Die Vorsitzenden der Kommission Constanze Janda (2.v.l) und Frank-Jürgen Weise (2.v.r) übergeben den Bericht der Alterssicherungskommission über umfassende Schritte als Grundlage für eine Rentenreform an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bärbel Bas (SPD), Bundesministerin für Arbeit und Soziales und SPD-Parteivorsitzende.
Die Vorsitzenden der Kommission Constanze Janda (2.v.l) und Frank-Jürgen Weise (2.v.r) übergeben den Bericht der Alterssicherungskommission über umfassende Schritte als Grundlage für eine Rentenreform an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bärbel Bas (SPD), Bundesministerin für Arbeit und Soziales und SPD-Parteivorsitzende.
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Jetzt hat die Expertenkommission ihr Konzept zur Rentenreform vorgestellt. Ein Überblick.
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Jetzt hat die Expertenkommission ihr Konzept zur Rentenreform vorgestellt. Ein Überblick.

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Rentenreform: Das sind die wichtigsten Vorschläge

Rentenreform: Das sind die wichtigsten Vorschläge

Schwarz-Rot will in diesem Sommer ein Paket an Reformen auf den Weg bringen. Ein dicker Brocken: die Stabilisierung der gesetzlichen Rente. Jetzt hat die Expertenkommission ihr Konzept vorgestellt. Ein Überblick.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Dass die gesetzliche Rente reformiert werden muss – darin besteht in Berlin schon länger weitgehend Einigkeit: Die Menschen werden im Schnitt älter, auf einen Rentner kommen weniger Beitragszahler als früher. Schon jetzt muss der Bund viel Steuergeld ins System pumpen, um es am Laufen zu halten. Nach jahrelanger politischer Debatte und monatelangen Beratungen von Fachleuten und Abgeordneten liegt jetzt ein Gesamtkonzept vor.

Merz will "alle Elemente des Reformpakets umsetzen"

Der Kanzler hat sich am Vormittag voll und ganz hinter die Pläne gestellt: "Alle Elemente dieses Reformpakets müssen jetzt zügig umgesetzt werden", sagte Friedrich Merz (CDU) bei der Vorstellung des Konzepts.

Wie wollen die Fachleute die gesetzliche Rente sichern? Was ändert sich für Beitragszahler und Menschen im Ruhestand? Antworten auf wichtige Fragen.

Kommt jetzt die Rente mit 70?

Von einer Anhebung des Rentenalters auf 70 Jahre steht nichts im Konzept. Allerdings schlagen die Fachleute vor, den Renteneintritt an die Lebenserwartung zu koppeln. Nach der bisherigen Regelung wird die Altersgrenze bis 2031 auf 67 Jahre angehoben. Der Vorschlag sieht vor, dass sie perspektivisch auf 67,5 Jahre steigt – mit dem Ziel, die Rentenversicherung zu entlasten.

Die Anpassung des Rentenalters soll regelmäßig überprüft werden. Steigt die statistische Lebenserwartung weiter, müsste das Rentenalter erneut angehoben werden. Theoretisch ist aber auch möglich, dass die Altersgrenze sinkt – je nachdem, wie sich die Lebenserwartung entwickelt. Dies gilt aber als unwahrscheinlich.

Was wird aus der "Rente mit 63"?

Bisher konnten langjährig Versicherte vorzeitig in den Ruhestand gehen – ohne Abschläge. Vorausgesetzt, sie haben mindestens 45 Jahre lang Beiträge gezahlt. Diese Möglichkeit wollen die Fachleute für die Zukunft streichen. Und sie raten generell davon ab, das Rentenalter allein an Beitragsjahre zu koppeln. Ein Punkt, über den immer wieder diskutiert wurde.

Kritiker der "Rente mit 63" argumentieren, dass vor allem Gutverdiener ohne größere gesundheitliche Probleme diese Möglichkeit genutzt hätten. Allerdings ist ein Ausgleich für Menschen geplant, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können.

Wer auf das Rentenalter zusteuert und eine Gesundheitsprüfung durchläuft, soll bei einem entsprechenden Ergebnis leichter an eine Rente kommen. Schon jetzt gilt, dass man nicht mehr mit 63 in Rente gehen kann, weil auch die Regeln zum vorzeitigen Ruhestand an das steigende allgemeine Rentenalter angepasst werden.

Welche Änderung schlagen die Experten bei der Altersteilzeit vor?

Zurzeit kann man ab einem Alter von 55 Jahren Altersteilzeit in Anspruch nehmen. Wenn es nach den Fachleuten geht, soll das künftig erst ab 58 Jahren möglich sein. Altersteilzeit nach dem sogenannten Blockmodell soll nicht mehr möglich sein. Gemeint ist eine Aufteilung in zwei Abschnitte: Im ersten arbeitet man Vollzeit, erhält aber nur einen Teil des Gehalts. In der zweiten Phase arbeitet man gar nicht mehr, bei fortlaufendem Gehalt auf Teilzeit-Niveau.

Sollen mehr Menschen Rentenbeiträge zahlen?

Ja. Wer sich selbständig macht, soll in der Regel verpflichtend ins gesetzliche Rentensystem einbezogen werden. Gerade in dieser Gruppe besteht laut Fachleuten im Alter oft ein Armutsrisiko. Wer schon jetzt als Selbständiger arbeitet, soll auch in die gesetzliche Rente eingebunden werden – allerdings mit der Möglichkeit zu widersprechen.

Außerdem schlagen die Fachleute vor, Landtags- und Bundestagsabgeordnete sowie die Chefs von Aktiengesellschaften zu Pflichtversicherten zu machen.

Was hat es mit der Idee einer Kapitalrente auf sich?

Eigentlich wird die gesetzliche Rente über Sozialbeiträge sowie mit Steuergeld finanziert. Die Experten empfehlen, dass jetzt noch eine kapitalgedeckte Komponente dazukommt. Mittelfristig schwebt ihnen dafür ein zusätzlicher Beitragssatz von zwei Prozent des Bruttoeinkommens vor, der je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern bezahlt wird. Das Geld soll auf dem Aktienmarkt angelegt werden. In der Hoffnung, die gesetzliche Rente durch langjährig gute Renditen zu stärken.

Was soll mit Minijobs passieren?

Minijobber müssen bisher keine Rentenbeiträge zahlen. Das wollen die Fachleute ändern. Für Schüler soll es Ausnahmen geben.

Ist das alles schon beschlossene Sache?

Nein. Die Kommission hat jetzt ihre Arbeitsergebnisse vorgestellt. Nächste Woche will die Koalition einen Zeitplan festlegen. Bis zur parlamentarischen Sommerpause sollen Eckpunkte stehen, danach will Schwarz-Rot in die Gesetzgebung gehen. Für den Kanzler steht jedenfalls fest: "Es muss schnell gehen."

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