Studierende nehmen an der Einführungsveranstaltung im Audimax der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) teil.
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Studierende nehmen an der Einführungsveranstaltung im Audimax der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) teil.
Bildrechte: picture alliance/dpa | Peter Kneffel
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Bayerns Hochschulen: Mehr Erstsemester, schärfere Regeln

Bayerns Hochschulen: Mehr Erstsemester, schärfere Regeln

An Bayerns Hochschulen starten deutlich mehr Studienanfänger ins Wintersemester. Gleichzeitig baut der Freistaat Studienangebote aus und will schärfer gegen Extremismus vorgehen. Pläne zur Exmatrikulation stoßen auf Kritik.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Rund 68.000 junge Menschen beginnen in diesem Wintersemester ein Studium in Bayern. Das sind 19,5 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Landesamt für Statistik mitteilt. Insgesamt werden rund 403.300 Studierende erwartet – damit bleibt die Gesamtzahl nahezu stabil.

Der starke Zuwachs bei den Erstsemestern geht vor allem auf die Universitäten zurück: Dort steigt ihre Zahl um 33,6 Prozent auf gut 40.000. Hintergrund ist die Umstellung von G8 auf G9. Nach einem ungewöhnlich kleinen Abiturjahrgang 2025 fällt der Jahrgang in diesem Jahr wieder deutlich größer aus. Erstmals liegt der Frauenanteil unter allen Studierenden in Bayern bei genau 50 Prozent.

Neue Studiengänge von KI bis Katastrophenschutz

Zum Wintersemester kommen zahlreiche neue Angebote hinzu. Dazu gehören etwa Künstliche Intelligenz und Robotik an der TH Augsburg, angewandte Cybersecurity an der Hochschule Neu-Ulm sowie Bevölkerungsschutz und Katastrophenmanagement an der TH Deggendorf. Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) sieht darin eine Reaktion der Hochschulen auf aktuelle technologische und gesellschaftliche Entwicklungen.

Neue Gebäude und Sanierungsoffensive

Auch bei der Hochschulinfrastruktur soll sich einiges tun. Am Münchner Flughafen eröffnet die TUM einen neuen Standort mit einem "Fitnessstudio für Robotik", wie es Blume nennt, dem sogenannten RoboGym. Am TUM-Campus Ottobrunn-Taufkirchen soll im November der zweite Bauabschnitt des Interimsgebäudes eröffnet werden, ebenso ein neuer Digitalbau der TH Ingolstadt und in Hof soll im Dezember ein neues Zentrum für Energie- und Wassermanagement folgen.

Parallel läuft laut Blume die von der Staatsregierung angekündigte milliardenschwere Sanierungs- und Modernisierungsoffensive für Bayerns Hochschulen. Die Grünen halten diese allerdings für nicht ausreichend. Wissenschaftspolitikerin Verena Osgyan spricht von einem "Tropfen auf den heißen Stein" und kritisiert Defizite bei Bauunterhalt, Grundfinanzierung und IT-Infrastruktur.

Exmatrikulation bei extremistischen Straftaten

Das Kabinett befasste sich am Dienstag außerdem erneut mit der Novelle des Bayerischen Hochschulinnovationsgesetzes. Künftig sollen Hochschulen in schweren Fällen Studierende exmatrikulieren oder eine Immatrikulation verhindern können.

Blume betonte, es gehe um Straftaten mit "klarem extremistischen Hintergrund", die geeignet seien, den Hochschulfrieden und die Erfüllung von Hochschulaufgaben dauerhaft zu gefährden. "Wir wollen und dulden keine Extremisten an unseren Hochschulen", sagte er. Der Gesetzentwurf soll am 20. Oktober in den Landtag eingebracht werden.

Opposition sieht erheblichen Klärungsbedarf

Die wissenschaftspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Katja Weitzel, sieht aber noch erheblichen Klärungsbedarf. Aus ihrer Sicht bleibe zu unklar, welche Straftaten als Gefahr für den Hochschulfrieden gewertet werden und wer darüber entscheidet. Auch sei offen, unter welchen Voraussetzungen Betroffene nach einer Exmatrikulation später wieder zugelassen werden könnten.

Ähnliche Bedenken äußerte bereits der Bayerische Landesstudierendenrat. Er hält die vorgesehene Gefährdungsprognose für zu unbestimmt und fordert unter anderem, friedlichen hochschulpolitischen Protest ausdrücklich von Ordnungsmaßnahmen auszunehmen.

Auch Osgyan kritisiert die Regelung. Die "gut gemeinten, aber schlecht gemachten Maßnahmen zur Exmatrikulation" schafften ihrer Ansicht nach statt mehr Rechtsklarheit neue Unsicherheiten.

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