Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erhält im Goldenen Saal des Rathauses den Elisabethpreis.
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Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erhält im Goldenen Saal des Rathauses den Elisabethpreis.
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Augsburg: Merkel ruft zu Solidarität und Mitmenschlichkeit auf

Augsburg: Merkel ruft zu Solidarität und Mitmenschlichkeit auf

Angela Merkel ist heute Abend in Augsburg mit dem Elisabethpreis des Caritasverbands für die Diözese Augsburg ausgezeichnet worden. Die frühere Bundeskanzlerin nahm den undotierten Ehrenpreis persönlich im Goldenen Saal des Rathauses entgegen.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Sie freue sich, so Angela Merkel in ihrer Dankesrede, einen Preis zu erhalten, "der denjenigen Menschen gewidmet sei, die anderen Menschen helfen". Die Heilige Elisabeth, nach der der Elisabethpreis benannt ist, sei mit 24 Jahren gestorben und habe trotzdem einen großen Fußabdruck hinterlassen, sodass man sich immer noch an sie erinnere.

Die frühere Kanzlerin sagte, sie würde sich wünschen, "dass wir das, was der Herrgott uns mitgegeben hat, einsetzen, um anderen zu helfen. Und dass wir dann vielleicht erstaunt feststellen, dass wir glücklicher sind als vorher!" Und weiter: Sie sei froh über die Unterschiede der Menschen, so Merkel. In der DDR habe man alle Unterschiede gleichmachen wollen – es habe sich gezeigt, dass das nicht funktioniere.

Ex-Kanzlerin spricht über frühere Herausforderungen

Merkel dankte den Helfern der Caritas, die bundesweit etwa 13 Millionen Menschen unterstützen. Sie wisse auch, dass viele im Ehrenamt tätig seien, trotz knapp bemessener Zeit. Gleichzeitig warf sie auch einen Blick zurück auf ihre Zeit als Kanzlerin: "Natürlich war die Zeit, als so viele Flüchtlinge ankamen, eine große Herausforderung". Für sie habe sich die Frage gestellt: "Ist das die Würde des Menschen oder sind das nur Sonntagsreden?" Natürlich sei nicht alles gelungen, "was wir uns vorgenommen haben". Aber sich gar nichts mehr vorzunehmen, sei der ganz falsche Weg.

Caritas würdigt Merkels Einsatz

Die Caritas würdigt mit der Auszeichnung Merkels Einsatz für Solidarität, Verantwortung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Eva Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbands, lobte Merkels "inneren Kompass", mit dem sie über 16 Jahre die Geschicke des Landes gelenkt habe. Der Augsburger Diakon Markus Müller betonte, der Elisabethpreis ehre "keine Ämter, sondern Haltung" – gerade in einer Zeit wachsender gesellschaftlicher Gräben.

Sarah Bosetti hält Laudatio auf Merkel

Die Laudatio hielt die Schriftstellerin und Kabarettistin Sarah Bosetti. Angela Merkel sei eine Frau, die "ihr Ego weit hinter ihren Job stellt", die "schon 2015 das Wort WIR ausspricht und alle Menschen im Stadtbild meint". Und die als Physikerin an Wissenschaft glaube und "an so was Abgefahrenes wie Menschenwürde und Anstand", konstatierte Bosetti und erhielt dafür einen langen Applaus der Gäste im voll besetzten Goldenen Saal.

Bossetti fragte Merkel zudem mit einem Augenzwinkern, ob sie nicht gewillt sei, bei der nächsten Wahl wieder anzutreten. Immerhin habe sie es geschafft, "uns 16 Jahre lang vor Friedrich Merz zu bewahren" – für dieses Bonmot hatte die Kabarettistin die Lacher der Zuhörer auf ihrer Seite. Merkel winkte ab – auch Satiriker würden es nicht immer vermögen, Wünsche in die Realität umzusetzen. Eine Kandidatur komme für sie nicht mehr in Frage.

Politiker verschiedener Parteien unter den Gästen

Unter den Gästen befanden sich der frühere Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU), der Augsburger Bischof Bertram Meier, Staatsminister Fabian Mehring (FW), die Bundestagsabgeordnete Heike Heubach (SPD) und der Augsburger Oberbürgermeister Florian Freund (SPD), dazu viele Mitarbeiter und Ehrenamtliche der Caritas und der Kirche.

Der Festakt markiert den Auftakt der dreitägigen zentralen Feierlichkeiten zum bundesweiten Caritas-Sonntag in Augsburg. Unter dem Motto "Zusammen geht was! Caritas verbindet Generationen" stehen Veranstaltungen wie ein Familientag auf dem Moritzplatz, ein ökumenisches Abendgebet in St. Anna mit den neuen "Augsburger Thesen" sowie ein Festgottesdienst mit Bischof Bertram Meier im Dom auf dem Programm.

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