Die Asiatische Hornisse "Vespa Velutina".
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Angst um Bienen: Wie Imker gegen Asiatische Hornissen vorgehen

Angst um Bienen: Wie Imker gegen Asiatische Hornissen vorgehen

Die invasive Asiatische Hornisse ist gefährlich, da sie ganze Bienenvölker hinwegraffen kann. Im Oberallgäu haben Imker wochenlang nach dem Insekt und seinem Nest gesucht, um es zu vernichten. Doch die Sorge bleibt, ob sich die Art weiter ausbreitet.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Schwaben am .

Die Stimmung bei den Oberallgäuer Imkern ist gedrückt. Eigentlich hatten sie geglaubt, den Kampf gegen die invasive Asiatische Hornisse in der Region um Oy-Mittelberg gewonnen zu haben. Doch dann tauchten vor dem Bienenhaus wieder zwei neue Hornissen auf. Dem Wertacher Imkervorstand Tobias Bestle ist der Schock anzusehen: "Hoffen wir, dass es nur einzelne waren, die noch übrig geblieben sind. Aber das weißt du halt nicht."

Asiatische Hornisse frisst Honigbienen

Rückblick: Anfang September hatte alles begonnen, als Imker Hubert Heinisch vor seinem Bienenhaus makabre Szenen beobachten musste: Asiatische Hornissen fangen unzählige seiner Honigbienen, zerlegen sie und transportieren sie ab – als Futter für ihre Brut. "Schlimm" und "traurig" sei das gewesen, sagt Heinisch. Umgehend informiert er seine Imker-Kollegen.

Schnell ist klar: Um die invasive Art einzudämmen, müssen sie das Hornissen-Nest finden und vernichten. "Am Anfang war ich verzweifelt," erzählt Imkervorstand Bestle. "Wo soll man da anfangen zu suchen?" Außerdem sei Eile angesagt gewesen, ergänzt der Oberallgäuer Hornissenbeauftragte Michael Schäfer. "Was natürlich um die Jahreszeit auch passiert: Es schlüpfen jetzt die jungen Weibchen und die Männchen, also die Geschlechtstiere". Aber nur die Weibchen würden überwintern, erklärt Schäfer. Und diese würden dann im nächsten Jahr wieder ein neues Volk bilden." Die Hornissen könnten so schlagartig mehr werden.

Wie das Hornissen-Nest gefunden wurde

Die Imker und der Hornissenfachmann gehen strategisch vor: Sie stellen Locktöpfe auf, verfolgen die Flugbahnen und suchen tagelang die Umgebung ab. Bald deutet alles darauf hin: Das Nest muss im benachbarten Gemeindegebiet von Oy-Mittelberg liegen. Sofort unterstützt der örtliche Imkerverein die Suche.

In einer abgelegenen, wenig genutzten Scheune werden sie fündig: Unterm Firstbalken hängt ein riesiges Nest mit 2.000 bis 4.000 Hornissen, schätzt Fachmann Schäfer: "Es war schon aufregend." Vorsichtig entfernen sie das rund 50 Zentimeter große Hornissennest, packen es in eine Kiste und frieren die Hornissen samt Nest ein, um sie abzutöten.

Sichtungen der Hornisse sollten gemeldet werden

Die Erleichterung nach dem Fund des Nestes ist groß: "Ich bin froh, dass man das erwischt hat", sagt Imker Heinisch. "Weil das war ja kurz vor knapp, wenn du hörst, wie die sich vermehren können."

Inzwischen ist auch klar: Bei der erneuten Sichtung handelte es sich wohl tatsächlich nur um übrig gebliebene Hornissen. Auch diese hat Fachmann Schäfer entfernt. Entwarnung bedeutet das aber noch nicht: Die Imker müssen weiter aufmerksam ihre Bienenstände beobachten. Aufhalten werden sie die Invasion der Asiatischen Hornisse auch mit viel Engagement nicht mehr, dafür ist sie in Europa inzwischen zu weit verbreitet. Aber die Imker hoffen, sie im Oberallgäu derzeit noch aufhalten zu können. Schäfer appelliert deshalb, Sichtungen der Asiatischen Hornisse zu melden.

Unterschiede zwischen Asiatischer und Europäischer Hornisse

Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner als die europäische Variante und auch anders gefärbt. So hat der Kopf der Europäischen Hornisse eine rötliche bis schwarze Farbe – die Asiatische dagegen einen schwarzen Kopf mit einer orangenen Stirnfärbung. Komplett schwarz ist auch die Brust der Asiatischen Hornisse, das letzte Drittel des Hinterleibs ist gelb-orange gefärbt. Markant sind zudem die gelben Füße.

Ist die Asiatische Hornisse gefährlich?

Genau wie die Europäische Hornisse gilt die Asiatische Hornisse als friedfertig. Sie sticht nur zur Verteidigung von Nest oder Nachwuchs zu – grundlos wird der Mensch nicht angegriffen. Aufgrund eines längeren Stachels im Vergleich zur Honigbiene oder Wespe kann ein Stich etwas schmerzhafter ausfallen, heißt es beim Naturschutzbund Deutschland. Für Menschen, die allergisch auf Hornissenstiche reagieren, kann ein Stich aber durchaus gefährlich werden.

Die Asiatische Hornisse.
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Die Asiatische Hornisse.

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