Blick auf das erleuchtete Bayreuther Festspielhaus bei Nacht.
Blick auf das erleuchtete Bayreuther Festspielhaus bei Nacht.
Bild
Die Jubiläums-Festspiele in Bayreuth sind beendet.
Bildrechte: BR/Kristina Kreutzer
Schlagwörter
Bildrechte: BR/Kristina Kreutzer
Audiobeitrag

Die Jubiläums-Festspiele in Bayreuth sind beendet.

Audiobeitrag
>

Bayreuther Festspiele: Jubiläumssaison mit zahlreichen Premieren

Bayreuther Festspiele: Jubiläumssaison mit zahlreichen Premieren

Nach knapp fünf Wochen enden die Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth. Es war eine besondere Spielzeit, denn das Opernfestival feierte in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen – mit vielen Premieren, aber auch stillen Momenten.

Über dieses Thema berichtet: Bayern 2 Die Welt am Morgen am .

Die große Jubiläumssaison am Grünen Hügel geht heute zu Ende – und sie war ein voller Erfolg, wie die Bayreuther Festspiele bilanzieren. Sämtliche Vorstellungen waren ausverkauft und auch die Open-Air-Konzerte waren mit mehr als 10.000 Besuchern bestens besucht.

"Gerade im 150. Jahr der Festspiele war es schön zu erleben, wie viele Menschen dieses Jubiläum mit uns gefeiert und sich auf die unterschiedlichen künstlerischen und gesellschaftlichen Angebote eingelassen haben. Dafür bin ich unserem Publikum sehr dankbar." Katharina Wagner, künstlerische Leiterin

Beethovens Neunte zum Auftakt

Traditionell am 25. Juli eröffnet, wurde in diesem Jahr ausnahmsweise keine Wagner-Oper, sondern Beethovens Neunte Sinfonie gespielt. Ein Werk, das Richard Wagner schon früh in seinem künstlerischen Wirken beeinflusste und bereits zur Grundsteinlegung des Bayreuther Festspielhauses am 22. Mai 1872 erklang – damals unter der Leitung von Wagner selbst.

Zum Jubiläumsjahr der Festspiele war die Neunte in Rahmen eines Festakts zu hören, wo – wie jedes Jahr zur Premiere – viel Politprominenz im Publikum saß.

Erinnerung an die Vergangenheit

Ein Bild vom Festspiel-Auftakt dürfte besonders in Erinnerung bleiben: Katharina Wagner begrüßte die Gäste gemeinsam mit dem jüdischen Publizisten Michel Friedman am Königsportal: Eine Geste, die zeigen soll, wie wichtig ihr die Aufarbeitung der NS-Geschichte des Grünen Hügels ist.

Die Erinnerung an die Vergangenheit sei im Jubiläumsjahr ein wichtiger Bestandteil des Jubiläumsjahrs gewesen, hieß es zum Abschluss des Festivals auch von Seiten der Bayreuther Festspiele. Im Vorfeld hatte eine Aus- und Wiedereinladung Friedmans als Redner bei einer Gedenkveranstaltung für jüdische Musiker, die während der NS-Zeit verfolgt wurden, für Empörung gesorgt.

Begeisterung und Buhrufe für zwei Premieren

Musikalisch feierte in diesem Jahr Wagners Frühwerk "Rienzi" Premiere. Die eher unbekannte Oper ist umstritten, wurde in der NS-Zeit für propagandistische Zwecke genutzt und auch Wagner selbst hatte sich zu Lebzeiten davon distanziert. Trotzdem wurde sie im Jubiläumsjahr in einer eigens für Bayreuth geschrieben Bühnenfassung aufgeführt – die viel Anklang fand. "Dass die Produktion sowohl vom Publikum als auch von der Presse so positiv aufgenommen und gefeiert wurde, hat mich besonders gefreut und bestätigt, dass es richtig war, diesen Schritt zu gehen", so Katharina Wagner. Einen dauerhaften Platz im Bayreuth-Kanon wird sie aber wohl nicht finden.

Ebenfalls neu, aber deutlich weniger erfolgreich: der als Experiment angekündigte KI-Ring. Musikalisch ist er zwar weitgehend geglückt – die szenische Umsetzung fiel beim Publikum jedoch gnadenlos durch. So viele Buhrufe wie selten waren im Festspielhaus zu hören. Hintergrund ist der finanzielle Engpass des Hauses. Für eine szenische Neuproduktionen des "Rings" hat das Geld nicht gereicht. Die Bilder auf der Bühne wurden daher in Echtzeit von einer Künstlichen Intelligenz erzeugt und haben sich von Aufführung zu Aufführung verändert.

Elektrobeats und Education-Programm auf dem Grünen Hügel

Auch andere Veranstaltungen rund um den Grünen Hügel sorgten für Aufsehen – etwa die Einladung des bundesweit bekannten DJs "Alle Farben". Die Elektrobeats, hier und da gemischt mit Wagner-Klängen, sollten vor allem ein junges und neues Publikum auf den Grünen Hügel locken. Dieses Experiment gelang: Die Veranstaltung war binnen weniger Tage ausverkauft. Sie wird aber wohl ebenfalls eine einmalige Aktion bleiben.

In diesem Jahr wurde auch das Education-Programm ausgebaut: Ganz gezielt wurden in Schulen zahlreiche Workshops angeboten. Dafür entstand extra ein "kleines Festspielhaus" im Festspielpark, mit Platz für 199 Gäste. Kinderoper, Sitzkissenkonzerte, Escape Game – rund 164 Veranstaltungen standen auf dem Spielplan für Kinder ab drei Jahren. Ziel war, spielerisch möglichst viele Berührungspunkte mit Oper und Wagner zu schaffen.

Die Festspiel-Saison endet wie sie begonnen hat: mit der Aufführung von "Rienzi". Für das Festspielorchester geht es anschließend auf Spanien-Tournee. Und die Stadt feiert das 150-jährige Jubiläum noch bis zum Ende des Jahres mit vielen Veranstaltungen weiter.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!