Symbolbild: Playmobilfiguren in einer Kiste
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Aus für Playmobil-Produktion in Deutschland

Aus für Playmobil-Produktion in Deutschland

Ende einer Ära: Playmobil schließt sein Werk im fränkischen Dietenhofen, die Beschäftigten sind bereits freigestellt. Die weltbekannten Spielfiguren werden jetzt nur noch auf Malta und in Tschechien produziert – aus Kostengründen.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten Franken am .

Fast jedes Kind kennt die ewig lächelnden Spielfiguren. Produziert werden diese jetzt nur noch im Ausland. Eine Woche vor der offiziellen Schließung des Werks in Dietenhofen im Kreis Ansbach sind die verbliebenen Beschäftigten gegen Bezahlung freigestellt worden. "Die Produktion ruht", sagte ein Sprecher des Herstellers Horst Brandstätter Group. 

Produktion in Tschechien und auf Malta billiger

Gegenüber dem BR erklärte der Sprecher: "Die Witterung und viele Krankheitsfälle führten dazu, die Produktion bereits früher einzustellen. Und das war mit dem gestrigen Tag der Fall, da der reguläre Produktionsablauf nicht mehr gewährleistet werden konnte."

Die Produktion der international bekannten Playmobilfiguren soll aus Kostengründen in den Werken in Malta und Tschechien gebündelt werden. Produktentwicklung, Verwaltung, Marketing, Vertrieb und Logistik sollen dem Sprecher zufolge in Deutschland bleiben. "Playmobil bleibt als traditionsreicher Spielzeughersteller in Deutschland verwurzelt", sagte der Firmensprecher. 

Sozialplan für die Beschäftigten vereinbart

Der Hersteller aus Zirndorf im Kreis Fürth hatte im Februar überraschend verkündet, das Werk in Dietenhofen zum 30. Juni zu schließen. Mit den Arbeitnehmervertretern wurde ein Sozialplan mit einer Transfergesellschaft sowie Abfindungen für die rund 350 betroffenen Beschäftigten vereinbart. 

Die Gewerkschaft IGBCE kritisierte damals nicht nur die Schließung als falschen Schritt, sondern auch die Kommunikation. Auf der weltgrößten Spielwarenmesse in Nürnberg Ende Januar hatte Playmobil-Vorstand Bahri Kurter noch davon gesprochen, dass einiges für eine Trendumkehr bei dem angeschlagenen Hersteller spreche. Eine Woche später wurde die Belegschaft über die Verlagerung der Produktion in Dietenhofen informiert.

Für die Belegschaft ist eine "Welt zusammengebrochen"

"Das war eine Katastrophe. Für viele von uns ist eine Welt zusammengebrochen", sagte der Playmobil-Betriebsratsvorsitzende Michael Ulbrich der dpa. Wie viele andere seiner Kolleginnen und Kollegen war er seit vielen Jahren in dem traditionsreichen Werk beschäftigt. Der Betriebsrat sei an dem Tag erst kurz vor der Belegschaft informiert worden, sagte er. "Man hat einen wertschätzenden Umgang absolut vermisst", so der Betriebsratschef.

Die Spielwelten von Playmobil verkauften sich in den vergangenen Jahren zunehmend schlechter, der Hersteller verzeichnete wiederholt Umsatzrückgänge. Die Schließung des Werks in Dietenhofen sei aufgrund der hohen Lohn- und Energiekosten unausweichlich gewesen, sagte der Sprecher. Ziel sei es, wieder nachhaltig zu wachsen und das Unternehmen zu stabilisieren.

BR24 auf Instagram: Playmobilwerk in Dietenhofen schließt

Mit Informationen von dpa.

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