Mitten im allgemeinen Ausnahmezustand, den das Oktoberfest alljährlich der Landeshauptstadt beschert, müssen die Tatortkommissare einen merkwürdigen Todesfall aufklären. So etwas schreibt sich leicht in einem Drehbuch. Wenn die Geschichte dann aber gedreht wird, wird es schwierig. Denn "The Show must go on" ist oberstes Gebot für die Fahrgeschäfte. Das Tatortteam dreht quasi dokumentarisch. Mit echten Wiesnbesuchern im Hintergrund und dem ganz normalen Wahnsinn, der das Oktoberfest so besonders macht.
- Zum Artikel: Schwieriger geht nicht: Tatort-Dreh auf der Siko
Normale Arbeitsbedingungen sind das nicht, findet Carlo Ljubek (Hauptkommissar Nikola Buvak). "Besonders anstrengend ist natürlich die Geräuschkulisse. Das bringt mich und meinen Kollegen Ferdinand Hofer (Hauptkommissar Kalli Hammermann) in der Arbeit an unsere Grenzen. Allein schon, wie viele Lieder bei einem kurzen Gang auf der Schaustellerstraße durch den Kopf rattern. Wahnsinn!"
Das neue Münchner Duo auf schwieriger Spurensuche zwischen den Fahrgeschäften
Doch was tut man nicht alles für einen guten Film. Im dritten gemeinsamen Fall der Kommissare Nikola Buvak und Kalli Hammermann wird am vorletzten Wiesn-Tag zwischen den Fahrgeschäften ein Toter gefunden. Und schon bald werden mögliche Zeugen in alle Winde verstreut sein und auch die Spurenlage ist kritisch, erzählt Ferdinand Hofer. "Die Spurenlage ist sehr diffizil, weil hier auf der Festwiese ja unzählige DNA-Spuren zu finden sind. Deswegen sind wir als Ermittler am Anfang fast ein bisschen 'lost' und müssen auch erstmal herausfinden, ob es überhaupt ein Mord ist."
Die ersten brauchbaren Hinweise führen die Tatortkommissare dann aber zum Teufelsrad, einem der ältesten Fahrgeschäfte auf der Wiesn. Hier führt eine resolute Chefin Regie, die im Tatort von Jutta Speidel gespielt wird, aber tatsächlich sehr nah am realen Vorbild der Teufelsradinhaberin Elisabeth "Lizzy" Polaczy dran ist, erzählt Filmproduzent Felix von Poser: "Die Lizzy, die Besitzerin vom Teufelsrad, ist eine Koryphäe in puncto Wiesn-Wissen. Die hat auch ein kleines Zelt hinter dem Teufelsrad, in das sie Leute einlädt. Promis und andere Schausteller kommen hier mal vorbei."
Produzent von Poser hatte auch die Idee, einen Tatort in der so eigenen Welt der Schausteller zu erzählen. Ihn fasziniert das lebendige soziale Geflecht, das hinter den Kulissen von Teufelsrad, Schichtl und Co. die Wiesn zusammenhält.
"Teufelsrad" ist bereits der dritte Wiesn-Tatort
In der langen Geschichte des Tatorts haben Münchner Kommissare schon zweimal auf der Wiesn ermittelt: 2009 und 2015 waren Ivo Batic und Franz Leitmayr vor allem in und um die Bierzelte unterwegs.
Der dritte Wiesn-Fall verspricht nun in bester Münchner Tatort-Tradition eine hochinteressante Milieustudie in der Welt der Schausteller, dazu natürlich viel Krimispannung. Neben Ferdinand Hofer und Carlo Ljubek spielen u. a. Jutta Speidel, Martin Feifel, Pola Jane O'Mara, Hannes Ringlstetter, Simon Pearce, Anna Bardavelidze und Eva Karl Faltermeier. Die Ausstrahlung ist für 2027 geplant.
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