 - was steckt dahinter - ein BR24 vor Ort
Die Polizei entdeckt bei Kontrollen auf der niederbayerischen A3 häufig größere Mengen Bargeld. Herkunft: unklar. Der Verdacht: Geldwäsche.
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

