Eine Frau in orangenen Klamotten mit Reflektoren steht mit einem Müllsack und einer Greifzange in der Stadt. Hinter ihr steht ein Fahrzeug der Straßenreinigung. Auf dem Boden liegt etwas Schnee.
Eine Frau in orangenen Klamotten mit Reflektoren steht mit einem Müllsack und einer Greifzange in der Stadt. Hinter ihr steht ein Fahrzeug der Straßenreinigung. Auf dem Boden liegt etwas Schnee.
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Marlene Fuchs ist die einzige Frau unter rund 300 Männern bei der Straßenreinigung des Nürnberger Servicebetrieb Öffentlicher Raum.
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Marlene Fuchs ist die einzige Frau unter rund 300 Männern bei der Straßenreinigung des Nürnberger Servicebetrieb Öffentlicher Raum.

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Allein unter Männern – Nürnbergs einzige Straßenreinigerin

Allein unter Männern – Nürnbergs einzige Straßenreinigerin

Sie kehrt, streut und reinigt – Marlene Fuchs ist die einzige Frau unter rund 300 Männern bei der Straßenreinigung des Nürnberger Servicebetrieb Öffentlicher Raum. Anfangs seien Kollegen irritiert gewesen, doch sie hat sich durchgesetzt.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Franken am .

Marlene Fuchs ist eine Powerfrau, die gern anpackt. Als Straßenreinigerin arbeitet sie für den Nürnberger Servicebetrieb Öffentlicher Raum. Dort hat sie sich in einer vermeintlichen Männerdomäne durchgesetzt. Aber: Noch ist sie dort ein Einzelfall.

Straßenreinigung: "Immer in Bewegung und an der frischen Luft"

Fünf Uhr morgens – für Marlene Fuchs heißt das: Schichtbeginn. Es hat die ganze Nacht über geschneit in Nürnberg, somit beginnt der Arbeitstag heute eine Stunde früher als sonst für die 54-jährige Straßenreinigerin. Marlene Fuchs belädt ihren Einsatzwagen mit Schaufel, Besen, Streuguteimer und jeder Menge Müllsäcken. Seit fünf Jahren arbeitet sie als Straßenreinigerin in Nürnberg.

Fuchs hat schon einige Jobs hinter sich: im Büro eines Autohauses, bei einer Sicherheitsfirma am Flughafen oder auch als Tagesmutter. Die jetzige Tätigkeit gefällt ihr mit Abstand am besten. "Ich bin immer in Bewegung und an der frischen Luft. Das tut mir gut", sagt sie.

Kraft, Ausdauer und Ehrgeiz nötig

Raus geht’s bei jedem Wetter. Die Arbeit ist zum Teil körperlich fordernd. Nach dem Streuen leert Marlene Fuchs diverse Mülleimer im Stadtgebiet aus. Was am Boden liegt, wird mit der Greifzange aufgehoben. Der Müllsack wird minütlich schwerer. Kraft, Ausdauer und einen gewissen Ehrgeiz müsse man schon für diesen Job mitbringen, beteuert die Wahl-Nürnbergerin mit hessischen Wurzeln.

Fuchs hat sich in einer vermeintlichen Männerdomäne behauptet, was anfangs nicht immer ganz leicht gewesen ist. Fuchs: "Einige Kollegen waren anfangs irritiert, was denn so ein zartes Geschöpf hier mache."

Stadt Nürnberg: Es fehlt an Bewerberinnen

Die Stadt Nürnberg als Arbeitgeberin wünscht sich generell mehr Frauen wie Marlene Fuchs nicht nur für das Ressort der Straßenreinigung, nur fehle es schlichtweg an Bewerberinnen, bilanziert Nürnbergs dritter Bürgermeister und SÖR-Werksleiter Christian Vogel. Die Hemmschwelle sei wohl zu hoch, dabei sei die Tätigkeit durchaus für Frauen zu stemmen.

Er kenne das Problem auch vom technischen Dienst bei der Feuerwehr. Da hätten sich zunächst auch kaum Frauen beworben, inzwischen habe sich das aber verbessert. Bewerberinnen für den Dienst als Straßenreinigerin seien herzlich willkommen.

Straßenreinigung - ein abwechslungsreicher Job

Marlene Fuchs hat eine 39 Stunden Woche. Der Job sei sehr abwechslungsreich: wechselnde Einsatzgebiete, mal allein, mal im Team unterwegs und regelmäßig gebe es auch persönlichen Dank von der Bevölkerung, deren Müll sie gerade wegräume. Das sei ihr jedes Mal eine Bestätigung, dass sie im richtigen Beruf angekommen sei.

Am Ende des Tages wisse man, was geschafft ist und Nürnberg sei wieder ein Stück sauberer. Das sei durchaus ein befriedigendes Gefühl, meint die einzige Straßenreinigerin der Stadt Nürnberg.

Im Video: Eine Frau in einer Männerdomäne

Marlene Fuchs ist in ihrem Beruf eine Frau unter Männern
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Marlene Fuchs ist in ihrem Beruf eine Frau unter Männern

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