Maschine der Vietnam Airlines nach der Notlandung in München
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Maschine der Vietnam Airlines nach der Notlandung in München
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Wie gefährlich war der Dreamliner-Zwischenfall in München?

Wie gefährlich war der Dreamliner-Zwischenfall in München?

Offenbar schoss die Maschine bereits über die Startbahn hinaus: Nach dem gestrigen Zwischenfall mit einer Boeing 787 der Vietnam Airlines am Münchner Flughafen herrscht heute wieder Normalbetrieb. Die Ermittlungen laufen – was ist genau passiert?

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Die Boeing rast auf das Ende der Startbahn zu, schließlich hebt der Dreamliner doch noch ab. Dabei wirbelt eine Staubwolke auf. Wie gefährlich war der Zwischenfall am Samstag auf dem Münchner Flughafen? In verschiedenen Medien ist von einer "Beinahe-Katastrophe" die Rede.

Klar ist: Der Startvorgang dauerte ungewöhnlich lange. Die Boeing 787 von Vietnam Airlines kreiste anschließend einige Zeit in der Luft, bevor sie in München notlandete. Aufgrund von Beschädigungen an der Maschine konnte sie dann nicht mehr aus eigener Kraft von der Startbahn rollen. Mit ihrem Heck blockierte sie die nördliche Landebahn und sorgte dadurch für zahlreiche Verspätungen am Flughafen München.

Manövrierunfähige Maschine blockierte Landebahn

Erst gegen Mitternacht konnte die manövrierunfähige Maschine laut einem Flughafensprecher abgeschleppt werden. Vorher wurden die Passagiere mit Bussen abtransportiert und auch das Gepäck aus dem Flugzeug entfernt.

Aktuell steht der Flieger in einem Hangar, bis entschieden wird, wann er wie repariert wird. Es wurden Schäden an Reifen und Fahrwerk festgestellt, heißt es. Nach dem Abschleppen musste die Landebahn gereinigt werden, weil dort unter anderem Reifenteile lagen. Seit 7 Uhr ist die nördliche Landebahn wieder frei und der Betrieb läuft ohne Einschränkungen.

Vorfall mit Vietnam Airlines als Flugunfall eingestuft

Warum die Maschine beim Start erst extrem spät abhob und warum sich der Pilot zur Umkehr nach München entschloss, muss erst noch von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) ermittelt werden. "Der gestrige Vorfall mit Vietnam Airlines war ein sogenannter Flugunfall. Deshalb wird dieser auch von der zuständigen Bundesbehörde untersucht und bearbeitet", erklärte ein Sprecher des Flughafens.

Boeing 787 schoss offenbar über Startbahn hinaus

Auf einem Planespotter-Video ist der ungewöhnlich lange Take-off zu sehen. Warum wurde beim Start der Maschine so viel Staub aufgewirbelt? Die Frage ist aktuell Gegenstand zahlreicher Spekulationen. Laut der Flugverfolgungs-Website Flightradar24 war die Maschine beim Start über die Startbahn hinausgeraten. Auch das wird Gegenstand der Ermittlungen sein.

Beim Luftfahrt-Portal "Aviation Herald" (externer Link) heißt es, die Maschine sei bereits 120 Meter über die Startbahn hinausgeschossen, bevor sie im Grasbereich abhob. Dabei seien Lichter hinter der Bahn beschädigt worden. Zudem habe die Maschine beim Start mit dem Heck den Boden berührt. Der Flughafen verweist grundsätzlich auf die laufenden BFU-Ermittlungen und äußert sich nicht dazu. Die Pressestelle bestätigte auf BR-Anfrage jedoch, "dass bei einer Inspektion leichte Beschädigungen an der Anflugbefeuerung festgestellt wurden, die aber umgehend beseitigt werden konnten".

Maschine musste über zwei Stunden kreisen, um Treibstoff abzulassen

Sicher ist, dass die Maschine nach dem dramatischen Start mehr als zwei Stunden kreiste, um Treibstoff zu verbrennen – vor der Notlandung am Münchner Flughafen musste zudem Treibstoff abgelassen werden, da die Maschine für den Flug nach Hanoi vollgetankt war und so für eine Landung zu schwer gewesen wäre. Dafür gibt es an jedem Flughafen bestimmte Bereiche, sogenannte Fuel Dumping Areas, in denen das Kerosin in einer bestimmten Höhe abgelassen werden darf.

Bei der Notlandung lösten sich dann Reifenteile von der Maschine und es rauchte stark, wie auf Videos in den sozialen Medien zu sehen ist. Auf weiteren Bildern sind erhebliche Schäden am Fahrwerk zu erkennen. Ob die Schäden auf den späten Take-off zurückzuführen sind, muss noch geklärt werden.

Keine Verletzten bei Notlandung in München

Bei der gestrigen Notlandung wurde niemand verletzt, sowohl die Crew als auch die Passagiere sind wohlauf und warten darauf, nach Vietnam geflogen zu werden. Eine Passagierin berichtete dem "Münchner Merkur" (externer Link), bei der Landung hätten alle in der Kabine die Notfallposition einnehmen müssen. "Wir dachten, unser letztes Stündlein hätte geschlagen", wurde die Münchnerin zitiert.

Vietnam Airlines erklärte, die Flugbesatzung habe vorschriftsmäßig gehandelt und sei sicher gelandet. "Die Passagiere und Besatzungsmitglieder sind in Sicherheit", hieß es in der Mitteilung. Die Fluggesellschaft kündigte eine technische Untersuchung der Maschine an.

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