Wehrmauern der spätmittelalterlichen Stadtbefestigung aus dem 13./14. Jahrhundert mit Wehrturm und späterer Wehrgrabenbefestigungsmauer.
Wehrmauern der spätmittelalterlichen Stadtbefestigung aus dem 13./14. Jahrhundert mit Wehrturm und späterer Wehrgrabenbefestigungsmauer.
Bild
Wehrmauern der spätmittelalterlichen Stadtbefestigung aus dem 13./14. Jahrhundert mit Wehrturm und späterer Wehrgrabenbefestigungsmauer.
Bildrechte: Günther Fleps, Stadtarchäologie
Schlagwörter
Bildrechte: Günther Fleps, Stadtarchäologie
Audiobeitrag

Wehrmauern der spätmittelalterlichen Stadtbefestigung aus dem 13./14. Jahrhundert mit Wehrturm und späterer Wehrgrabenbefestigungsmauer.

Audiobeitrag
>

Augsburg: Theaterbaustelle gibt 2.000 Jahre Stadtgeschichte frei

Augsburg: Theaterbaustelle gibt 2.000 Jahre Stadtgeschichte frei

Auf der Baustelle des Augsburger Staatstheaters sind Archäologen auf Reste einer römischen Siedlung und mittelalterliche Wehrmauern gestoßen. Auch Schmuck, Keramikgefäße und Münzen wurden entdeckt. Die Funde werden nun wissenschaftlich ausgewertet.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Schwaben am .

Die archäologischen Ausgrabungen auf der Baustelle des Augsburger Staatstheaters sind nach acht Jahren abgeschlossen. Dabei wurden Spuren und Fundstücke aus mehr als 2.000 Jahren Stadtgeschichte freigelegt, informierte die Stadt Augsburg in einer Mitteilung.

Überreste einer römischen Siedlung

Zu den wichtigsten Entdeckungen zählen demnach Relikte einer römischen Siedlung entlang einer damaligen Fernhandelsstraße. Gefunden wurden unter anderem Reste einer Straße und einer Wasserleitung sowie von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, Kellern, Brunnen und Latrinen. Zudem legten die Archäologen mehrere Gräber frei. Zu den geborgenen Gegenständen gehören Keramik- und Glasgefäße, Schmuck, Schlüssel und Münzen.

Wehranlage aus dem Mittelalter

Aus dem Mittelalter kamen Teile der Stadtbefestigung wie Wehrmauern und Wehrturm in ungewöhnlich gutem Zustand ans Licht, die aus dem 12. und 13. Jahrhundert stammen. Entdeckt wurden außerdem Kellergeschosse des früheren Kornstadels, Teile des Fassadenschmucks des ersten Theaterbaus von 1877 sowie Überreste des westlich des Theaters gelegenen Neptunbrunnens.

Grabungsleiter Günther Fleps sprach von einer der herausforderndsten Ausgrabungen der vergangenen drei Jahrzehnte in Augsburg. Alle Befunde und Funde seien dokumentiert und im Zentraldepot der Stadtarchäologie eingelagert worden. Nun sollen die wissenschaftliche Auswertung und ein Abschlussbericht folgen.

Theatersanierung wird fortgesetzt

Mit dem Ende der Grabungen kann die nächste Bauphase der Theatersanierung beginnen. Ende Oktober oder Anfang November soll die Bodenplatte für das neue Betriebsgebäude gegossen werden. Dort entstehen Werkstätten, Probebühnen, Lagerflächen und Verwaltungsbereiche. Das sogenannte Kleine Haus soll ab Frühjahr 2027 errichtet werden. Ziel ist es nach Angaben der Stadt, die Sanierung des Großen Hauses 2029 zu beenden und die beiden Neubauten bis 2030 fertigzustellen.

Für die Einhausung eines tiefreichenden mittelalterlichen Kellers wird vom 17. bis 25. August zudem das Ottmarsgässchen für den Autoverkehr gesperrt. Die dort erhaltene Fundschicht soll dauerhaft im Boden geschützt werden.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!