Gut gefülltes Festzelt auf dem Augsburger Oster-Plärrer
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Bierzelt bei der Eröffnung des Osterplärrers 2026 am Ostersonntag
Bildrechte: picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer
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Bierzelt bei der Eröffnung des Osterplärrers 2026 am Ostersonntag

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Augsburger Plärrer stemmt sich gegen die Inflation

Augsburger Plärrer stemmt sich gegen die Inflation

Endspurt auf dem Augsburger Plärrer, bei besten Bedingungen – warmes Frühlingswetter, Sonnenschein, Preise auf dem Niveau des Vorjahres, und das bei steigender Inflation. Und es zeigt sich: Das Konzept geht auf, die Menschen strömen zuhauf herbei.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau - Der Süden am .

Es ist ein Statement, als Wirte und Schausteller vor Beginn des Osterplärrers klar machen: Die Preise für Bier, Lebensmittel und Fahrgeschäfte bleiben stabil. Sie stemmen sich damit gegen den Trend. Denn die Inflation in Deutschland steigt, im März wurde alles im Schnitt um 2,7 Prozent teurer.

Plärrer – "ein kollektives Erlebnis"

Die Devise von Josef Diebold, dem Chef der schwäbischen Schausteller: "Hauptsache, die Menschen kommen. Ein halbleeres Festzelt ist ein Stimmungskiller." Und das können sich die Veranstalter nicht leisten. "Die Stimmung darf nicht kippen. Der Plärrer ist ein kollektives Erlebnis. Unser Produkt ist Spaß und Freude. Die Welt ist voller Krisen, das hält kein Mensch auf Dauer aus. Wir brauchen alle auch mal eine Auszeit!"

Der Geldbeutel sitzt nicht mehr so locker

Insbesondere bei den Familien sei seit einigen Jahren spürbar, so Diebold, dass sie das Geld mehr zusammenhalten. Sie seien heuer vor allem an den Familientagen gekommen, an denen es ermäßigte Preise bei Fahrgeschäften und Rabatte bei Essens- und Spielständen gibt. Für 150 Euro könne eine Familie den ganzen Tag auf dem Volksfest verbringen. Die jungen Leute hätten dagegen mehr Kaufkraft, so seine Beobachtung.

Gute Stimmung – weniger volle Kassen

Um die Menschen nicht zu verprellen, verzichten die Schausteller beim Osterplärrer lieber auf Preiserhöhungen. Dafür nehmen sie Gewinneinbußen in Kauf. Und am letzten Plärrer-Wochenende zeigt sich Josef Diebold überzeugt: Das Konzept ist aufgegangen. "Mega" die Stimmung, viel positives Echo der Besucher, volle Bierzelte, Karussells und Riesenrad immer in Bewegung. Ein richtiges Problem hätten die Schausteller erst, wenn bei bestem Wetter die Gäste ausblieben. Davon könne nicht die Rede sein.

"Die Botschaft war die richtige, die Preise nicht zu erhöhen. Auch wenn klar ist, dass uns weniger in der Kasse bleibt, weil wir Wirte und Schausteller ja selbst höhere Kosten tragen müssen. Energie, Lebensmittel, Dienstleistungen – alles ist teurer geworden." Jammern wolle er aber nicht, sagt Diebold, sondern lieber optimistisch nach vorne schauen. Ob man auch beim Herbstplärrer an der Strategie der stabilen Preise festhalten werde, müsse man noch sehen, sagt Diebold. Er jedenfalls sei jedes Mal stolz, wenn – allen Krisen zum Trotz – die Menschen zur Eröffnung auf den Festplatz strömten.

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