Zum 76. Mal findet in diesem Jahr die Bamberger Sandkerwa statt. Kein Volksfest auf einem Platz, sondern mitten in den Gassen der Weltkulturerbestadt. Vorbei schlendern an Klein-Venedig, Abendstimmung in der Sandstraße genießen. Die Sandkwerwa gilt als eine der schönsten Feste in Bayern.
Ein Paar repräsentiert die Sandkerwa
Jahrelang wurde nur das Sandmadla gekürt, in diesem Jahr herrscht Gleichberechtigung und ein Sandbu kommt dazu. Die Initiative ging vom 20-järhrigen Benjamin Schäflein selbst aus. Er bewarb sich ebenfalls und die Organisatoren und Sponsoren entschieden, dass es diesmal sowohl eine weibliche Repräsentantin als auch einen männlichen geben soll.
Nicht neu aber mal wieder wird auch Michael Stoschek mit seinem Amphibienfahrzeug auf der Regnitz zur Sandkerwa fahren. Immer wieder gab es Kritik, heuer fährt der Brose-Unternehmer mit sämtlichen amtlichen Genehmigungen mit seinem Volkswagen Typ 166 wieder auf der Regnitz.
Treffpunkt für viele Touristen und Einheimische
Rund 200.000 Besucher werden auch in diesem Jahr wieder in Bamberg zur Sandkerwa kommen. Es erwartet sie keine großen Fahrgeschäfte und Attraktionen, sondern ein Feiern in einem besonderen Flair, mitten in engen Gassen, vor dem Ambiente von Klein-Venedig. Geboten werden dafür aber fränkisches Bier und zahlreiche Gaumenfreuden.
Höhepunkt der Sandkerwa ist das jährliche Fischerstechen am Sonntag. Vor der Kulisse von Klein-Venedig versuchen die Teilnehmer sich mit langen Lanzen von Booten in die Regnitz zu stoßen. Dabei stehen die Kontrahenten auf kleinen, 50 mal 50 Zentimeter großen Bretten. Organisiert wird der historische Brauch von der Unteren Schiffer- und Fischerzunft Bamberg. Und er zieht jedes Jahr Massen an Zuschauern an.
Sandkerwa ist keine Veranstaltung der Stadt
Während andere Städte überlegen, wie bei größeren Festen gespart werden kann, weil die Haushaltskassen leer sind, ist Bamberg nicht direkt Veranstalterin der Sandkerwa und damit raus aus der Finanzierung. "Sämtliche veranstaltungsbezogenen Erträge und Aufwendungen werden über die Bamberger Sandkerwa Veranstaltungs GmbH abgewickelt und dort bilanziert", heißt es von Seiten der Stadt Bamberg. "Die wirtschaftlichen Ergebnisse der vergangenen Jahre zeigen, dass die Sandkerwa ohne Fehlbeträge durchgeführt werden konnte und die Veranstaltergesellschaft keine Verluste erwirtschaftet hat." Einzig der bezuschusste kostenlose Shuttleservice in den Landkreis wird eingestellt. Das Landratsamt Bamberg muss sparen und hat deshalb den Busverkehr zur Sandkerwazeit in die umliegenden Gemeinden eingestellt. Lediglich ein privates Unternehmen bietet noch einen Sonderverkehr in Eigenregie aus bestimmten Landkreisen an.
Schon vor Jahren wurde das Festabzeichen in Bamberg eingeführt. Es soll zur Finanzierung beitragen. Es gilt täglich ab 18 Uhr für Besucher über 14 Jahre, am Sonntag bereits ab 13.30 Uhr. Die Preise sind moderat: Das Fünf-Tage-Abzeichen kostet sechs Euro, für einen Tag drei Euro.
Im Video: Eindrücke von der Eröffnung der Sandkerwa
Eindrücke von der Eröffnung der Sandkerwa
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