Britischer Ex-Prinz Andrew nach Festnahme wieder freigelassen
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Nach seiner Festnahme ist er unter Auflagen wieder frei. Die Ermittlungen gegen ihn in der Epstein-Affäre laufen aber weiter.
Bildrechte: Bayerischer Rundfunk 2026
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Nach seiner Festnahme ist er unter Auflagen wieder frei. Die Ermittlungen gegen ihn in der Epstein-Affäre laufen aber weiter.

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Britischer Ex-Prinz Andrew nach Festnahme wieder freigelassen

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Der frühere britische Prinz Andrew ist an seinem 66. Geburtstag von der Polizei festgenommen worden. Nach mehreren Stunden kam er wieder frei. Um Missbrauchsvorwürfe im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal geht es bei den Ermittlungen offenbar nicht.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Der Skandal um Sexualstraftäter Jeffrey Epstein stürzt das britische Königshaus in eine historische Krise: Die Polizei hat den früheren Prinzen Andrew festgenommen, dem 66-Jährigen wird Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt vorgeworfen. Knapp zwölf Stunden nach seiner Festnahme wurde er am Abend wieder freigelassen, die Ermittlungen dauern der Polizei zufolge weiter an. "Wir können außerdem bestätigen, dass unsere Durchsuchungen in Norfolk nun abgeschlossen sind", heißt es in der Mitteilung der Polizei vom Abend. Nähere Angaben zu den Ermittlungen machten die Beamten zunächst nicht.

Andrew soll in seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter vertrauliche Dokumente an den 2019 gestorbenen US-Unternehmer Epstein weitergeleitet haben. Mutmaßliche Sexualdelikte werden in den Angaben zur Festnahme nicht erwähnt. Abgeholt wurde Andrew an seinem 66. Geburtstag.

Weiterer Schlag für das Königshaus

König Charles III. nahm die Nachricht über die Festnahme seines jüngeren Bruders "mit größter Besorgnis" zur Kenntnis. "Lassen Sie mich klarstellen: Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen", teilte der 77-jährige König in einer schriftlichen Stellungnahme mit. Die Polizei könne sich auf seine "uneingeschränkte und vorbehaltlose Unterstützung und Zusammenarbeit" stützen.

Andrew war schon vor langer Zeit in Ungnade gefallen

Andrew, der wegen seiner Verbindung zu dem US-Finanzier bereits seine Titel und Ehren verloren hatte, äußerte sich zunächst nicht zu der Entwicklung, die in Großbritannien für Aufruhr sorgte. Die Thames Valley Police hatte am Vormittag mitgeteilt, es habe Durchsuchungen an Adressen in Berkshire und Norfolk gegeben. Das Vergehen des Fehlverhaltens in einem öffentlichen Amt kann dem Crown Prosecution Service zufolge mit einer lebenslangen Haftstrafe bestraft werden. Ein früherer hochrangiger Polizeibeamter sagte der BBC, dass die Beamten durch die Festnahme Zugang zu Computerausrüstung, Dateien, Fotos und anderen Beweismitteln erhalten würden. Der Druck sei in den vergangenen Tagen stetig gewachsen.

Welche Rolle spielt Andrew im Epstein-Skandal?

Die Festnahme folgte auf die Veröffentlichung weiterer Dokumente aus den Ermittlungsakten zu Epstein durch das US-Justizministerium. Britische Medien hatten darin E-Mails entdeckt, die nahelegen, dass Andrew Berichte offizieller Besuche in Hongkong, Vietnam und Singapur an den Finanzier weitergeleitet hat. Epstein hatte mit der Verwaltung und Anlage des Geldes anderer ein Vermögen angehäuft. Die polizeilichen Ermittlungen gegen Andrew bedeuten nicht automatisch, dass er sich strafbar gemacht hat. Eines der prominentesten Epstein-Opfer, die mittlerweile gestorbene Virginia Giuffre, hatte Andrew vorgeworfen, sie mehrmals missbraucht zu haben, auch als Minderjährige. Der Royal wies diese Vorwürfe stets zurück. Andrew hatte auch nach der Verurteilung von Epstein wegen Sexualdelikten in den späten 2000er-Jahren teils engen Kontakt zu dem Sexualstraftäter gepflegt, ebenso wie seine Ex-Frau Sarah Ferguson.

Mit Informationen von dpa und AP

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