Mathe-Student Veit Lang lernt am liebsten in einem Zimmer bei seinem Großvater in Hörblach.
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Mathe-Student Veit Lang lernt am liebsten in einem Zimmer bei seinem Großvater in Hörblach.
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Bachelor mit 19: Wer ist das Mathe-Genie Veit Lang?

Bachelor mit 19: Wer ist das Mathe-Genie Veit Lang?

Mit 14 begann er ein Frühstudium an der Uni Würzburg, mit 19 schloss er den Mathe-Bachelor ab. Nur wenige Monate nach seinem Abitur knackt Veit Lang gleich mehrere akademische Rekorde. Wie tickt jemand, der so früh schon so viel erreicht hat?

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Mainfranken am .

Wenn Veit Lang Tennis spielt, merkt man nicht, dass er sonst oft stundenlang über Büchern grübelt. Der 19-Jährige ist sportlich, schlägt gut gelaunt einen Ball nach dem anderen. In seinem Heimatort Hörblach im Landkreis Kitzingen ist Tennis eines seiner Ausgleichs-Hobbys zu seiner Leidenschaft, der Mathematik.

Die hat zuletzt viel Zeit eingenommen: Er habe keinen Tag unter vier Stunden mit Mathe verbracht, sagt Lang. Denn nur wenige Monate nach seinem Abitur im Frühjahr hat der Jugendliche seine Bachelorarbeit abgegeben. "Aber ich hab das wirklich gern gemacht und viel innere Zufriedenheit dadurch bekommen."

Bachelor im Frühstudium: Dreifacher Rekord geknackt

Bereits seit fünf Jahren studiert Veit Lang im Frühstudium an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Als 14-Jähriger begann er, parallel zum Unterricht auch Vorlesungen an der Uni zu besuchen, damals in der neunten Klasse. Lang sei damit der erste Frühstudent an der JMU, der auf diese Weise ganze zehn Semester studiert hat, so Richard Greiner, Fachkoordinator des Frühstudiums. Und nicht nur das: Als Einziger hat er auf diesem Weg den Bachelor geschafft und dabei auch noch "heillos überpunktet": 243 statt der nötigen 180 Leistungspunkte hat der Jugendliche bislang erbracht.

"Ich weiß nicht, was ich mit ihm anfangen soll"

Das Interesse für die Mathematik entdeckte Veit Lang schon früh. Zur Corona-Zeit schaut er im Alter von zwölf Jahren frei zugängliche Uni-Vorlesungen und bemerkt, dass er einiges versteht. Die Idee zum Frühstudium kam dann von seiner Mathe-Lehrerin. Mutter Eva-Maria Lang erinnert sich noch gut an den Anruf damals. Die Lehrerin hätte gesagt: "Ich weiß nicht, was ich mit ihm anfangen soll!" Und habe ihr so erst mal einen Schock verpasst.

Den Vorschlag zum Frühstudium habe sie dann aber sofort unterstützt. Bevor ihr Sohn den Führerschein machen konnte, fuhren sie und Freundinnen ihn regelmäßig nach Würzburg in die Uni. Vom Unterricht am Egbert-Gymnasium in Münsterschwarzach wurde er dafür freigestellt. Angst, dass er zu viel Zeit mit Mathe verbringt, hatte sie aber nie: "Das ist sein Hobby und ich finde, man muss das machen, was einem Spaß macht."

Im Lehrsaal mit 14: Am Anfang etwas eingeschüchtert

Auch Fachkoordinator Greiner betont, der Wunsch zum Frühstudium müsse von den Jugendlichen selbst kommen. Bei Lang habe er das sofort gemerkt: "Da hat sich einfach eine neue Welt eröffnet." Er liebe es, sich in Gedankenkonstrukte hineinzudenken, bestätigt Veit Lang und wenn man bei einem besonders schweren Problem auf die Lösung kommt, sei das "ein richtiges Glücksgefühl".

Am Anfang war er zwar schon etwas eingeschüchtert, mit teils zwanzigjährigen Studenten in einem Kurs zu sitzen. Das habe sich aber schnell gelegt, sagt er. "So furchterregend sind sie dann doch nicht, die Studenten."

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Neben der Mathematik zählt auch Tennis zu den Hobbys von Veit Lang aus Hörblach.

Gegen das Klischee: "Er ist einfach normal"

Auch seine Klassenkameraden hätten immer mehr Interesse gezeigt. Die meisten finden cool, was er macht, sagt Lang. Aber natürlich hätten manche Menschen auch Vorurteile. "Ein wenig trifft es natürlich immer zu", sagt der Jugendliche, "aber die meiste Zeit bin ich eher das Gegenbeispiel". Auch Greiner bestätigt: Der 19-Jährige sei "einfach normal", außer dass er eben gern Mathe macht.

Denn auch wenn Lang mehrere Stunden am Stück über einem Problem grübeln kann, er liebt es auch, mit seinen Freunden unterwegs zu sein, mit ihnen Karten zu spielen, Weinfeste zu besuchen oder eben Tennis zu spielen. Mit Mathe könnten einige eher wenig anfangen, sagt er. Im Abi hat er ihnen deswegen beim Lernen geholfen, während er selbst "als Ausgleich zum Lernen" seine Bachelorarbeit schrieb.

Große Zukunft? Lang beginnt Master-Studium

Beides übrigens mit Erfolg: Sowohl Bachelor als auch Abitur hat Lang mit 1,0 abgeschlossen. Seit Oktober ist er nun auch offiziell an der Würzburger Uni immatrikuliert. Während seine Klassenkameraden mit dem Bachelor beginnen, startet er in den Masterstudiengang Mathematische Physik. Wie seine Zukunft danach aussieht, lässt Lang aber offen: Ob Forschungskarriere mit Doktor und Professor oder ein ingenieurnahes Arbeitsgebiet in der freien Wirtschaft, darauf möchte er sich nicht festlegen.

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